Organisiert vom Verein zur Erforschung des Mittelalters in Eggenburg, verwandelt sich die Altstadt der Krahuletzstadt in eine historische Kulisse mit über 200 Ständen, Ritterturnieren und Gauklern.
Die historische Innenstadt von Eggenburg hat sich für ein Wochenende wieder in eine lebendige Ritterstadt verwandelt. Zum 32. Mal lockt die „Zeitreise ins MittelalterZehntausende Besucher an, die das bunte Markttreiben und die historische Atmosphäre erleben wollen.
Vom Trainingsplatz in die historische Altstadt von Eggenburg
Schon zum Auftakt der 32. „Zeitreise ins Mittelalter“ füllte sich der Trainingsplatz des SK Eggenburg, wo die ersten „Ritter“ ihre Zelte aufschlugen und das Lagerleben bei Lagerfeuer und Heimspiel-Atmosphäre ausklingen ließen. Das Wetter konnte dabei machen, was es wollte – die Stimmung blieb standhaft. Am Samstag verlagerte sich das Geschehen schließlich in die historische Innenstadt, die als beeindruckende Bühne für Händler, Gaukler, Akrobaten, Musiker und das Publikum dient.””
Ritter und Gaukler erobern für zwei Tage Eggenburg
Organisiert wird das „Fest“ in der Krahuletzstadt jedes Jahr vom „Verein zur Erforschung des Mittelalters in Eggenburg“ rund um Obmann Dominik Kraft und sein Team. Unter dem Motto „Zeitreise ins Mittelalter“ warteten Gaukler, Ritter, Akrobaten, Musiker und Händler auf das Publikum. Mehr als 200 Stände boten handwerkliche Waren, historische Gewänder und regionale Köstlichkeiten an. Ritterturniere zu Pferd, Schaukämpfe, historische Musik und Tänze sorgten für ordentlich Spektakel. Dazu kamen Fahnenschwinger, ein Badehaus, Münzprägerei, Handwerksvorführungen, Lagerleben und ein Kinderprogramm. Kurz gesagt: Wer hier ohne Abenteuer nach Hause ging, war vermutlich am falschen Tor abgebogen.””
Strenge historische Details und versteckte Moderne
Um eine möglichst authentische Atmosphäre zu schaffen, braucht es neben Zeit und vielen helfenden Händen vor allem ein bisschen Strenge. Regine Willenig vom Organisationsteam des Festes erklärte dazu: „Wir verkleiden zum Beispiel alle Verkehrszeichen, dass man sie nicht sieht. Also alles, was so ein bisschen an die moderne Zeit erinnert, soll in den Hintergrund rücken.
Für eine authentische mittelalterliche Atmosphäre darf daher das passende Gewand nicht fehlen. Josef Linhart aus Klosterneuburg ist als Ritter unterwegs: „Es ist egal, was für einen Beruf du hast, sobald du gewandet bist, zählt das nicht mehr. Es ist egal, ob du jetzt ein Rechtsanwalt, Ingenieur oder ganz normaler Arbeiter bist, es sind alle gleich. Das ist schon eine besondere Verbundenheit.“ Auch für junge Besucher wie die zehnjährige Caroline Dibowski-Lunger ist die gänzlich analoge Auszeit faszinierend: „Weil es keine Autos gibt, keine Handys – die gibt es zwar schon, aber es ist einmal kurz für zwei Tage einfach nicht modern, einfach alt.”
Von der Anreise mit der historischen Bahn bis zur Kostümprämierung
Eggenburg im Mittelalterfieber
Ein besonderes Highlight der diesjährigen Auflage war die Anreisemöglichkeit. Die Krahuletzstadt konnte sogar stilecht mit der Bahn erreicht werden, indem ein historischer Elektrotriebwagen 4061.13 mit zweiachsigen Spantenwagen die Besucher vom Wiener Hauptbahnhof direkt zum Mittelalterfest nach Eggenburg brachte. Nach Rittertum, Markt und Gauklerkunst ging es am Abend wieder zurück nach Wien.

Auch abseits des Marktes gab es einiges zu entdecken. Feuershows, eine mystische Nachtwächterführung, der Pestumzug, Kräuterwanderungen, Stadtführungen und Vorträge erweiterten das Programm. Besonders originell wurde es bei der Kostümprämierung. Eine Fachjury suchte an beiden Tagen die gelungensten Gewandungen und achtete dabei auf Authentizität, Pracht und themenbezogenen Einfallsreichtum. Die Prämierung fand auf der Bühne bei der Pestsäule statt, wobei die Anmeldung beim Fraghäusl erfolgte.
Prominente Gäste und das Ende des Mittelalterfiebers
Unter dem mittelalterlichen Volk tummelten sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten und bekannte Gesichter. Landesrat Anton Kasser, „Hausherrin“ Bürgermeisterin Margarete Jarmer war ebenso dabei wie Stadt- und Gemeinderäte, darunter Werner Oppitz. Arbeiterkammer-Bezirkschef Andreas Riedl von der Arbeiterkammer Horn ließ sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen. Nationalratsabgeordneter Alois Kainz schaute wie jedes Jahr vorbei. Unter den Gästen waren außerdem Sonja und Mario Resch, Elmar Raabl mit seiner Sabrina sowie der Garser Gemeinderat Josef Wiesinger.”
Wenn am Sonntagabend schließlich der letzte Met – der traditionelle Honigwein aus Honig und Wasser – ausgetrunken war, hieß es für Eggenburg wieder Abschied vom Mittelalter. Die Ritter packten ihre Zelte, die Gaukler zogen weiter und die Krahuletzstadt kehrte zurück in die Gegenwart.
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