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Welt

Huthi-Miliz übernimmt Hafenstadt Mokka und Meerenge Bab al-Mandab

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat im September 2026 die Kontrolle über die strategisch wichtige jemenitische Hafenstadt Mokka und die Meerenge Bab al-Mandab übernommen. Der Vorstoß an dieser zentralen Route für den Welthandel und die Ölexporte verschärft die geopolitischen Spannungen im Roten Meer und gibt Teheran ein neues Druckmittel in Verhandlungen mit den USA.

Vormarsch am Roten Meer und strategische Inseln

Der jemenitische Bürgerkrieg hat eine neue Eskalationsstufe erreicht, nachdem die Huthi-Rebellen in den vergangenen Tagen rasch vorgerückt sind. Nach Angaben aus Militärkreisen übernahm die Miliz die Kontrolle über die Hafenstadt Mocha am Roten Meer. Augenzeugen berichteten, dass Kämpfer unter Rufen wie „Tod für Amerika, Tod für Israel!“ in die Stadt einmarschierten. Zuvor war Mocha noch unter der Kontrolle der regierungstreuen Nationalen Widerstandskräfte des Jemen gewesen, deren Anführer Tarek Saleh seine Kommandozentrale nach eigenen Angaben an einen sicheren Ort verlegt, um eine Neuaufstellung zu ermöglichen. Die Regierungstruppen hätten „in den vergangenen Tagen angesichts einer von Iran geplanten und unterstützten Offensive der Huthis einen hohen Preis gezahlt, erklärte Tarek Saleh.

Huthi-Miliz übernimmt Hafenstadt Mokka und Meerenge Bab al-Mandab
Photo: epochtimes.de

Der Vorsitzende des von Saudi-Arabien unterstützten Präsidialrates des Jemen forderte arabische und internationale Staaten zur Hilfe auf und Jemens Präsidialrat rief die internationale Gemeinschaft auf, beim Schutz der Küste zu helfen. „Der Schutz der jemenitischen Küsten und die Wiederherstellung der staatlichen Kontrolle über das Staatsgebiet, die Häfen und die Gewässer liegen im gemeinsamen Interesse des Jemen, Ägyptens, der arabischen Welt und der internationalen Gemeinschaft, erklärte der Vorsitzende.

Neben Mocha brachten die Rebellen nach Angaben von Armeevertretern auch die Insel Sukar im Süden des Roten Meeres, wobei Raketen eingesetzt und Kämpfer in Booten auf die Insel transportiert wurden, sowie neben den beiden Hanisch-Inseln auch die strategisch wichtige Insel Perim unter ihre Kontrolle. Damit kontrolliert die vom Iran unterstützte Miliz alle vier Inseln in der Meerenge Bab al-Mandab und hat die faktische Kontrolle über die südliche Einfahrt ins Roten Meer übernommen. Jemenitischen Regierungsangaben zufolge nahm die mit dem Iran verbündete Miliz zudem die gesamte Westküste des Landes ein.

Konsequenzen für den Welthandel und die Ölpreise

Die Verengung am südlichen Eingang zum Roten Meer gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt, die das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbindet. Schiffe, die vom Indischen Ozean zum Sueskanal fahren oder in die Gegenrichtung unterwegs sind, müssen die nur rund 27 Kilometer breite Meeresstraße passieren, deren Anrainer neben dem Jemen auch Eritrea und Dschibuti sind. Andreas Mitschitz betonte bei der Berichterstattung, dass sich das Problem für den Welthandel durch die Huthi-Kontrolle „verdoppelt“ habe.”

Jemen: Huthi-Kämpfer erobern laut Regierungsinsidern die Hafenstadt Mokka

Die Huthi-Rebellen selbst behaupteten am Freitag, es gebe keinen Anlass zur Sorge um die Sicherheit der Schifffahrt, und ein Vertreter der vom Iran unterstützen Organisation erklärte, dass die Freiheit der Schifffahrt und der internationale Handel weiter sicher seien. Die Miliz bekräftigte aber auch die von ihr ausgerufene Seeblockade gegen saudi-arabische Schiffe, die sie seit Juli im Roten Meer angreift.

