Zum Inhalt springen
Unternehmen

Volkswagen-Chef Oliver Blume fordert Zusammenhalt in Transformation

Angesichts einer tiefen Krise der weltweiten Autoindustrie hat Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume im März 2026 eine historische Transformation angemahnt. In Vorabberichten für den Sonntag appellierte er an den Zusammenhalt der Belegschaft und betonte, dass in den kommenden Wochen alle Mitarbeiter beim größten Umbau der Unternehmensgeschichte mitziehen müssen. Die nächsten Jahre seien entscheidend, wer im Rennen bleibe und wer an die Spitze fahre.

Oliver Blume warnt vor einer Mega-Krise der weltweiten Automobilindustrie

Der Volkswagen-Konzern steckt nach Aussagen seines Vorstandschefs mitten in einer Mega-Krise der weltweiten Autoindustrie. In Berichten, die am Wochenende vorab veröffentlicht wurden, machte Oliver Blume unmissverständlich klar, dass der Autobauer vor enormen Herausforderungen steht. Verantwortlich dafür seien ein fundamentaler Marktwandel sowie weltweite Verwerfungen. Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb fordern laut dem Konzernchef sämtliche Akteure auf dem Markt heraus. „Und der Volkswagen Konzern ist mittendrin“, so Blume.”

Die kommenden Jahre seien demnach absolut entscheidend dafür, wer im harten internationalen Rennen überhaupt noch mitfährt und wer es an die Spitze schafft. Um in diesem Umfeld zu bestehen, hat der Konzern nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt. Blume betonte in diesem Zusammenhang: „Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen.

„Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen. Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt

Oliver Blume, Volkswagen-Konzernchef

Außerordentliche Betriebsversammlungen und drastischer Spardruck an den Standorten

In der kommenden Woche steht eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen an, nachdem die Arbeitnehmerseite vor den Werksferien konkrete Details zu den Sparplänen und drohenden Entlassungen gefordert hatte.

Volkswagen-Chef Oliver Blume fordert Zusammenhalt in Transformation
Photo: Handelsblatt

Konzernchef Blume will sich persönlich an die Belegschaft wenden und plant Auftritte am Dienstag in Wolfsburg sowie am Mittwoch in Emden und Zwickau. Die Versammlungen finden vor dem Hintergrund eines umfassenden Sparkurses statt. Im Fokus stehen dabei unter anderem die VW-Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Zu den diskutierten Maßnahmen gehört das Ziel, weltweit rund 50.000 Arbeitsplätze abzubauen, um die Gemeinkosten auf ein „wettbewerbsfähiges Niveau“ zu senken.”

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Debatte um die Rendite

Die aktuelle Lage des Autobauers bezeichnete er als mehr als kritisch und betonte, dass es bei Volkswagen dringenden Handlungsbedarf gebe. Zwar sei die erwirtschaftete Rendite von 3,8 Prozent im gegenwärtigen Umfeld solide, doch reiche sie bei Weitem nicht aus, um dauerhaft die nötigen Mittel für künftige Technologien und neue Produkte zu erwirtschaften.

Volkswagen-Chef Oliver Blume fordert Zusammenhalt in Transformation
Photo: WELT

Der Volkswagen-Konzern sei in seiner bisherigen Struktur überdimensioniert, zu langsam und zu kompliziert. Parallel dazu wird in der breiteren wirtschaftspolitischen Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland diskutiert. So wurde unter anderem die traditionelle 35-Stunden-Woche von politischer Seite – konkret vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) – infrage gestellt, da sie nicht mehr in die Zeit passe. Gegenüber dieser Position betonte Rösler jedoch, dass die Belastung durch Schichtarbeit hoch sei und die Beschäftigten in Zwickau sich mit Sonderschichten und Schichtverlängerungen sehr flexibel zeigen, indem sie tatsächlich häufig 39 Stunden pro Woche und mehr arbeiten. Eine Anhebung der Wochenarbeitszeit würde zudem dazu führen, dass weniger Personal gebraucht werde und mehr Menschen ihre Arbeit verlieren.

Appell an den Kampfgeist für den Standort Deutschland

Zum Abschluss seiner Appelle rief Blume die Belegschaft dazu auf, den Transformationsprozess mit Entschlossenheit mitzutragen und verwies auf den Zusammenhalt „für die Menschen, unser Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland.

VW-Chef Oliver Blume im Interview: Kann Volkswagen die Krise noch meistern? | ntv
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.