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Unternehmen

Philadelphia unterstützt als erste US-Stadt den Starbucks-Boykott

Philadelphia ist die erste US-Stadt, die den offiziellen Boykott der Gewerkschaft Starbucks Workers United gegen die Kaffeehauskette unterstützt. Der Stadtrat stimmte einstimmig für eine Resolution, die den Verzicht auf öffentliche Gelder bei Starbucks fordert, bis ein fairer Tarifvertrag für die Baristas zustande kommt.

Einstimmiger Beschluss des Stadtrats in Philadelphia

Der Stadtrat von Philadelphia hat am Donnerstag einstimmig eine Resolution verabschiedet, die den landesweiten Boykottaufruf gegen Starbucks offiziell unterstützt. Damit positioniert sich die Metropole als erste US-Stadt hinter der Gewerkschaftsbewegung der Baristas.

Die Initiative geht auf Nicolas O’Rourke zurück, einen Stadtrat der progressive Working Families Party. Der Beschluss hat zwar keinen Gesetzescharakter und erfordert keine Unterschrift von Bürgermeisterin Cherelle L. Parker, verbietet der Stadtverwaltung jedoch ab sofort jegliche Ausgaben von Steuergeldern in den Filialen der Kaffeekette.

Philadelphia unterstützt als erste US-Stadt den Starbucks-Boykott
Foto: inquirer.com

Die Resolution trägt den genauen Titel, sich unmissverständlich hinter die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu stellen, indem man den von Workers United-SEIU geforderten Boykott befürwortet und Anwohner sowie benachbarte lokale Räte dazu ermutigt, den Kauf von Starbucks-Produkten so lange einzustellen, bis ein fairer Gewerkschaftsvertrag abgeschlossen ist.

Gewerkschaftlicher Kampf und Tarifstreit

Im Zentrum des Konflikts steht das Fehlen eines gesamtstaatlichen Tarifvertrags. Die Gewerkschaft vertritt landesweit mehr als 12.000 Baristas.

Seit Ende 2021 kämpfen Beschäftigte in Hunderten Filialen um bessere Arbeitsbedingungen, während die Unternehmensführung einen flächendeckenden Vertrag bisher ablehnt.

Man UNLOADS On Philly City Council Over Proposed Starbucks Boycott

„Ich habe das Gefühl, seit dem besseren Teil von zehn Jahren in irgendeiner Form in den Kampf im Zusammenhang mit Starbucks verwickelt zu sein.“

Nicolas O’Rourke, Stadtrat von Philadelphia, via Cleveland

Reaktionen und Schließungen in Philadelphia

Der Boykottaufruf trifft auf eine angespannte Situation vor Ort. Diese Maßnahmen erfolgen zeitgleich mit einer unternehmensweiten Reduzierung von 250 Standorten in ganz Nordamerika sowie Plänen für eine Neugestaltung des Innendesigns der Kaffeehäuser.

Der langjährige Arbeitskampf war im November des Vorjahres von landesweiten Aktionen begleitet worden, bei denen über 1.000 gewerkschaftlich organisierte Baristas in mehr als 40 Städten, darunter auch Philadelphia, am sogenannten Red Cup Day in einen unbefristeten Streik getreten waren.

Philadelphia unterstützt als erste US-Stadt den Starbucks-Boykott
Foto: Cleveland.com

Gewerkschaftsvertreter erklärten in einer Mitteilung, dass es angesichts der Umstände nicht mehr vereinbar sei, gleichzeitig Kunde des Unternehmens zu sein und die Beschäftigten zu unterstützen, und bezeichneten den Kaffeeriesen als ein das Gesetz brechendes Unternehmen. Die Gewerkschaft Workers United-SEIU treibt den Boykott seit Monaten voran, während in St. Louis der dortige Stadtrat beziehungsweise Stadtratseinrichtungen ebenfalls eine Resolution zur Unterstützung des Boykotts verabschiedet haben.

Die Stellungnahme des Unternehmens

Starbucks wies die Vorwürfe zurück und betonte seine Stellung als attraktiver Arbeitgeber. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber den Medien, dass man wettbewerbsfähige Löhne und branchenführende Leistungen anbiete.

„Starbucks hat eine wettbewerbsfähige Bezahlung, branchenführende Leistungen und sinnvolle Möglichkeiten, eine Karriere aufzubauen. Menschen lieben es, bei Starbucks zu arbeiten, weshalb wir die niedrigste Fluktuation in der Branche haben und jedes Jahr mehr als 1 Million Menschen sich bewerben, um die grüne Schürze zu tragen. Wie wir es immer getan haben, sind wir entschlossen, uns an konstruktiven Verhandlungen zu beteiligen.“

Unternehmenssprecher von Starbucks, via Yahoo und WPVI

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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