Ein New Yorkster Richter prüft Forderungen nach dem Ausschluss von Generalstaatsanwältin Letitia James als Sonderermittlerin im umstrittenen Missbrauchsfall an der Cornell University. Hintergrund sind kritische Äußerungen in Online-Netzwerken, die von der Verteidigung als Befangenheit gewertet werden. Die juristische Auseinandersetzung erstreckt sich auf mehrere Gerichtsbezirke im Bundesstaat.
Gericht prüft den Antrag zum Ausschluss von Letitia James
Am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, hörte der Sullivan County Supreme Court Judge James R. Farrell, Monticello, die Argumente der Anwälte an. Im Zentrum des Verfahrens steht die Frage, ob die demokratische Generalstaatsanwältin Letitia James wegen früherer Äußerungen von der strafrechtlichen Untersuchung eines mutmaßlichen Gruppenvergewaltigungsfalls an der Cornell University abgezogen werden muss. Der Kläger Gillio Lopes, einer von sieben beschuldigten ehemaligen Studenten der Verbindung Chi Phi, fordert über seine Rechtsbeistände die Disqualifizierung der Behördenleiterin.
Die Verhandlung fand etwa 116 Kilometer beziehungsweise 72 Meilen nordwestlich von Manhattan statt, nachdem der Fall in der Landeshauptstadt Albany eingereicht worden war. Richter Farrell, ein Republikaner und ehemaliger Bezirksstaatsanwalt des Sullivan County, der im Jahr 2019 an das Gericht gewählt wurde, gewährte jeder Seite 30 Minuten Redezeit. Weder James noch Gouverneurin Kathy Hochul nahmen an dem Termin teil, zu dem auch die stellvertretende Generalstaatsanwältin Kaitlin Vigars erschien.
Die Vorwürfe gehen auf ein Zivilverfahren zurück, das im September von einer ehemaligen Studentin unter dem Pseudonym Jane Doe angestrengt wurde. Die Klägerin schildert, sie sei im Oktober 2024 auf einer Party im Verbindungshaus unter Druck gesetzt und durch die Verabreichung von Ketamin handlungsunfähig gemacht worden.
Soziale Medien und Vorwürfe der Voreingenommenheit
Der Auslöser für den aktuellen Rechtsstreit ist ein Beitrag, den James drei Tage vor ihrer offiziellen Ernennung auf der Plattform X veröffentlichte. In dem Post bezog sie sich auf die Schilderungen der Klägerin und erklärte öffentlich ihre Solidarität.

Letitia James erklärte: „Was diese junge Frau ertragen musste, ist schrecklich und inakzeptabel. Ich schließe sie in meine Gedanken und Gebete ein. An sie und an alle Überlebenden: Sie sind nicht allein. Wir stehen an Ihrer Seite.
Miltenberg bezeichnete die öffentlichen Erklärungen als ursprüngliche Sünde des gesamten Verfahrens.
Das Team der Generalstaatsanwaltschaft wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Worte seien eine legitime Bekundung von Empathie gewesen, die keine Befangenheit indiziere. Vor Gericht erklärte die stellvertretende Generalstaatsanwältin Kaitlin Vigars, für eine Disqualifizierung sei der Nachweis von tatsächlicher Voreingenommenheit erforderlich, während sich die Untersuchung erst in einem sehr frühen Stadium befinde.
Ein Sprecher des Büros der Generalstaatsanwältin betonte zudem, dass die Ansprüche der Anwälte ohne Grundlage seien.

Richter bemängelt fehlende Koordination der Beschuldigten
Während der Anhörung äußerte Richter Farrell Skepsis gegenüber beiden Seiten. Er stellte infrage, ob er eine Entscheidung treffen könne, die lediglich einen der insgesamt sieben Beklagten betrifft, ohne dabei unfaire Bedingungen für die anderen Beteiligten zu schaffen. Der Richter betonte, dass es sich nicht um ein Verfahren mit nur einem Beklagten handele, weshalb eine isolierte Entscheidung möglicherweise unfair gegenüber den anderen sechs beschuldigten Männern sei und zu unübersichtlichen, widersprüchlichen juristischen Entscheidungen führen könnte.
Das Gericht setzte dem Anwalt des Klägers eine Frist bis zum 5. November 2026, um zusätzliche Unterlagen zur Position der übrigen Mitbeschuldigten einzureichen. Parallel dazu läuft ein weiteres Verfahren in Tompkins County, wo ein anderer Angeklagter, Winston Lee, ein Gericht gebeten hat, die Beteiligung von James an eventuellen Grand-Jury-Verfahren zu untersagen; eine Entscheidung dazu wird für den 13. November 2026 erwartet.
What this young woman has been forced to endure is horrific and unacceptable. I’m holding her in my heart and in my prayers.To her, and to all survivors: you’re not alone. We stand with you.https://t.co/az4ViQwgy1
Auch die Cornell Faculty Senate befasste sich in dieser Phase mit der Krise und erwog eine nicht bindende Abstimmung über das Vertrauen in die Universitätsleitung.
Universität überträgt Ermittlungsbefugnisse an die Staatspolizei
Unter dem Druck des anhaltenden Skandals hat die Universitätsleitung von Cornell organisatorische Veränderungen angekündigt. Gouverneurin Hochul erklärte, dass künftige Vorwürfe sexueller Gewalt, die ansonsten von der campusinternen Polizei untersucht worden wären, direkt an die New York State Police übergeben werden.
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