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Welt

Huthi-Rebellen treffen Saudi Aramco mit Marschflugkörper

Ein ballistischer Marschflugkörper hat am Dienstag ein Verwaltungsgebäude des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco im ostsaudi-arabischen Dhahran getroffen und einen begrenzten Brand ausgelöst. Die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannten sich zu dem Angriff und forderten Zivilisten und ausländische Schifffahrtsunternehmen zum Verlassen saudischer Energieanlagen auf, während die regionalen Spannungen eskalieren.

Flugkörper trifft Verwaltungsgebäude in Dhahran

Der Angriff auf das Machtzentrum der saudischen Energiewirtschaft traf das Unternehmen im ostsaudi-arabischen Dhahran am späten Dienstagabend. Nach Angaben des saudi-arabischen Energieministeriums entstand in einem administrativen Gebäude ein begrenzter Brand, den Einsatzkräfte rasch unter Kontrolle brachten. Verletzte oder Todesopfer gab es bei dem Vorfall nach offiziellen Angaben nicht.

Der Flugkörper traf die obersten drei Etagen eines Gebäudes, das von der Unternehmensleitung genutzt wird. In den betroffenen Räumen befinden sich unter anderem das Büro des Vorstandschefs Amin Al-Nasser sowie die Abteilung für Öl-Versorgungsplanung und -steuerung. Teile des Daches stürzten ein, nachdem sich das Feuer auf mehrere Stockwerke ausgebreitet hatte. Sechs Quellen berichteten Reuters von lauten Explosionen in der Nähe des Evakuierten Komplexes in Dhahran, während eine Quelle von einer aufsteigenden Rauchsäule berichtete.

Aramco Headquarters Hit as Houthis Widen Saudi Arabia Attacks

Das saudi-arabische Kabinett, das unter dem Vorsitz des de facto herrschenden Kronprinzen Mohammed bin Salman tagte, erklärte vor dem Angriff, dass die Huthis für ihre wiederholten Attacken Konsequenzen tragen müssten. Die jemenitischen Rebellen erklärten hingegen, dass sie ihre Operationen fortsetzen werden. Die vom Iran unterstützte Gruppe drohte damit, dass Angriffe auf Flughäfen und Ölanlagen weitergehen würden. Der Kronprinz hatte zuvor unter anderem den US-Präsidenten Donald Trump kontaktiert und um militärische Unterstützung gebeten, während Washington begrenzte Geheimdienst- und Zielunterstützung leistete, jedoch direkte Luftangriffe ablehnte.

Huthi-Rebellen reagieren auf Angriff

Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz bezeichnete den Angriff als direkte Vergeltung für eine neue Militäroffensive der von Riad unterstützten jemenitischen Regierung. Kurz vor den Einschlägen hatten die Rebellen eine offizielle Warnung ausgesprochen.

Saudi Aramco HQ hit as Houthis & Riyadh trade strikes

Rohölpreise steigen nach Angriff

Die Eskalation hinterließ sofortige Spuren an den internationalen Rohstoffmärkten. Die Preise für Rohöl legten am Mittwoch um mehr als ein Prozent zu. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 1,40 US-Dollar beziehungsweise 1,35 Prozent auf 107,35 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig kletterten die Futures für US West Texas Intermediate (WTI) um 1,24 US-Dollar oder 1,32 Prozent auf 95,38 US-Dollar.

Analysten von JPMorgan erklärten angesichts der Lage, dass sie das weitere Ausmaß des Konflikts derzeit kaum modellieren könnten. US-Präsident Donald Trump kritisierte das Vorgehen der Rebellen scharf und erklärte über soziale Medien, die Huthi würden behaving very badly handeln und wahrscheinlich im Auftrag Irans agieren. Er erinnerte daran, dass die Gruppe lange geschwiegen habe, nun aber in bösartiger Weise versuche, kurz vor Wahlen in den USA die Ölpreise nach oben zu treiben. Der ägyptische Außenminister Badr Abdelatty verurteilte die Angriffe ebenfalls in einem Telefonat mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi und forderte einen sofortigen Stopp der Angriffe auf Saudi-Arabien, da es dafür keinerlei Rechtfertigung gebe. Der ehemalige US-Botschafter Michael Ratney erklärte, dass das Fehlen von Warnungen genau die Nervosität erzeuge, die zu vermeiden versucht werde.

Huthi-Rebellen treffen Saudi Aramco mit Marschflugkörper
Foto: Reuters

Luftverkehr eingeschränkt nach Angriff

Die Luftabwehr des Königreichs stand während der Angriffswellen unter massivem Druck. Regionale Offizielle berichteten, dass Saudi-Arabien angesichts der territorialen Ausdehnung – das Land ist etwa dreimal so groß wie Texas – über knappe Abfangraketen verfügt und es unmöglich sei, alle Drohnen und Raketen abzufangen. Am Mittwoch waren über der Hauptstadt Riad laut Augenzeugen und Berichten des saudi-arabischen Bündnisses mehrere laute Explosionen zu hören, während Trümmer abgefangener Flugkörper auf Wohngebiete fielen.

Saudi Aramco Headquarters Hit During Houthi Attacks
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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