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Technik und Wissenschaft

Binance prüft Hackerangriff nach Abfluss gewaltiger Summen

Die Kryptobörse Binance untersucht einen möglichen Hackerangriff, bei dem gewaltige Summen abgeflossen sind. Das Unternehmen stoppte sämtliche Ein- und Auszahlungen, während Partner wie Tether und Circle digitale Vermögenswerte im Wert von rund 2,54 Milliarden US-Dollar einfroren und Behörden sowie Chainalysis die Vorfälle untersuchen.

Milliardenabflüsse und gestoppter Kryptohandel bei Binance

Die weltweit grösste Krypto-Handelsplattform Binance wurde Ziel eines Sicherheitsvorfalls, der am Donnerstagabend gegen 21.14 Uhr zu Geldabflüssen aus mehreren Wallets führte. Zunächst wurden dabei 167.464 Ether-Coins im Wert von rund 388 Millionen Dollar transferiert, gefolgt von weiteren digitalen Vermögenswerten wie Tether-Stablecoins im Wert von etwa 1,6 Milliarden Dollar. Je nach einbezogenen Wallets und digitalen Vermögenswerten liegen die Schätzungen zum möglichen Gesamtschaden zwischen etwa 2,8 und sechs Milliarden Dollar, wobei Binance selbst einen geschätzten Gesamtschaden von rund 6,3 Milliarden US-Dollar nennt.

Als Sofortmassnahme stoppte Binance sämtliche Ein- und Auszahlungen vorübergehend und fror den Kryptohandel ein. Das Unternehmen erklärte auf X, dass es ununterbrochen daran arbeite, das Problem zu beheben, und betonte, dass Binance alle Verluste übernehmen werde. Die Börse versicherte zudem, dass die Kundengelder vollständig sicher seien und über einen Sicherheitsfonds sowie eine vollständig in Bitcoin gehaltene Reserve verfügen, um Nutzer im Falle von Cyberattacken zu schützen.

Millionen- und Milliardensperren durch Tether, Circle und Ripple

Die Krypto-Branche reagierte innerhalb von Stunden auf die verdächtigen Transaktionen und leitete koordinierte Sperrmassnahmen ein. Auch Circle-Chef Jeremy Allaire bestätigte, dass sein Unternehmen in Abstimmung mit den Strafverfolgungsbehörden mehr als 800 Millionen USDC gesperrt habe, wobei eine Hyperdash-Auswertung die insgesamt eingefrorenen Stablecoins auf rund 2,38 Milliarden US-Dollar beziffert. Davon entfallen etwa 1,18 Milliarden USDT auf Ethereum sowie 379 Millionen USDT auf Tron, während rund 730 Millionen USDT bislang noch nicht eingefroren worden sein sollen. Nach Angaben von Binance-Mitgründerin Yi He blockierten darüber hinaus Händler wie Ripple – die Funds in Höhe von rund 200 Millionen US-Dollar festsetzten – sowie World Liberty Financial weitere Vermögenswerte, während Berichten zufolge auch die Kreditplattform Aave ihre Kreditvergaben vorübergehend stoppte.

Die bereits eingefrorene Summe könnte nach Angaben der beteiligten Akteure noch weiter steigen, während Teams gemeinsam mit Ermittlern und Partnern daran arbeiten, weitere Vermögenswerte aufzuspüren.

Changpeng Zhaos Stellungnahme und die ungesicherten Ether-Bestände

Der Gründer von Binance, Changpeng Zhao, der die Börse nicht mehr operativ führt, äusserte sich öffentlich über den Kurznachrichtendienst X zu dem Vorfall.

Binance Hack TN
Foto: blocktrainer.de

Die Kundengelder sind sicher! Es sieht tatsächlich nach einem Hack bei Binance aus. Vielen Dank an Tether und Circle für das schnelle Einfrieren der Gelder in Höhe von rund 971 Millionen beziehungsweise 823 Millionen US-Dollar.

Changpeng Zhao, Binance-Gründer

Trotz der Milliardenblockaden ist ein erheblicher Teil der mutmasslich entwendeten Vermögenswerte nicht von den Sperrmaßnahmen erfasst. Insbesondere die je nach Quelle mehr als 18.000 BTC im Gegenwert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar sowie fast 200.000 ETH im Wert von mehr als 450 Millionen US-Dollar liegen weiterhin beim Angreifer. Beobachter rechnen deshalb damit, dass versucht werden könnte, diese digitalen Münzen über dezentrale Börsen oder andere Dienste weiterzubewegen, um ihre Spur zu verwischen.

Marktreaktionen und die Schätzungen zum potenziellen Rekord-Diebstahl

Ether gab um rund zwei Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 2.238,76 Dollar nach, der BNB-Token fiel in den vergangenen 24 Stunden um mehr als acht Prozent und die Aktien der Kryptobörse Coinbase Global gaben um 4,8 Prozent nach.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.