Zum Inhalt springen
Welt

Rohde & Schwarz: Festnahmen nach Brandanschlag in München

Am 3. September 2026 ermitteln deutsche Behörden nach einem Brandanschlag auf eine Baustelle des Rüstungskonzerns Rohde & Schwarz in München. Der Vorfall ereignet sich inmitten massiver Sorgen um kritische Infrastruktur in Europa, nachdem Berlin und seine Verbündeten Russland für eine Drohnenattacke und Sabotageakte am Stromnetz verantwortlich gemacht haben.

Brandanschlag auf Rohde & Schwarz in München

Polizeikräfte haben in München den Bereich um die Firmenzentrale des Verteidigungstechnologieunternehmens Rohde & Schwarz abgesichert, nachdem es dort zu einem mutmaßlich politisch motivierten Brandanschlag gekommen ist (Reuters). Das Unternehmen stellt unter anderem Radarsysteme zur Erkennung, Verfolgung und Abwehr von Drohnen her (The Jerusalem Post).

Zwei Verdächtige – eine 28-jährige Frau und ein 38-jähriger Mann aus Bulgarien – wurden laut Angaben der bayerischen Polizei an einer nahegelegenen Tankstelle festgenommen (Reuters). Das Feuer an der Baustelle verursachte nach offiziellen Angaben keinen nennenswerten Schaden, und es wurde niemand verletzt (The Jerusalem Post). Rohde & Schwarz bestätigte einen Einsatz von Polizei und Feuerwehr in der Nähe der eigenen Liegenschaften (Reuters). Der bulgarische Innenminister Iwan Demerdschiew kündigte Kooperation an, lehnte jedoch nähere Details ab (The Jerusalem Post).

Zeitgleich gab das bayerische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft München bekannt, dass bereits am Sonntag im thüringischen Umland ein 33-jähriger Ukrainer festgenommen wurde (Deutsche Welle). Er steht im Verdacht, im Juni das Gelände einer bayerischen Rüstungsfirma ausspioniert und Fotos an ausländische Nachrichtendienste übermittelt zu haben (Deutsche Welle). Ein Münchner Gericht erließ Haftbefehl; Behörden führen den Mann als sogenannten „niedrigschwelligen Agenten“ (Deutsche Welle).”

Stromnetz-Sabotage und Anschlagsversuche in Brandenburg und Köln

Die Vorfälle in Bayern reihen sich in eine Serie von Störungen und Sabotageversuchen an deutscher Infrastruktur ein. Behörden untersuchen zwei Vorfälle an Stromverteilungssystemen als mögliche Sabotageakte (AP News). Am Dienstagweitem Morgen wurden mehrere Sprengvorrichtungen an einer Umspannanlage in der Nähe des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde in Brandenburg entdeckt (AP News). Die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ein (AP News).

Water vapor rises from the cooling towers at the Jänschwalde power plant in Turnow-Preilack, Germany, Wednesday, Sept. 2
Photo: apnews.com

Nur Stunden später legte ein Kurzschluss Stromleitungen am Umspannwerk Bergheim bei Köln lahm (AP News). Sicherheitskräfte stuften die Tat als vorsätzlichen kriminellen Akt ein (AP News).

Symbolic image of a German police car with sirens on, from 2015
Photo: dw.com

Eine Umspannanlage ist das Nervensystem unseres täglichen Lebens. Wer sie angreift, greift nicht nur ein Blechdach an – er greift unser Land, unsere Wirtschaft, unseren Alltag und uns alle an. Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, via AP News

Der Betreiber RWE nahm nach dem Vorfall in Bergheim fünf Braunkohlekraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 4.200 Megawatt vom Netz (AP News). Bis Mittwochmittag liefen zwei Einheiten wieder, während die Reparaturen an den verbleibenden Blöcken nach Behördenangaben für das Wochenende geplant waren (AP News).

Politische Reaktionen und internationale Verflechtungen

Die Häufung sicherheitsrelevanter Zwischenfälle versetzt die Bundesrepublik in Alarmbereitschaft (Reuters). Erst Anfang August hatte die Bundesregierung einen mit Explosivstoffen geladenen Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle Russland zugeschrieben (AP News).

MÜNCHEN: Brandanschlag auf Rüstungskonzern Rohde & Schwarz

Was wir derzeit erleben, ist eine hybride Bedrohung, und wir können daher nicht ausschließen, dass ausländische Mächte dahinterstecken. Jan Redmann, Innenminister von Brandenburg, via AP News

Innenminister Alexander Dobrindt und weitere Sicherheitsbehörden weisen darauf hin, dass sowohl ausländische Akteure als auch inländische linksradikale Extremisten als Täter oder Stellvertreter infrage kommen (Reuters). Ähnlich äußerte sich Herbert Reul für den Fall in Köln (AP News). Zudem rückt die politische Großwetterlage in den Fokus: Am kommenden Sonntag findet im östlichen Bundesland Sachsen-Anhalt eine richtungsweisende Landtagswahl statt, bei der die Alternative für Deutschland (AfD) in Umfragen führt (Reuters).

Police secures the area after a suspected politically motivated arson attack on a construction site outside the headquarters
Photo: Reuters

Die Bundesregierung und ihre europäischen Partner reagieren diplomatisch auf die anhaltenden Spannungen. Während die Europäische Union weitere Sanktionen prüft, kündigte Moskau am Donnerstag die Schließung der dortigen Niederlassungen des Goethe-Instituts an – als Reaktion auf entsprechende Schritte Berlins (Reuters). In Weimar trafen sich unterdessen deutsche, polnische und französische Regierungsvertreter. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul würdigte dabei ein impressive display of solidarity – im Original von Reuters auf Englisch überliefert als Zeichen europäischer Geschlossenheit (Reuters).

Der polnische Außenminister Radosław Sikorski erklärte in Weimar, Warschau habe den russischen Botschafter einberufen, um den russischen Staatsterrorismus scharf zu verurteilen (Reuters). Die russische Botschaft in Warschau wies die Vorwürfe via X als haltlos, unbegründet, durch keinerlei Beweise oder Argumente gestützt und frei erfunden zurück und sprach von einer Provokation zur Eskalation der Beziehungen (Reuters).

Auch im europäischen Ausland wachsen die Sorgen vor geheimdienstlich gesteuerten Sabotageakten. Der dänische Nachrichtendienst PET warnte, dass Russland dänische Bürger über soziale Medien und Gaming-Plattformen rekrutiere, um militärische Ziele und Unternehmen mit Ukraine-Bezug auszuspionieren (The Jerusalem Post).

🔥Brandanschlag auf Rüstungsunternehmen in MünchenIn #deutschnews #nachrichten #irankonflikt
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.