Federal Reserve Chairman Kevin Warsh has led the central bank in its first interest rate hike in three years, lifting the benchmark rate by a quarter percentage point to a range between 3.75 and 4 percent. The unanimous decision puts Warsh on a direct collision course with President Donald Trump, who has pushed for looser monetary policy.
Der frisch vereidigte Chef der Federal Reserve, Kevin Warsh, hat am Mittwoch einen geldpolitischen Kurswechsel vollzogen. Im Einklang mit sämtlichen stimmberechtigten Notenbankern beschloss er die erste Anhebung des Leitzinses binnen drei Jahren. Der Zinsschritt von einem Viertel Prozentpunkt hievt die Leitzinsen in die neue Bandbreite zwischen 3,75 und 4 Prozent. Damit setzt sich die Notenbank über die Forderungen von Präsident Donald Trump hinweg, der seit Monaten drastische Zinssenkungen gefordert hatte.
Konfrontationskurs mit dem Weißen Haus und politische Spannungen
Der Schritt treibt die Zentralbank in einen offenen Konflikt mit der Exekutive. Noch im Mai hatte Trump bei einer Zeremonie im Weißen Haus den von ihm handverlesenen Fed-Chef zur totalen Unabhängigkeit ermutigt. Diese Freiheit wird nun auf eine harte Probe gestellt. Vor dem Hintergrund anstehender Zwischenwahlen zeigen Umfragen eine wachsende Wählerunzufriedenheit über die steigenden Lebenshaltungskosten, während das Weiße Haus auf Zinssenkungen drängt, um wirtschaftliche Entlastung zu signalisieren.
Die Reaktionen aus dem Regierungsapparat blieben nicht aus. National Economic Council Director Kevin Hassett erklärte im Vorfeld gegenüber Bloomberg TV, dass der Präsident ein weiteres Vorgehen der Notenbank kommentieren werde. Später zeigte sich Hassett auf Fox News Sunday gemäßigter und betonte, der Präsident werde die Unabhängigkeit des Fed-Chefs im Falle einer Erhöhung verteidigen, auch wenn er darüber nicht glücklich sein werde.
„If it’s a rate hike, then the president – I’m sure he’s not going to be super happy about it, but he will defend the independence of Kevin Warsh above all.“
Kevin Hassett, National Economic Council Director, via usatoday.com
Inflationsdruck als Treiber hinter dem Zinsschritt
Ausschlaggebend für die einhellige Entscheidung der Notenbanker war die hartnäckige Teuerung. Die Notenbank verfehlt ihr Ziel einer jährlichen Teuerung von rund 2 Prozent bereits seit mehr als fünf Jahren.

Warsh begründete den Schritt mit der robusten Verfassung der amerikanischen Wirtschaft, die durch hohe Investitionen und eine niedrige Arbeitslosigkeit gekennzeichnet sei. Vor allem aber liege der Fokus auf der Preisstabilität. „Die schlichte Tatsache ist, dass die Inflation zu hoch ist und das schon viel zu lange, betonte Warsh, der darauf verwies, dass vor allem die ärmsten Bevölkerungsschichten unter steigenden Preisen leiden.
Projektionen der Notenbank und Marktreaktionen
Die Zentralbanker signalisierten in ihren neuen Projektionen, dass weitere Zinsschritte folgen könnten. Zwölf der 18 Notenbanker rechnen in diesem Jahr mit einer zusätzlichen Anhebung, während vier Teilnehmer sogar zwei weitere Schritte für gerechtfertigt halten. Für das laufende Jahr prognostizieren die Währungshüter eine Inflationsrate von 3,7 Prozent, die im kommenden Jahr auf 2,3 Prozent sinken soll, bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent und einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent.
An den Finanzmärkten löste der Schritt spürbare Bewegungen aus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um fünf Basispunkte auf 4,95 Prozent, während zweijährige Treasuries bei 4,64 Prozent rentierten. Führende Aktienindizes gaben nach der Bekanntgabe deutlich nach, nachdem große Wall-Street-Institute wie JPMorgan Chase und TD Bank ihre Prognosen im Nachgang der Inflationsdaten angepasst hatten.
„They really are in a no-win situation where they incur the president’s wrath or diminish their credibility in the markets, with consequences for inflation that are probably more severe down the road.“
Maurice Obstfeld, senior fellow at the Peterson Institute for International Economics, via usatoday.com
In seiner Pressekonferenz lehnte es Warsh ab, direkt auf Trumps Drohungen im Handelsstreit einzugehen. Ökonomen betonen indes, dass der Fed-Chef zwischen politischen Angriffen und der Wahrung der Markt glaubwürdigkeit navigieren muss. Ob der persönliche Draht zwischen dem Präsidenten und dem neuen Notenbankchef die Spannungen dämpfen kann, bleibt angesichts der anstehenden geldpolitischen Weichenstellungen ungewiss.