Zum Inhalt springen
Unternehmen

US-Aktien fallen wegen steigender Anleiherenditen auf den höchsten Stand seit 2002

US-Aktienkurse geraten am Mittwoch unter Druck, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,356 Prozent klettert und damit den höchsten Stand seit April 2002 erreicht. Steigende Ölpreise und die Erwartung weiterer Zinsschritte durch die Federal Reserve belasten die Märkte an der New Yorker Börse.

Renditen auf Höchstständen seit 2002

Am Anleihemarkt setzt sich der Abwärtstrend fort. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe kletterte um mehr als 8 Basispunkte auf 5,356 Prozent. Damit markiert der Wert den höchsten Stand seit April 2002. Auch der 30-jährige Bond legte um mehr als 8 Basispunkte zu und erreichte mit 5,725 Prozent das höchste Niveau seit Mai 2002. Die Verkäufe an den Rentenmärkten treffen auf eine geplante Versteigerung des US-Finanzministeriums. Behörden planen den Verkauf von Staatsanleihen im Volumen von 39 Milliarden US-Dollar an zehnjährigen Noten. Höhere Zinsen verteuern die Neuaufnahme von Schulden für Regierungen spürbar.

Der Terminkontrakt für zehnjährige Staatsanleihen (T-Note-Future) fiel an einem Dienstag um 0,19 Prozent auf 105,97 Punkte. In der Spitze legte die Rendite der zehnjährigen Anleihe bis auf 5,039 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit 2007. Neben den hohen Energiepreisen haben steigende Staatsschulden und hohe Inflationsraten im laufenden Jahr stark zugenommen. Der US-Dollar-Index stieg um 0,75 Prozent auf 100,97 und verzeichnete damit den zweiten wöchentlichen Anstieg in Folge.

Kursverluste an der Wall Street und internationalen Börsen

Die Aktienmärkte reagierten prompt auf die steigenden Kapitalmarktzinsen und den erneuten Anstieg der Energiepreise. Der Dow Jones Industrial Average verlor 340 Punkte beziehungsweise 0,7 Prozent. Der S&P 500 gab um 0,4 Prozent nach, während der Nasdaq Composite um 0,5 Prozent nachgab.

US-Aktien fallen wegen steigender Anleiherenditen auf den höchsten Stand seit 2002
Foto: CNBC

Nancy Tengler, CEO und CIO von Laffer Tengler, bewertet die Entwicklung trotz der Rekorde im Vormonat gelassen. Aktien sind seit Januar günstiger geworden, was ironisch ist, da wir Allzeithochs erreichen, sagte Tengler laut CNBC.

Nancy Tengler sagte gegenüber CNBC: „Es macht mir nichts aus, wenn sich Multiples komprimieren, weil mir das zeigt, dass dieser Bullenmarkt nachhaltig ist und ihn verlängert. Mir gefällt, wo wir für diesen Bullenmarkt stehen, und das Gewinnwachstum treibt letztlich die Performance der Aktienkurse an.

US-Aktien fallen wegen steigender Anleiherenditen auf den höchsten Stand seit 2002
Foto: tradingkey.com

Auch in Europa zeigten sich die Leitindizes deutlich im Minus. Der pan-europäische Stoxx 600 verlor 0,8 Prozent. In Frankfurt sank der DAX um 1,3 Prozent auf 25,116.49 Punkte. Der französische CAC 40 gab um 1 Prozent nach, und der britische FTSE 100 verlor 0,8 Prozent. Die italienische FTSE MIB gab um 1,9 Prozent nach. In Asien schloss der japanische Nikkei 225 um 0,92 Prozent tiefer, während der breiter gefasste Topix um 0,7 Prozent sank. Südkoreas Kospi verzeichnete ein Minus von fast 2 Prozent, und der Kosdaq verlor 2,34 Prozent. Der australische S&P/ASX 200 beendete den Handel unverändert, während der CSI 300 in Festlandchina um 1,51 Prozent fiel. Tokioer Aktien beendeten die Sitzung hingegen mit einem Plus von 0,76 Prozent.

Ölpreise steigen durch geopolitische Spannungen

Zu den Belastungsfaktoren zählen auch die internationalen Rohölnotierungen. Internationales Brent-Öl verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 101,88 US-Dollar pro Barrel. US-Referenzöl legte um 0,6 Prozent auf 89,99 US-Dollar je Barrel zu. Angriffe der jemenitischen Houthi-Rebellen auf militärische Einrichtungen und Flughäfen in Saudi-Arabien halten die geopolitischen Risiken im Nahen Osten hoch.

Erwartungen an die Federal Reserve

Marktteilnehmer richten ihren Blick nun auf die anstehende Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Sitzung der US-Notenbank. Investoren erhoffen sich davon Aufschluss darüber, wie die Währungshüter die Entwicklung von Inflation und Leitzinsen nach dem ersten Zinsschritt seit 2023 einschätzen. Datenanbieter FactSet prognostiziert für die anstehende Berichtssaison, dass Unternehmen im S&P 500 im Jahresvergleich ein Gewinnwachstum von knapp 30 Prozent erzielen könnten.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.