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Welt

Hohe Energiekosten: Worauf sich Verbraucher einstellen müssen

Steigende Energiepreise infolge der Eskalation im Nahen Osten treiben die Kosten für deutsche Haushalte und US-Verbraucher stark nach oben.

Energie verteuert sich in Deutschland so stark wie seit Jahren nicht

Die Spannungen im Nahen Osten schlagen voll auf den Energiemarkt durch und verunsichern Verbraucher in Deutschland unmittelbar vor der kommenden Heizperiode. Nach Angaben von Destatis verteuerte sich Energie für Haushalte im August um 10,5 Prozent. Großhändler haben ihre Preise inzwischen so kräftig erhöht wie seit Februar 2023 nicht mehr.

An den Börsen treiben vor allem Angebotssorgen durch Lieferausfälle aus Fördergebieten im Nahen Osten die Kurse. Der europäische Erdgas-Terminkontrakt TTF stieg zeitweise um über fünf Prozent und erreichte in Amsterdam mit 83,75 Euro je Megawattstunde den höchsten Stand seit Ende 2022. Damit hat sich der Gaspreis im Laufe dieses Jahres fast verdreifacht. Neben den geopolitischen Spannungen setzt auch der Zeitdruck europäischen Ländern zu, die niedrigen Füllstände der Gasspeicher vor dem Wintereinbruch bei gleichzeitig wachsendem Wettbewerb um Flüssigerdgas aufzufüllen.

Konkrete Mehrkosten für Haushalte bei Gas und Strom

Für Endverbraucher schlagen sich diese Beschaffungskosten, die rund 50 Prozent des Gaspreises ausmachen, bereits spürbar nieder. Im September 2025 lag der durchschnittliche Haushaltspreis bei 11,14 Cent pro Kilowattstunde, während er aktuell bei rund 12,52 Cent liegt — ein Preisanstieg von etwa zwölf Prozent.

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Vergleichsportal, zitiert von der ARD-Finanzredaktion

Zusätzliche Brisanz birgt die Situation für Neukunden. Die Neukundenpreise bilden die Großhandelspreise besonders schnell ab und sind seit Februar um über ein Drittel angestiegen, erklärt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Während Bestandskundentarife langsamer reagieren, prognostiziert der Experte, dass diese früher oder später ebenfalls steigen werden. Beim aktuellen Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich, so Storck. Der Anbieter 1KOMMA5° hält im schlimmsten Fall sogar Preise von mehr als 15 Cent pro Kilowattstunde für möglich, falls Versorger die gestiegenen Einkaufspreise vollständig weiterreichen.

Im Stromsektor zeigt sich ein differenziertes Bild. Zwar kletterte der Großhandelspreis für Strom infolge der Eskalation zu Wochenbeginn laut Bundesnetzagentur auf mehr als 256 Euro pro Megawattstunde und erreichte am Montagabend in der Spitze rund 740 Euro. Im Monatsdurchschnitt lag der Strompreis im September bei 147 Euro je Megawattstunde und damit etwa 75 Prozent höher als im Vorjahr. Grund für den Preissprung ist vor allem, dass der höhere Strombedarf durch den Einsatz teurer Gaskraftwerke gedeckt werden muss und die Photovoltaik-Erzeugung am Abend abnimmt.

Dennoch sind feste Tarife für Stromkundinnen und -kunden bislang stabil. Im Bereich Strom sind die höheren Kosten für Öl und Gas, die sich indirekt auch auf die Strompreise auswirken, noch nicht bei den Haushalten angekommen, teilt Verivox mit. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis sank im September im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht von 34,63 Cent auf 32,29 Cent pro Kilowattstunde.

Globale Kettenreaktionen und US-Einzelhandelspreise

Die weltweiten Verwerfungen durch die Iran-Konflikte und zusätzlich verschärfende Effekte des Klimaphänomens El Niño bleiben indes nicht auf den Energiesektor beschränkt. Auch in den Vereinigten Staaten bekommen Verbraucher die Nachwirkungen zu spüren.

Hohe Energiekosten: Worauf sich Verbraucher einstellen müssen
Photo: cryptobriefing.com

Jüngste Daten des Verbraucherpreisindex zeigen, dass die US-Bekleidungspreise im August einen Anstieg von 3,62 Prozent im Jahresvergleich verzeichneten. Obwohl sich die monatlichen Veränderungen zuletzt etwas beruhigten, deuten die anhaltenden Belastungen bei Energie und Logistik auf weitere Preiserhöhungen im Einzelhandel hin. Beobachter richten ihren Blick daher verstärkt auf geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten, Wetterphänomene wie El Niño sowie kommende Berichte von Energieorganisationen wie der OPEC und der Internationalen Energieagentur, um die künftige Preisdynamik bei Rohöl und Rohstoffen einzuschätzen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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