Ein geplanter Umzug von Paramount Skydance könnte Kalifornien schwer treffen. Ein durch Politico geleakter Bericht des Institute for Applied Economics der Los Angeles Economic Development Corporation, der von Paramount selbst in Auftrag gegeben wurde, warnt vor drastischen Folgen im Falle des Scheiterns der Fusion mit Warner Bros. Discovery. Demnach drohen dem Bundesstaat der dauerhafte Verlust von rund 28.990 bis 57.980 Vollzeit-Arbeitsplätzen über alle Branchen hinweg sowie Einbußen bei der Wirtschaftsleistung zwischen 10,6 Milliarden und 21,2 Milliarden US-Dollar jährlich.
Mögliche Milliardenverluste und Stellenabbau durch drohenden Paramount-Wegzug
Im Zentrum der Kontroverse steht die umstrittene Transaktion im Wert von 110 Milliarden US-Dollar. Eine Koalition aus zwölf Bundesstaaten unter der Führung des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta sowie die Writers Guild of America versuchen, den Verkauf auf kartellrechtlichen Grundlagen zu blockieren. Als Verhandlungsdruckmittel hat Paramount gedroht, das Studio ganz oder teilweise in einen anderen Bundesstaat wie Georgia, Tennessee oder Texas zu verlegen. Einem Insider zufolge hat das Board von Paramount einen möglichen Umzug bereits für den 1. Oktober gebilligt, wobei Geschäftsführer David Ellison einen Fünfjahresplan für die Verlagerung der meisten Film- und TV-Arbeitsplätze verfolgt.
Gescheiterte Verhandlungen und geplatztes Treffen nach Informationslecks
Die Fronten zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Unternehmen haben sich zuletzt deutlich verhärtet. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta sagte ein für Montag anberaumtes Treffen ab, nachdem Details über vertrauliche Gespräche an die Öffentlichkeit gelangt waren. Bonta bezeichnete diesen Schritt als inakzeptabel und warf der Gegenseite mangelnden guten Willen vor; derzeit seien keine neuen Gespräche angesetzt.

Paramount dementierte jegliche Urheberschaft bezüglich der Indiskretionen. Ein Unternehmenssprecher betonte, man teile Bontas Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Diskussionen und der Berichterstattung über den Deal. Während die US-Börsenaufsicht beziehungsweise das Justizministerium sowie andere große globale Jurisdiktionen den Zusammenschluss bereits genehmigt haben, pochen Bonta und andere Generalstaatsanwälte auf strukturelle Abhilfemaßnahmen. Dazu zählen Forderungen nach dem Verkauf von Kabel-TV-Vermögenswerten – die Unternehmen besitzen gemeinsam über zwei Dutzend Kanäle wie MTV, Comedy Central, Nickelodeon, CNN, TNT und HBO – sowie die Auflage, dass das Filmstudio von Warner Bros. ohne nennenswerte Eingriffe von Ellison eigenständig bleiben soll.
Finanzieller Zeitdruck und drohende Prozesskosten
Für die beteiligten Parteien läuft die Zeit. Ab dem 1. Oktober greift eine sogenannte „ticking fee, bei der Paramount den Aktionären von Warner Bros. Discovery täglich 7 Millionen US-Dollar beziehungsweise etwa 650 Millionen US-Dollar pro Quartal zahlen muss, falls der Deal bis dahin nicht abgeschlossen ist. Sollten sich die Verhandlungen bis zum angesetzten Prozessbeginn im März 2027 hinziehen, drohen dem Studio allein durch diese Gebühren Kosten von mehr als einer Milliarde US-Dollar.

Zusätzlich lastet schwerer politischer Druck auf den Beteiligten. Sowohl Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom als auch Xavier Becerra als aussichtsreicher Kandidat für seine Nachfolge haben sich eingeschaltet, um eine Einigung zu erzielen. Unterdessen bleibt die juristische Auseinandersetzung komplex: Vor US-Distriktrichterin Araceli Martinez-Olguin findet eine Anhörung über einen von Paramount geforderten Bond in Höhe von 1,88 Milliarden US-Dollar statt, um mögliche Verluste abzusichern, falls sich die Transaktion über den Prozess hinaus verzögert.
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