Präsident Donald Trump hat am Freitag ein historisches Abkommen mit Venezuela verkündet, das den USA die Kontrolle über 65 Milliarden Barrel Ölreserven sichert. Die Vereinbarung, ausgehandelt von Spitzenpolitikern und der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez, soll die amerikanischen Ölreserven mehr als verdoppeln und die Kraftstoffpreise spürbar senken.
Die Vereinigten Staaten haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump den Zugriff auf einen der größten Rohstoffschätze der Welt gesichert. In einer Mitteilung auf der Plattform Truth Social sprach der US-Präsident am Freitag von einer Vereinbarung mit Venezuela, die mehr als 65 Milliarden Barrel nachgeprüfter Ölreserven unter amerikanische Kontrolle bringt. Das Abkommen, das in Absprache mit der geschäftsführenden venezolanischen Präsidentin Delcy Rodríguez erzielt wurde, soll ohne finanzielle Belastung für den US-Steuerzahler umgesetzt werden.
Die Vereinigten Staaten von Amerika hätten soeben ein Abkommen mit dem Land Venezuela über den größten Öldeal in der Weltgeschichte geschlossen, erklärte Präsident Donald Trump über Truth Social.
Die Dimension dieses Rohstoffabkommens sticht in der jüngeren Energiegeschichte hervor. Venezuela verfügt weltweit über die größten nachgewiesenen Ölreserven mit geschätzten 303 Milliarden Barrel im Boden, was etwa 17 Prozent der weltweiten Vorkommen ausmacht, wie Daten der US-Energiebehörde EIA belegen. Bislang förderte der südamerikanische Staat aufgrund jahrelanger Misswirtschaft, Unterinvestitionen und Sanktionen nur rund ein Prozent des globalen Öls. Durch die neue Vereinbarung erhöht sich das den USA potenziell zur Verfügung stehende Rohstoffvolumen nach Angaben des Weißen Hauses auf mehr als das Doppelte.
Verhandlungen unter Beteiligung von Außenminister Rubio und Verteidigungsminister Hegseth
An den Verhandlungen waren maßgeblich Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth beteiligt. Sie arbeiteten eng mit der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez zusammen, um die Partnerschaft aufzubauen. Rodríguez hatte im Januar die Führung des Landes übernommen, nachdem das US-Militär den langjährigen Machthaber Nicolás Maduro in einer Operation gefangen genommen und in die Vereinigten Staaten gebracht hatte, wo er sich seither wegen Drogenteufels und Menschenhandels verantworten muss.

Unter seiner Leitung hätten Außenminister Marco Rubio und Kriegsminister Pete Hegseth in enger Zusammenarbeit mit der hochangesehenen Übergangspräsidentin von Venezuela, Delcy Rodriguez, sowie durch eine Partnerschaft mit der Privatwirtschaft die US-Mehrheit gesichert, erklärte Präsident Donald Trump in einer Erklärung auf Truth Social.
Demgegenüber betonte Rodríguez in Caracas, dass das Abkommen durch die Erschließung von 17 strategischen Feldern zu Steuereinnahmen von insgesamt 209 Milliarden US-Dollar für das südamerikanische Land führen und die wirtschaftliche Wiederbelebung antreiben werde.
Innerratsspezifischer Druck durch den Iran-Krieg und steigende Benzinpreise
Die Bekanntgabe des Vertrages fällt in eine Phase massiven politischen Drucks auf die Regierung in Washington. Der Konflikt mit dem Iran, der vor exakt sechs Monaten begann, hat den Transport von Öl durch die Straße von Hormus stark gedrosselt, durch die vor den Kriegshandlungen rund 20 Prozent des weltweiten Erdöls flossen. Infolgedessen sind die Energiepreise in den Vereinigten Staaten deutlich gestiegen. Der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin lag laut dem Automobilverband AAA am Freitag bei 4,09 US-Dollar, verglichen mit 3,21 US-Dollar im Vorjahr. Zudem sind die strategischen Erdölreserven der USA stark beansprucht worden und sanken im August auf den niedrigsten Stand seit rund 44 Jahren.
Die Vereinbarung zielt darauf ab, diesen Engpass durch den Zuzug von Rohöl aus den venezolanischen Regionen wie dem Orinoco-Gürtel und dem Maracaibo-See zu lindern. Laut Analysen von Medien wie Reuters könnten die Ölfelder jedoch vor erheblichen Herausforderungen stehen.
Rechtliche Hürden und Skepsis der privaten Energiekonzerne
Trotz der politischen Vereinbarung bleiben zahlreiche Fragen zur Umsetzung offen. Beobachter und Analysten weisen darauf hin, dass die Beteiligung privater Unternehmen und die von der US-Seite angestrebte Mehrheitskontrolle von 55 Prozent an einem neuen Joint Venture verfassungsrechtliche Hürden in Venezuela nehmen müssen. Die dortige Verfassung schreibt vor, dass der Staat die Kontrolle über Kernaktivitäten der Ölindustrie behält. Bereits nach der Festsetzung von Maduro hatten US-Ölkonzerne wie ExxonMobil unter Führung von CEO Darren Woods zurückhaltend reagiert und das Land angesichts der beschädigten Infrastruktur als un-investierbar eingestuft.

Die Regierung in Washington treibt die Pläne jedoch mit Nachdruck voran, um kurz vor den anstehenden Zwischenwahlen im Herbst eine verlässliche Rohstoffquelle zu erschließen und die Kraftstoffkosten für die Verbraucher im Inland zu senken.
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