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Welt

Gen-Z-Proteste: Polizei will Anreise von Gewalttätern stoppen

Vor den bundesweiten Gen Z regelt-Protesten am 31. Oktober 2026 kündigt das Bundesinnenministerium an, gewaltbereite Personen bereits an der Grenze abzuweisen. Rund 160.000 Interessierte wollen in mehr als 30 Städten für Bildung, Klimaschutz und gegen soziale Kürzungen demonstrieren, während Initiatoren sich klar von extremistischen Gewalttätern distanzieren.

Für den kommenden Samstag haben die Initiatoren der Bewegung Gen Z regelt zu bundesweiten Demonstrationen aufgerufen, die in mehr als 30 Städten stattfinden sollen. Nach Angaben der Veranstalter haben rund 160.000 Interessierte ihre Teilnahme angekündigt. In Berlin, Köln, Frankfurt und München organisiert die Initiative den Protest eigenständig, während sich Interessierte in über 30 weiteren Städten örtlichen Gruppen anschließen können. Die jungen Menschen gehen unter anderem für bessere Bildung, ein bezahlbares Leben und mehr Klimaschutz auf die Straße. Gleichzeitig richten sie sich gegen Kürzungen im Sozialbereich, Aufrüstung und eine Zunahme der Überwachung.

Die Sicherheitsbehörden bereiten sich unterdessen auf mögliche Störungen vor. Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin mitteilte, will die Bundespolizei gewaltbereite Personen bei Bedarf bereits an der Grenze zurückweisen. Dafür stehen die deutschen Behörden in enger Abstimmung mit Frankreich und Italien, da es dort in den vergangenen Wochen zu gewaltsamen Kundgebungen kam.

Grenzmaßnahmen und die scharfe Trennung zwischen Schülern und Extremisten

Das Bundesinnenministerium betont eine klare Unterscheidung zwischen den friedlichen Schülerprotesten und einer gewaltbereiten extremistischen Szene. Zwar lägen den Bundesbehörden derzeit keine konkreten Erkenntnisse zu gewalttätigen Ausschreitungen bei den Versammlungen vor, doch greifen laut Ministerium neben überwiegend friedlichen Akteuren auch Teile des Linksextremismus und vereinzelt auslandsbezogene Extremisten die Aufrufe auf, um sich an der Mobilisierung zu beteiligen. Die Aufrufe der Jugend betonen jedoch den friedlichen Charakter und distanzieren sich ausdrücklich von den Vorfällen im Ausland.

Auf einer Pressekonferenz in Köln erhoben die Initiatoren schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Herr Merz, wir werden unser Grundrecht zur Versammlung so lange wahrnehmen, bis Sie aufhören, uns zu ignorieren, sagte der 18-jährige Steve. Er vertrete eine Jugend, die sich verlassen fühle und sorge, den Anschluss zu verlieren. Die Regierung Merz habe auf diese Ängste keine andere Antwort, als weiterhin zu kürzen und uns weitere Lasten anzuhängen.

Forderungen nach Mitspracherecht und Reaktionen aus der Politik

Auch in Berlin begründete Mitorganisatorin Veronika Dinter die Proteste mit der prekären Lage junger Menschen, die trotz ihrer Sorgen kein Gehör finden. Die Initiatoren bekräftigten, Gewalt und Sachbeschädigungen strikt abzulehnen, können allerdings nur für die großen Kundgebungen in Städten wie Köln, Berlin, Hamburg und München sprechen.

Sozialforscher mahnen an, die berechtigten Anliegen der Jugend nicht durch die Sicherheitsdebatten aus dem Blick zu verlieren. Kilian Hampel von der Universität Konstanz und Mitautor der Studie Jugend in Deutschland erklärte im Deutschlandfunk, den jungen Leuten dürfe die Berechtigung ihres Protests nicht abgesprochen werden. Sie nähmen zwar die finanziellen Spielräume wahr, erwarteten aber ein echtes Mitspracherecht bei Entscheidungen.

Aus der Politik kommt parteiübergreifend Verständnis. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) rief im Gespräch mit dem Stern dazu auf, laut zu sein und sich zu engagieren, aber jegliche Gewalt abzulehnen. Die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Jasmina Hostert, betonte, es gehe um zentrale Zukunftsfragen, denen man zuhören müsse. Die frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang kritisierte gegenüber ntv, dass vor den Versammlungen primär über Gewalt statt über die Ängste einer in Unsicherheit aufwachsenden Jugend geredet werde. Auch Die Linke solidarisierte sich mit den Kundgebungen; Parteichef Luigi Pantisano nannte den Zeitpunkt für die Proteste genau richtig.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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