Zum Inhalt springen
Welt

Huthis übernehmen strategisch wichtige Perim-Insel am Roten Meer

Jemenitische Regierungstruppen haben sich von der strategisch wichtigen Perim-Insel am Eingang des Roten Meeres zurückgezogen, woraufhin pro-iranische Huthi-Kräfte das Eiland am Freitag übernahmen. Die Einnahme der Meerenge Bab al-Mandab und weiterer Küstenorte verschärft die Sorgen um globale Öltransporte in einer ohnehin angespannten Konfliktlage.

Die pro-iranischen Huthi-Milizen übernehmen Mayyun und die jemenitische Küste am Roten Meer

Die pro-iranischen Huthi-Milizen haben nach Angaben aus jemenitischen Regierungskreisen die vollständige Kontrolle über die jemenitische Küste am Roten Meer erlangt. Ein Armeevertreter teilte zudem mit, dass neben Perim und der Insel Zuqar auch die Groß- und Klein-Hanisch-Inseln in die Hände der Miliz gefallen sind. Zuvor hatten die Huthis bereits den strategisch bedeutsamen Küstenort Dhubab sowie die Hafenstadt Mokka eingenommen.

Die Einnahme der Hafenstadt Mokka auf der jemenitischen Westküste erfolgte am Donnerstag, nachdem sich die Houthis zuvor über den vergangenen Monat hinweg in einer intensiven Offensive gegen die Stadt vorgekämpft hatten. Zuvor war Mokka von den National Resistance Forces kontrolliert worden, einer von Saudi-Arabien unterstützten Fraktion unter dem Kommando von Tarik Saleh, der ein Vizepräsident in der international anerkannten Regierung des Jemen ist. Während der Kämpfe schlugen nach Angaben des Hafendirektors Abdel Malek Al-Sharaabi mehr als 25 Huthi-Raketen in dem weitläufigen Hafen ein, während dort Handelsschiffe entladen wurden.

Huthis übernehmen strategisch wichtige Perim-Insel am Roten Meer
Photo: berliner-zeitung.de

Die strategische Bedeutung der Meerenge Bab al-Mandab für den Welthandel

Die Einnahme der Inseln und Küstenstreifen markiert den Abschluss der Übernahme rund um die Meerenge Bab al-Mandab. Diese schmale Wasserstraße verbindet den Golf von Aden mit dem Roten Meer und bildet das südliche Tor für den Schifffahrtsverkehr durch den Suezkanal. Für den internationalen Handel fungiert sie als unverzichtbare Verbindung zwischen den Märkten Asiens und Europas.

Besonders an Gewicht gewonnen hat die Route durch das Rote Meer, seitdem die Straße von Hormus durch den Iran weitgehend blockiert ist. Saudi-Arabien nutzt die wichtige Ausweichroute für seine Ölexporte verstärkt, um Erdöl in Richtung internationale Märkte zu bewegen. Durch die Präsenz der Huthis direkt an diesem Nadelöhr verfügt die Bewegung nun über die Möglichkeit, den Schiffsverkehr gezielt zu überwachen oder unter Druck zu setzen.

Reaktionen der Huthis und die Blockade saudi-arabischer Schiffe

Die Huthi-Führung hat ihre Absichten bezüglich des Schiffsverkehrs bekräftigt. In einer von Militärsprecher Jahja Saree über den Nachrichtendienst Telegram verbreiteten Mitteilung erklärte die Miliz, dass die Schifffahrt für alle Unternehmen sicher, mit Ausnahme der saudiarabischen Schiffe, gegen die bereits zuvor ein Verbot verhängt wurde ist. Die Gruppe kündigte an, auf Blockaden mit Gegenblockaden zu reagieren.

Huthis übernehmen strategisch wichtige Perim-Insel am Roten Meer
Photo: tradearabia.com

maritime navigation is safe for all companies except for Saudi vessels. Jahja Saree, Huthi-Militärsprecher

Hasem al-Assad, ein Mitglied des Huthi-Politbüros, versicherte der Zeitung Al-Araby al-Jadeed zufolge, dass für die allgemeine internationale Schifffahrt keine Gefahr bestehe. Dennoch greifen die Milizen seit Juli gezielt saudi-arabische Schiffe im Roten Meer an und knüpfen ein Ende dieser Maßnahmen an den Stopp der saudischen Angriffe sowie der Beschränkungen in den von ihnen kontrollierten Gebieten.

Auswirkungen auf die Ölpreise und militärische Reaktionen der jemenitischen Regierungstruppen

Auswirkungen auf die Ölpreise und militärische Reaktionen

Iran-backed Houthis seize island at entrance to Red Sea, threatening Saudi oil exports

Die Entwicklungen in Jemen fallen in eine Phase heftiger Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten. Rohölpreise notierten nach einer starken Aufwärtsbewegung weiter auf erhöhtem Niveau; Brent-Öl wurde bei rund 104 Dollar je Barrel gehandelt, nachdem es am Vortag deutlich zugelegt und bei 107,63 Dollar – dem höchsten Stand seit Mai – geschlossen hatte. US West Texas Intermediate notierte bei rund 100 Dollar, nach einem vorherigen Schlusskurs von 102,48 Dollar am Vortag. Marktbeobachter werten den Vorstoß der Huthis als einen weiteren potenziellen Risikofaktor für die weltweite Energieversorgung inmitten der Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran.

Jemenitische Regierungstruppen kündigten an, die verlorenen Gebiete zurückerobern zu wollen. Internationale und lokale Medien berichteten über mutmaßliche saudische Luftangriffe gegen den Flughafen von Mokka, wobei Berichte über Opfer oder direkte Schäden zunächst nicht vorlagen.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.