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Europäische Aktienmärkte starten mit deutlichen Verlusten ins vierte Quartal

Europäische Aktienmärkte sind am Donnerstag mit deutlichen Verlusten in das vierte Quartal gestartet. Belastet von weltweit steigenden Anleiherenditen, schwankenden Ölpreisen und anhaltenden geopolitischen Spannungen verzeichneten die wichtigsten Indizes in Frankfurt, London und Paris spürbare Rückgänge, während Bankenwerte besonders stark unter Druck gerieten.

Der Handelsstart in das finale Jahresviertel brachte an den europäischen Börsen spürbare Abschläge. Der europaweite Leitindex testete dabei eine kritische Unterstützungszone zwischen 1.620 und 1.625 Punkten, wie die Redaktion von Aktien.news analysierte.

Einbruch bei europäischen Banken und an den Rentenmärkten

Besonders hart traf der Ausverkauf den Bankensektor. In London verbuchten die Banken HSBC und Barclays Verluste von jeweils 4,1 Prozent, während Lloyds um 4,5 Prozent nachgab.

Hintergrund dieser Entwicklung ist ein rasanter Anstieg der Staatsanleihenrenditen rund um den Globus. Der globale Ausverkauf trieb die Renditen für 30-jährige britische Staatsanleihen (Gilts) zeitweise auf über 6 Prozent – den höchsten Stand seit Februar 1998.

Europäische Aktienmärkte starten mit deutlichen Verlusten ins vierte Quartal
Foto: Trend

Der Ausverkauf am Anleihemarkt nimmt an Fahrt auf …

Kathleen Brooks, Research-Direktorin bei XTB, via MarketScreener Deutschland

Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen gab um 5,9 Basispunkte nach, nachdem sie zuvor mit 3,6526 Prozent den höchsten Stand seit Juni 2009 erreicht hatte. Kurz vor der Präsentation des Budgetentwurfs für das Jahr 2027 kletterte die Rendite für zehnjährige französische Anleihen indes auf das höchste Niveau seit dem Jahr 2002. Die deutsche Inflation hatte sich im September etwas stärker als erwartet beschleunigt.

Geopolitische Unruhen und die Entwicklung der Ölpreise

Neben den Zinsängsten halten geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Energiemärkte in Atem. Ein Barrel der Referenzsorte Brent zur Lieferung im November wurde zuletzt gut vier Prozent höher gehandelt. Marktanalyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets wies darauf hin, dass die hohen Ölpreise die Sorge vor einem erneuten Preisschub und damit vor einer länger restriktiven Geldpolitik schüren.

Europäische Aktienmärkte starten mit deutlichen Verlusten ins vierte Quartal
Foto: saba.ye

Trotz der angespannten Versorgungslage berichtete Kpler von einer Erholung der Ölexporte aus dem Nahen Osten auf etwa 80 Prozent des Vorkriegsniveaus. Zudem dämpfte ein überraschender Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 922.000 Barrel, auf den Strategen der ING hinwiesen, den unmittelbaren Preisdruck an den Rohstoffmärkten.

Gegenwind für den DAX und Lichtblicke im Technologiesektor

Die Leitbörsen schlossen durchweg im Minus. Der DAX in Frankfurt verlor 1,03 Prozent auf 24.939,35 Zähler. In Paris sank der CAC 40 um 1,62 bis 1,66 Prozent, während der britische FTSE 100 um 1,68 Prozent auf 10.428,27 Punkte nachgab und der EuroStoxx 50 bei 6.175,45 Zählern schloss. Die Schweizerische Nationalbank beließ ihren Leitzins wie prognostiziert bei null Prozent und hob die Teuerungserwartung lediglich minimal an, während der hiesige SMI-Index außerhalb des Euroraums um 1,50 Prozent auf 13.622,85 Punkte absackte.

Im Pharmasektor verzeichnete Bayer starke Verluste mit einem Minus von 5,3 Prozent, da laut JPMorgan-Analyst Richard Vosser die frühen Konsensschätzungen für das dritte Quartal wohl zu hoch sein dürften. Auch Zealand Pharma brach um 6,1 Prozent ein, nachdem Studienergebnisse zum Adipositasmedikament Survodutid von Boehringer Ingelheim veröffentlicht worden waren. Etwas abgehfedert wurde der nachgebende Sektor durch Sanofi; die Papiere des französischen Konzerns stiegen um 0,6 Prozent, wobei Jefferies-Analyst Michael Leuchten betonte, dass die Ausweitung der Kooperation mit Regeneron Pharmaceuticals die Fortschritte unter dem neuen Konzernchef signalisiere und die Aktie attraktiv bewertet sei.

Gegen den schwachen Markttrend konnten sich Technologiewerte behaupten. Sie profitierten von starken Quartalszahlen des US-Halbleiterkonzerns Micron, deren kräftig gestiegene Umsätze und Gewinne die Zuversicht im Zuge des Booms der Künstlichen Intelligenz stärkten. Im STOXX 600 führte Capgemini die Gewinnerliste mit einem Plus von 7,3 Prozent an, nachdem Accenture optimistische Aussichten für das jährliche Umsatzwachstum vorgelegt hatte. Am Freitag richteten sich die Blicke zudem auf den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht, nachdem für September ein Zuwachs von 85.000 neuen Stellen erwartet wurde.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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