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Sally Yates leitet Untersuchung zum Umgang der Cornell University mit Missbrauch

Die Cornell University hat die ehemalige kommissarische US-Justizministerin Sally Yates beauftragt, eine Untersuchung zu leiten. Die kommissarische US-Justizministerin Sally Yates soll eine unabhängige Überprüfung des Umgangs der Institution mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und der institutionellen Reaktionen leiten. Dieser Schritt erfolgt nach massiver öffentlicher Kritik und einer Misstrauensresolution der Fakultät infolge einer im September 2026 eingereichten Zivilklage.

Die Universitätsleitung von Cornell gerät nach Vorwürfen einer unzureichenden Aufarbeitung schwerer Missbrauchsvorwürfe massiv unter Druck. Die Trustee-Führung der Universität in Ithaca gab bekannt, dass Sally Yates als ehemalige ranghohe Justizbeamtin eine unabhängige Untersuchung leiten wird. Der Schritt erfolgt im Schatten einer Zivilklage, die im Herbst 2026 das Ausmaß struktureller Mängel auf dem Campus offenlegte.

Die juristischen Vorwürfe im Fall Jane Doe und der Chi Phi Fraternität

Im Zentrum der Aufarbeitung steht eine im September 2026 öffentlich gewordene Zivilklage einer ehemaligen Studentin. Die unter dem Anonymisierungsnamen Jane Doe geführte Klage schildert eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung durch Mitglieder der Chi Phi Fraternität im Oktober 2024. Nach Angaben der Klägerin sei sie damals mit Ketamin betäubt und im Zustand schwerer Alkoholisierung angegriffen worden.

Die Klage benennt sieben männliche Studenten als Beklagte: Matthew Ingalls, Jonathan Newell, Winston Lee, Gillio Lopes, Diego Sarabia, Scott Norris und Scott Kretzschmar.

Die juristischen Schritte und deren interne Vorstufe beschäftigen inzwischen mehrere Institutionen. So deckten Kommunikationsprotokolle auf, dass einige Beschuldigte unmittelbar nach den Ereignissen versuchten, die Vorwürfe intern durch Absprachen einzudämmen. Während die Universität zwei beteiligte Männer nach internen Title-IX-Verfahren im Jahr 2025 ausschloss und andere suspendierte, blieb die strafrechtliche Verfolgung durch lokale Ermittler zunächst aus.

Sally Yates leitet Untersuchung zum Umgang der Cornell University mit Missbrauch
Foto: Yahoo

Interne Untersuchungen, externe Beauftragte und die Rolle von Sally Yates

Die nun beauftragte Sonderermittlung unter der Leitung von Sally Yates soll sämtliche präventiven Maßnahmen, Meldeketten, Disziplinarverfahren und den Umgang der Universitätspolizei mit externen Behörden durchleuchten. Die externe Überprüfung knüpft an frühere, von der Studierendenschaft als unzureichend kritisierte Gremien an, darunter eine im Frühjahr 2025 eingerichtete Taskforce.

Der Fall ist ein prägender Moment in der Geschichte unserer Universität, und wir müssen es besser machen.

Gleichzeitig ernannte die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, die Generalstaatsanwältin Letitia James zur Leiterin der strafrechtlichen Ermittlungen. Hochul erklärte dazu, dass neue Enthüllungen Fragen darüber aufgeworfen haben, wie der Fall anfangs behandelt wurde, und ihr das Vertrauen in die Fähigkeit des Bezirksstaatsanwalts zur Überprüfung genommen hätten. Bezirksstaatsanwalt Matthew Van Houten hatte zuvor am 28. September 2026 eine Erklärung veröffentlicht, in der er die Wiedereröffnung des Kriminalfalls ankündigte und ausführlich darlegte, warum 2024 keine Anklage erhoben worden war.

Die universitäre Verwaltung wehrte sich derweil gegen einzelne online verbreitete Gerüchte, wonach beschuldigte Studenten als alleinige Disziplinarmaßnahme Reflexionsaufsätze schreiben mussten. Gleichzeitig räumte die Hochschulleitung Fehler im Umgang mit den studentischen Belangen ein.

Sally Yates leitet Untersuchung zum Umgang der Cornell University mit Missbrauch
Foto: Slate

Fakultätsreaktionen, Misstrauensvotum und studentischer Protest in Ithaca

Der anhaltende Vertrauensverlust führte zu drastischen Schritten innerhalb der akademischen Selbstverwaltung. Mitglieder des Fakultätssenats brachten eine Resolution für ein Misstrauensvotum gegen die Universitätsleitung ein, um den Druck auf nachhaltige Reformen zu erhöhen. Die Quelle nennt keine genaue Zahl der Unterstützer.

Begleitet wird die institutionelle Krise von Protesten auf dem Campus.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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