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US-Staatsanleihen erreichen höchsten Renditestand seit April 2002

Am Donnerstag kletterten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,34 Prozent und markierten damit den höchsten Stand seit April 2002. An den internationalen Rentenmärkten sorgten Inflationssorgen, geopolitische Spannungen durch den Iran-Krieg und steigende Energiepreise für einen massiven Ausverkauf von Bonds in den USA, Europa und Asien.

Globale Rentenmärkte unter Druck und US-Renditen auf 24-Jahres-Hoch

An den weltweiten Anleihemärkten hat sich der Ausverkauf dramatisch zugespitzt. Die Rendite für zehnjährige US-Staatspapiere stieg am Donnerstag bis auf 5,34 Prozent und erreichte damit ein Niveau, das es zuletzt im April 2002 gegeben hatte. Noch im September hatte das Papier den größten quartalsweisen Anstieg dieses Jahrhunderts verzeichnet. Auch an anderen großen Finanzplätzen gerieten Staatsanleihen massiv unter Verkaufsdruck: In Großbritannien kletterte die Rendite 30-jähriger Anleihen auf sechs Prozent, den höchsten Stand seit 1998, während in Frankreich die zehnjährigen Papiere nahe an die psychologisch wichtige Marke von fünf Prozent heranrückten.

Hintergrund der Talfahrt an den Rentenmärkten sind hartnäckige Inflationssorgen und die Erwartung, dass die Notenbanken ihre Leitzinsen länger oben halten müssen oder sogar weiter anheben werden. Getrieben wird diese Teuerung vor allem durch den Energiemarkt. Die boomende künstliche Intelligenz und der Bau von Rechenzentren haben zudem den Wettbewerb um Kapital verschärft und die Wachstumserwartungen nach oben geschraubt.

Energiepreise und geopolitische Konflikte als Preistreiber

Die Entwicklung am Energiemarkt bleibt der entscheidende Taktgeber für die Rentenmärkte. Der anhaltende Krieg im Nahen Osten und festgefahrene Gespräche zwischen den USA und dem Iran halten die Rohölpreise auf einem erhöhten Niveau. Internationale Brent-Öl-Futures verteuerten sich auf über 100 Dollar pro Barrel, während US-Crude-Öl bei 91,79 Dollar je Barrel gehandelt wurde.

US-Staatsanleihen erreichen höchsten Renditestand seit April 2002
Foto: theglobeandmail.com

Diese Energieverteuerung treibt die Verbraucherpreise und schürt die Furcht vor einer dauerhaften Teuerung. Wir könnten sehen, dass Anleihekäufer hereinkommen, um effektiv von diesen Renditen zu profitieren, was den Effekt hätte, dass sie nach unten gehen, erklärte Nomi Prins, Gründerin von Prinsights Global, im Fernsehen, betonte jedoch gleichzeitig, dass die Inflation und die Ölpreise für erhebliche Volatilität am langen Ende der Zinskurve sorgen.

Schuldenberge in Industriestaaten und hohe Zinslasten

Neben der Inflation treibt Investoren die Sorge vor der ausufernden Verschuldung vieler Industriestaaten um, insbesondere in den USA, wo die Gesamtverschuldung jüngst die Schwelle von 40 Billionen US-Dollar durchbrochen hat. Das Institut für Internationale Finanzen (IIF) warnte, dass fortgesetzt große Defizite und steigende Zinsausgaben zu Belastungen führen, die man bislang eher von schuldendeklassierten Schwellenländern kenne.

Die 30-jährige US-Staatsanleihe rentiert mit 5,59 % — höchster Stand seit 2002. Steigende Langfristr

Die Dimension dieser Kosten verdeutlichen globale Vergleiche.

Reaktionen der Notenbanken und Umschwung im späten Handel

Trotz der Rekordstände bei den Renditen setzte im späten US-Handel eine spürbare Beruhigung ein. Schnäppchenjäger und professionelle Investoren griffen zu, nachdem sie das Risiko-Rendite-Profil nach den heftigen Ausschlägen der vergangenen Wochen als attraktiv bewertet hatten. Die US-Renditen gaben im Tagesverlauf wieder etwas nach; der zehnjährige Benchmark-Zins sank auf rund 5,24 Prozent.

Unterstützt wurde die Entlastung durch Signale aus der US-Notenbank. Federal Reserve Vice Chair Philip Jefferson erklärte, er sehe trotz seiner Unterstützung für den Zinsschritt im September keine Dringlichkeit für sofortige weitere Schritte.

US-Staatsanleihen erreichen höchsten Renditestand seit April 2002
Foto: CNBC

Auswirkungen auf europäische Märkte und Bundesanleihen

Die Turbulenzen machten auch vor Europa nicht halt. In Deutschland stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen – an der sich unter anderem die Bauzinsen orientieren – auf 3,61 Prozent, nach rund 2,6 Prozent Ende Februar. Frankreich geriet wegen der Vorlage eines neuen Budgetentwurfs besonders in den Fokus der Märkte, wobei die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen sich der Marke von fünf Prozent näherte.

Der Euro geriet im Zuge der Dollar-Stärke ebenfalls unter Druck und fiel gegenüber der US-Währung unter 1,13 Dollar, was den tiefsten Stand seit Mai 2025 markierte. Marktbeobachter richten ihren Blick nun auf die für Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für September, die weiteren Aufschluss über den Zustand der US-Wirtschaft und den künftigen Kurs der Geldpolitik geben werden.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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