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Unternehmen

Larry Ellison verwirft Plan zum Verkauf von Oracle-Aktien im Wert von Milliarden

Larry Ellison hat seinen erst einen Tag zuvor bekannt gewordenen Plan zum Verkauf von bis zu 50 Millionen Oracle-Aktien im Wert von rund 7,5 Milliarden US-Dollar überraschend wieder verworfen. Laut einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung des Softwarekonzerns wurden unter dem Handelsplan keinerlei Papiere veräußert, und es existieren auch keine weiteren Verkaufsabsichten.

Der Rückzug des 82-jährigen Mitgründers, der weiterhin rund 40 Prozent der Anteile an dem Unternehmen kontrolliert, beendet vorerst einen potenziellen Insiderverkauf. Das Vorhaben war erst am Freitag durch eine Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC ans Licht gekommen (wie CNBC berichtete). Der zugrundeliegende Handelsplan war am 22. Juni adoptiert worden und sollte ursprünglich bis zum 24. Oktober laufen.

Ein Handelsplan nach US-Regeln und seine Marktwirkung

Der von Ellison genutzte Handelsplan nach Regel 10b5-1 ist ein in den Vereinigten Staaten etabliertes Instrument, eine amerikanische „safe harbour“-Regelung ohne europäisches Pendant, da EU-Marktmissbrauchsregeln Managern stattdessen den Handel in den 30 Kalendertagen vor Ergebnissen untersagen. Er erlaubt es Führungskräften, den Verkauf von Aktien im Voraus festzulegen, um sich gegen den Vorwurf des Handels mit vertraulichen Informationen abzusichern, indem genau spezifiziert wird, wie viele Aktien wann verkauft werden. Da solche Pläne jedoch öffentlich gemacht werden müssen, werten Marktbeobachter die Bekanntgabe oft als wichtiges Signal für die Stimmung von Insidern.

Im Fall von Oracle fiel die Veröffentlichung in eine ohnehin angespannte Phase, nachdem Oracle am Donnerstag schrumpfende Bruttomargen gemeldet hatte und die Aktien am Freitag um 1,7% gefallen waren. Das Vorhaben war im Juni noch etwa 8,75B US-Dollar wert gewesen, bevor der Wert nach einem 16-prozentigen beziehungsweise rund 23-prozentigen Rückgang der Aktie im Laufe des Jahres auf etwa 7,5 Milliarden US-Dollar absank.

Oracle erklärte in einer offiziellen Stellungnahme via The Wall Street Journal und Bloomberg, dass im Rahmen dieses Plans keine Oracle-Aktien verkauft worden seien und er keinerlei weitere Absichten hege, seine Oracle-Aktien zu veräußern.

Das Prinzip „Buy, Borrow, Die“ im Wandel der Milliardengeschäfte

Dass Ellison den Plan nun komplett absagt, passt zu seiner historischen Präferenz. Stattdessen setzt er auf eine in der US-Vermögensplanung bekannte Strategie: das von Nachlassplanern sogenannte Prinzip „buy, borrow, die“. Anstatt steuerpflichtige Aktiengewinne zu realisieren, die bei einer Position mit effektiv null Basis einen großen Anteil für den IRS auslösen würden, nutzt er seine Anteile als Sicherheit für Kredite, um persönliche Liquidität zu erhalten – wobei Erben die Aktien später zu einem angepassten Basiswert (step-up in basis) unter IRC Section 1014 erhalten. Oracle hatte im Jahr 2018 sogar eine spezielle Ausnahme für ihn geschaffen, als das Unternehmen Direktoren, Führungskräften und deren Familien das Verpfänden von Aktien als Sicherheit untersagte.”

Larry Ellison verwirft Plan zum Verkauf von Oracle-Aktien im Wert von Milliarden
Photo: thenextweb.com

Cloud-Geschäft und hohe Investitionen in die KI-Infrastruktur

Der Hintergrund dieser milliardenschweren Verflechtungen ist ein massiver strategischer Umbruch bei Oracle selbst. Das Unternehmen hat sich unter Mitwirkung von Ellison von einem Legacy-Software-Anbieter zu einem wichtigen Akteur im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und der entsprechenden Infrastruktur entwickelt, wodurch ein beträchtlicher Schuldenstand aufgebaut wurde.

Larry Ellison verwirft Plan zum Verkauf von Oracle-Aktien im Wert von Milliarden
Photo: CNBC

Mit dem gestrichenen Verkaufsplan bleibt Ellisons Beteiligung von rund 40 Prozent (über 1,1 Milliarden Aktien) unberührt. Ob die finanzielle Belastung durch seine privaten Verpflichtungen – wie etwa die Finanzierung von Jachtkäufen, Rechenzentren oder einer hawaiianischen Insel – in Zukunft erneute Schritte am Kapitalmarkt erfordern wird, bleibt abzuwarten; die aktuellen Börsendokumente zeigen jedoch vorerst keine weiteren Verkaufsabsichten.

Oracle Founder Larry Ellison Adopts Plan to Sell $7.5 Billion in Stock
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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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