Saudi-Arabien hat am Freitag, den 12. September 2026, die wichtige Ost-West-Pipeline nach mehreren Drohnenangriffen aus dem Irak vorsorglich abgeschaltet. Die Versorgungsader diente bisher als entscheidender Ersatzweg für Rohölexporte, um die faktische Blockade der Straße von Hormuz durch den Iran zu umgehen.
Nach Angaben des saudi-arabischen Außenministeriums richteten sich die Angriffe gegen die Erdölpipeline in den Regionen Riad und Medina. Dabei wurden nach saudi-arabischen Regierungsangaben mehrere Menschen verletzt und materielle Schäden verursacht. Das Energieministerium bestätigte den Vorfall, den die staatliche Nachrichtenagentur SPA verbreitete, und ordnete die sofortige Sicherheitsabschaltung der Leitung an.
Sicherheitsabschaltung der Ost-West-Pipeline in Riad und Medina
Die betroffene Pipeline erstreckt sich über mehr als 1.200 Kilometer und verbindet Abkaik nahe dem Persischen Golf mit dem Hafen Janbu am Roten Meer. Die Leitung kann bis zu sieben Millionen Barrel Rohöl täglich transportieren. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran Ende Februar, bei denen Handelsschiffe im Persischen Golf durch eine faktische Blockade der Straße von Hormuz von den Weltmärkten abgeschnitten wurden, gewann die Verbindung eine überragende strategische Bedeutung. Saudi-Arabien nutzte die Pipeline intensiv, um Öl aus den Fördergebieten am Persischen Golf unter Umgehung der Krisenregion zum Janbu-Hafen am Roten Meer zu leiten. Der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco liefert täglich Millionen Liter Rohöl über die Ost-West-Pipeline.
Die Drohnenangriffe vom Donnerstagmorgen haben diese Logistikader nun empfindlich getroffen. US-Regierungsbeamte bestätigten gegenüber dem Sender CNN, dass die Pipeline Ziel von Fluggeräten aus irakischem Gebiet wurde. Demnach wurden nach ersten Satellitenanalysen vor allem Pumpstationen in der Nähe der Leitung getroffen, was Brände auslöste. Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom lehnte auf Anfrage einen Kommentar zu dem Bericht ab.
Reaktion der irakischen Regierung und militärische Konsequenzen
Die Führung in Bagdad reagierte umgehend auf die Vorfälle, verurteilte am Freitag die Angriffe auf die Pipeline und kündigte Ermittlungen an, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Wie das Büro des irakischen Ministerpräsidenten mitteilte, ergaben Untersuchungen, dass die jüngsten Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien von irakischem Gebiet ausgegangen seien. Der Kommandant war der Mitteilung zufolge bisher für Einsätze in der südirakischen Provinz Maysan zuständig. Der Irak schloss zudem als Vorsichtsmaßnahme den Grenzübergang Shalamcheh zum Iran, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Derzeit laufe ein groß angelegter Einsatz, um die Täter zu fassen. Unterdessen warnte der saudi-arabische Zivilschutz in Khamis Mushait vor einer möglichen Gefahr.

Saudi-Arabien entschied sich nach Angaben des Außenministeriums auf Bitten der irakischen Regierung dafür, zu diesem Zeitpunkt nicht zu reagieren und die irakischen Bemühungen zu unterstützen, Angriffe aus dem Land auf andere Staaten zu verhindern.
Saudi-Arabien habe sich auf Bitten der irakischen Regierung dafür entschieden, „zu diesem Zeitpunkt nicht zu reagierenund die irakischen Bemühungen zu unterstützen, Angriffe aus dem Land auf andere Staaten zu verhindern.
Außenministerium Saudi-Arabien
Gleichzeitig betonte das Ministerium, dass man sich das Recht vorbehält, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um seine Souveränität, seine Sicherheit, seine Einrichtungen und seine Bevölkerung zu schützen.
Folgen für die globalen Ölmärkte und offene Fragen
Mit einer Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt. Ob die Pipeline beschädigt wurde, sei unklar. Wer hinter dem Angriff steckt, erklärte das Ministerium in seiner Mitteilung auf der Plattform X jedoch nicht; im Irak operieren aber einige vom Iran unterstützte Milizen. Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline war Berichten zufolge bereits Ende Juli von Verbündeten des Irans vom Irak aus attackiert worden.
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