Alphabet verzeichnet nach enttäuschenden Zahlen für das dritte Quartal den bisher größten Kurseinbruch seiner Geschichte. Der Google-Mutterkonzern verlor am Mittwochabend nach einem Gewinn- und Umsatzrückgang im Suchgeschäft sowie einem massiven negativen Free Cashflow massiv an Wert, was den breiteren Technologiesektor und den Nasdaq stark unter Druck setzte.
Alphabet verzeichnet historische Verluste nach durchwachsenem Quartalsbericht
Für die Anleger von Alphabet brachte der Mittwochabend eine schmerzhafte Bestätigung ihrer Sorgen. Der Internetgigant lieferte ein umfassend enttäuschendes Zahlenwerk für das dritte Quartal ab, das an den Börsen einen historischen Ausverkauf auslöste. Die Aktie steuerte auf ihren bislang größten Tagesverlust zu und drohte, an einem einzigen Tag mehr als 400 Milliarden US-Dollar an Marktwert einzubüßen. Allein im gesamten Monat Oktober belief sich der Verlust nach Daten von FiscalAI auf schätzungsweise rund 665 Milliarden US-Dollar, da die Marktkapitalisierung von etwa 3,52 Billionen US-Dollar schrumpfte.
Das Unternehmen meldete für den Berichtszeitraum einen Umsatz von 127,58 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 127,6 Milliarden US-Dollar in anderen Berechnungen, womit die durchschnittlichen Erwartungen von LSEG-Analysten in Höhe von 128,22 Milliarden US-Dollar verfehlt wurden. Besonders schwer wog jedoch der Einbruch im Kerngeschäft der Websuche. Das Core-Suchumsatz von 63,35 Milliarden US-Dollar blieb deutlich unter den von Analysten erwarteten 64,96 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig rutschte der Free Cashflow des Tech-Riesen erstmals in der Geschichte ins Negative und betrug minus 9,07 Milliarden US-Dollar, getrieben durch massive Investitionen in die künstliche Intelligenz.
Wachstumsschwäche im Suchgeschäft und explodierende KI-Ausgaben
Hinter dem historischen Kurseinbruch stehen fundamentale Fragen zur Monetarisierung des vielbeschworenen KI-Booms. Während das Suchvolumen dank neuer Technologien zwar stark anstieg, hinkt die Rentabilität hinterher. Das Wachstum im Suchsegment verlangsamte sich im dritten Quartal auf 12 Prozent, verglichen mit 17 Prozent im vorherigen Quartal. Marktbeobachter machten dafür unter anderem die steigende Beliebtheit von AI mode
-Suchen verantwortlich, die traditionell weniger lukrativ sind als klassische Anzeigen.
Analysten anderer Finanzinstitute fanden deutliche Worte für die Entwicklung laut Business Insider, als die Marktstrategen von JPMorgan erklärten: „Alles in allem war dies ein schwacher Quartalsbericht … und verdeutlicht nun besser, warum Sundar Carbon im Tagesverlauf gelauncht hat.
Trotz der akuten Belastungen hielt das Management an seiner bisherigen Linie fest. Alphabet bestätigte die Investitionsprognose (CapEx) für das Gesamtjahr 2026 in einer Spanne von 195 Milliarden bis 205 Milliarden US-Dollar und kündigte an, die Ausgaben im kommenden Jahr nochmals signifikant zu steigern. An der Wall Street stieß diese Strategie auf geteiltes Echo. Langfristig zwinge die Ressourcenknappheit den Konzern dazu, Investitionen gezielt auf renditestarke Projekte zu lenken.
Reaktionen der Wall Street und spürbare Breitenwirkung am Aktienmarkt
Die Talfahrt des Schwergewichts blieb für die US-Börsen nicht folgenlos. Der technologielastige Nasdaq gab im Zuge der Enttäuschung um mehr als 1 Prozent nach.
| Bank / Analysehaus | Einstufung | Neues Kursziel | Altes Kursziel |
|---|---|---|---|
| Deutsche Bank | Buy | 390 USD | 430 USD |
| Bank of America | Buy | 380 USD | 430 USD |
| Bernstein | Market Perform | 325 USD | 385 USD |
| Wedbush | Outperform | 387 USD | 445 USD |
| Morgan Stanley | Overweight | 375 USD | 400 USD |
Während Häuser wie die Deutsche Bank die Aktie verteidigten und darauf verwiesen, dass KI das stärkste Suchanfrage-Wachstum seit fünf Jahren antreibe und Werbeerlöse in AI Overviews allmählich skalieren, blieben andere skeptisch. KeyBanc und Wedbush warnten vor kurzfristigen Margendruck und einer spürbaren Verlangsamung im Werbegeschäft. Dennoch hob die Bank of America ihre Umsatzprognose für das Jahr 2027 um 11 Prozent auf 616 Milliarden US-Dollar an, gestützt durch starke Zuwächse im Cloud-Geschäft und erhöhte Verkäufe von Tensor Processing Units (TPU).
