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Welt

Flughafen Leipzig: Ermittler finden dritte Drohne und Sprengstoff

Deutsche Ermittler haben im Zusammenhang mit dem versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle eine dritte Drohne sowie rund 50 Gramm des Sprengstoffs Hexogen westlich des Geländes entdeckt. Der Vorfall vom August 2026 rückt ukrainische Frachtflieger und mutmaßliche Sabotagepläne russischer Geheimdienste in den Fokus der Bundesanwaltschaft.

Der mutmaßliche Anschlagsversuch auf den Flughafen Leipzig/Halle im August 2026 zeigt nach Erkenntnissen der Ermittler eine weitaus größere Dimension als zunächst angenommen. August entdeckten Sprengstoffdrohne gehen Sicherheitskreise inzwischen von dem Einsatz mehrerer Fluggeräte aus, wie aus Medienberichten unter anderem von WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung hervorgeht.

Dritte Drohne und Hexogen-Fund im Kabelsketal

Eine entscheidende Wende in den Ermittlungen brachte der Fund einer dritten Drohne. August auf einem Feld im Kabelsketal im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, das unmittelbar an den westlichen Teil des Leipziger Flughafens grenzt. Am Folgetag stießen Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts an der Fundstelle auf eine verdächtige Substanz. Nach ersten Einschätzungen handelt es sich dabei um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen.

Der Flughafen Leipzig/Halle dient als zentraler Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen und Rüstungsgüter für die Ukraine im Krieg gegen Russland. August in der Nähe mehrerer ukrainischer Frachtflugzeuge vom Typ Antonow gefunden worden. Der Zünder dieser Bombe war nach Angaben aus Ermittlerkreisen offenbar defekt.

Mögliche Kollision mit einem DHL-Frachtflugzeug

Die Ermittlungen konzentrieren sich zudem auf einen Zwischenfall in der Luft. Kurz nach dem Fund der ersten Drohne und der darüber angeordneten vorübergehenden Sperrung des Flughafens musste eine landende DHL-Frachtmaschine durchstarten. Das Flugzeug prallte nach übereinstimmenden Medienberichten auf Höhe des Flughafenzauns mit einer Geschwindigkeit von mehreren Hundert Stundenkilometern mit einem Gegenstand zusammen.

Flughafen Leipzig: Ermittler finden dritte Drohne und Sprengstoff
Photo: tagesschau.de

Wenige Sekunden vor dem Aufprall hatten die Piloten ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt im Luftraum wahrgenommen. Bei einer späteren Untersuchung der Maschine in Hannover stellten Ermittler am Leitwerk Beschädigungen fest, die auf einen Zusammenstoß mit einem Fremdkörper hindeuten. Ein gewöhnlicher Vogelschlag wurde ausgeschlossen. Das betroffene Fluggerät selbst wurde möglicherweise in kleinste Teile zerhackt oder stürzte ab; von der vermuteten zweiten Drohne oder Teilen davon fehlt bislang jede Spur.

Politische Reaktionen und Verdacht gegen Russland

Angesichts der neuen Spuren hat sich auch die Bundespolitik eingeschaltet. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich vor Beginn einer Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg scharf zu den Vorkommnissen. Deutschland sei stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer geraten. Die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auf – sie werden dafür bezahlen, erklärte Merz, ohne konkrete Urheber direkt zu nennen. Die Bundesregierung arbeite intensiv an der Zuordnung des Vorfalls.

Flughafen Leipzig: Ermittler finden dritte Drohne und Sprengstoff
Photo: ORF

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt betonte, dass der Vorfall in Leipzig kein Einzelfall sei, sondern in ein größeres Muster passe. Moskau hat jegliche Beteiligung an den Vorgängen öffentlich zurückgewiesen.

Spurensuche in Kursdorf und laufende Ermittlungen

Zusätzliche Anhaltspunkte erhoffen sich die Ermittler von Spuren in der Umgebung des Flughafens.

Die Generalbundesanwaltschaft führt die Ermittlungen wegen eines schwerwiegenden Angriffs auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland.

Dritte Drohne in Leipzig – Ermittler finden weiteren Sprengstoff | #Leipzig #Flughafen #Drohne
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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