Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz, über die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird, ist infolge einer Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran drastisch zurückgegangen. Während die USA eine Marineblockade iranischer Häfen durchsetzen, gibt der Iran an, Schiffe ins Visier zu nehmen, welche seine Navigationsregeln in der Meerenge verletzen.
Starker Rückgang der Transitzahlen
Daten von LSEG und Kpler belegen einen massiven Einbruch der Passagen. Am 15. Juli passierten lediglich neun Schiffe die Straße von Hormuz, gegenüber 13 Schiffen am Vortag. Am folgenden Sonntag sank die Zahl weiter auf nur vier Schiffe, während sie am Samstag noch bei acht gelegen hatte.
Besonders betroffen ist der Transport von Energieträgern. Laut Kpler gab es am 15. Zwar betraten seit Freitag mindestens drei Tanker für Ölprodukte und ein VLCC die Meerenge, um Öl zu laden, doch der allgemeine kommerzielle Verkehr bleibt auf beiden Routen – dem südlichen omanischen Korridor sowie der nördlichen, iranisch kontrollierten Route – stark reduziert.
Blockaden und militärische Interventionen
Die USA haben am 14. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden US-Streitkräfte aktiv: Das unter Flagge von Curaçao fahrende, leere VLCC-Schiff Belma wurde auf dem Weg zur iranischen Insel Kharg Island durch Hellfire-Raketen im Schornstein getroffen und manövrierunfähig gemacht, nachdem es wiederholte Warnungen ignoriert hatte. Zwei weitere kommerzielle Schiffe ließen sich in den ersten 24 Stunden der Blockade umleiten.
For more on this story, see Iran plant Kontrolle über Straße von Hormuz in 30 Tagen.
Parallel dazu meldeten die US-Verbündeten Kuwait und Bahrain weitere Angriffe seitens des Iran. Das Joint Maritime Information Center stufte die Bedrohungslage in der Straße von Hormuz als „schwerwiegendein, wobei insbesondere Risiken durch Minen und Beeinträchtigungen der Navigation bestehen.
Krise im LNG-Sektor und Lagerbildung
Der Transport von Flüssiggas (LNG) ist nahezu zum Erliegen gekommen. Seit dem 11. Juli ist kein LNG-Tanker mehr in den Golf eingefahren oder aus ihm ausgefahren; die letzte bekannte Fahrt war die der Al Hamra aus der LNG-Anlage auf Das Island (Abu Dhabi). S&P Global Energy berichtet, dass der 10-Tage-Durchschnitt der beladenen LNG-Transite bis zum 15. Juli auf nur 0,2 Ladungen pro Tag sank, verglichen mit etwa 0,8 Ende Juni.
This follows our earlier report, Fremdes Containerschiff läuft in Straße von Hormuz auf Grund.
Trotz dieser Blockade setzen Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre LNG-Produktion und Beladung in einem robusten Tempo fort. Dies führt zu einem wachsenden Inventar an Bord von Tankern, die im Golf feststecken:
- Kapazität: Knapp 1,9 Millionen Tonnen LNG-Tankerkapazität befinden sich derzeit im Golf.
- Zeitwert: Dies entspricht etwa acht Tagen der typischen Spitzenexporte aus den beiden Projekten vor Beginn der Konflikte.
Analysten von S&P Global merken an, dass diese Schiffe bei einer Lockerung der Blockade eine schnelle Steigerung der Exporte ermöglichen könnten.
Read also: Iran-Sperre in Hormus: US-Centcom dementiert, Schiffsverkehr steigt.
Sicherheitsmaßnahmen und Zwischenfälle
Aufgrund der unsicheren Lage hat Oman kontrollierte, phasenweise Schiffsbewegungen über temporäre Korridore eingeführt, da das normale Verkehrstrennungssystem als unsicher eingestuft wurde. Schiffe werden in Gruppen zusammengefasst und müssen in ausgewiesenen Wartebereichen warten.
Zusätzliche Vorfälle erschweren die Lage: Die UK Maritime Trade Operations (UKMTO) meldete am Montag ein Feuer auf einem Schiff, etwa 8 Seemeilen nordwestlich von Kumzar (Oman), wobei die Ursache nicht verifiziert werden konnte. Zudem wurde berichtet, dass Tanker und andere Schiffe teilweise ihre Transponder (AIS) abschalten, um ihre Passage zu verschleiern – so auch ein Suezmax-Tanker mit einer Million Barrel Saudi-Rohöl am 14. Juli.
Verwandte Artikel