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Photo: br.de

Mit dem Vormarsch der Rebellen nahm nach Angaben des Datenanalyseunternehmens Kpler der Schiffsverkehr im Roten Meer leicht ab. Durchschnittlich 37 Schiffe passierten zuletzt täglich die Meerenge Bab al-Mandab, im Vergleich zu knapp 47 Passagen Mitte Juli, wie aus Daten des Anbieters hervorging. Zehntausende Menschen wurden laut der Internationalen Organisation für Migration durch die jüngsten Kämpfe vertrieben. In Städten wie Aden herrscht nach Berichten geflohener Zivilisten eine apokalyptische Stimmung.

Die Lage treibt auch die Energiemärkte an. Der Brent-Preis für Rohöl mit Lieferung im November stieg zeitweise auf fast 110 US-Dollar pro Barrel. In den USA kletterte der durchschnittliche Dieselpreis nach Angaben von Gasbuddy erstmals auf sechs US-Dollar pro Gallone. Parallel dazu bleibt die Straße von Hormus wegen des Krieges zwischen den USA und dem Iran weitgehend blockiert, und Teheran hat diese Seefrachtroute eingeschränkt, während der Kapitän eines Frachters vier unbekannte Geschoße beobachtete.

Reaktionen in Riad und Washington sowie Teherans Kalkül

Saudi-Arabien unterstützt im jemenitischen Bürgerkrieg seit Jahren die international anerkannte Regierung. Für Riad ist der Vormarsch der Huthis ein schwerer Rückschlag, da die Truppen der Regierung binnen weniger Tage wichtige Gebiete verloren und offenbar kaum Widerstand leisteten. Die Miliz greift immer wieder auch saudisches Gebiet an, und am Donnerstag wurde in der südwestlichen Stadt Chamis Muschait wegen Angriffen der Huthis mehrmals Luftalarm ausgelöst.

Huthi-Miliz übernimmt Hafenstadt Mokka und Meerenge Bab al-Mandab
Photo: heute.at

Die saudi-arabischen Behörden gaben am Freitag zudem bekannt, die Ost-West-Pipeline in den Regionen Riad und Medina nach Angriffen vorsorglich zu schließen. Bei den Angriffen am Donnerstag seien einige Menschen verletzt worden, sagte ein Vertreter des Energieministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur SPA, und „die Pipeline wurde vorsorglich geschlossen.“ Seit Beginn des Krieges in der Golfregion hat Riad die Nutzung dieser Pipeline, die Abkaik nahe dem Golf mit dem Roten Meer verbindet, als zentrale Alternativroute für Ölexporte von der Arabischen Halbinsel intensiviert. Zusätzlich gibt es unbestätigte Berichte über mögliche Schäden an der saudischen Ost-West-Pipeline.”

IRAN-KRIEG: Donnerschlag! Huthis erobern Mokka! Nimmt Miliz die Weltwirtschaft in Würgegriff?

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman soll US-Präsident Donald Trump vergeblich zu Militärschlägen gegen die Huthis gedrängt haben, wie Axios unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtete. Trump habe die Bitte abgelehnt. Die USA wollen demnach keine direkte militärische Front gegen die Huthis eröffnen und sich weiter auf den Konflikt mit dem Iran konzentrieren. Eine Stellungnahme aus Washington oder Riad lag zu diesen Berichten zunächst nicht vor.

Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde bezog sich am Freitag erstmals auf die aktuellen Ereignisse und betonte, eine Verhandlungslösung mit den USA müsse auch den Jemen beinhalten. Der iranische Vizepräsident Mohammed Resa Aref gratulierte den Huthis zudem zum Vormarsch. Laut der „New York Times“ verleihe die Einnahme der Meerenge durch die Huthis dem Krieg zwischen den USA und dem Iran jedenfalls eine neue Dimension, denn die Islamisten seien nun in der Lage, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu stören. Teheran könnte das wiederum in den Verhandlungen mit den USA nutzen und von Washington größere Zugeständnisse fordern. Iranische Insider bestätigten gegenüber Medien, dass die Angriffe der Huthis direkt von der Revolutionsgarde gesteuert und durch Finanzhilfen, Waffen sowie Berater unterstützt werden, während Teheran eine offizielle militärische Einflussnahme weiterhin abstreitet.”

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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