Zum Inhalt springen
Nachrichten

Den Haag: Rechtsextreme Randalieren Bei Verbotener Demonstration

Bei einer Demonstration von rund 500 Rechtsextremen unter dem Motto Wir sind das Volk ist es am Samstag im Zentrum von Den Haag zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Behörden verboten den Protestmarsch und setzten Schlagstöcke, Hunde sowie Wasserwerfer ein, nachdem Teilnehmer antisemitische Parolen skandierten und Einsatzkräfte mit Feuerwerk bewargen.

Die Kundgebung in den Niederlanden war ursprünglich als Marsch durch die Stadt geplant gewesen, um gegen die Einwanderungspolitik der Regierung zu protestieren. Laut Polizeiangaben versammelten sich rund 500 Personen im Stadtzentrum von Den Haag. Schon nach dem Beginn der Ausschreitungen in einem Park und am Versammlungsplatz zogen die Behörden die Reißleine: Der geplante Protestzug wurde verboten und die sofortige Auflösung der Demonstration angeordnet.

Gewaltsame Ausschreitungen und antisemitische Parolen in Den Haag

Demonstrierende attackierten die Einsatzkräfte gezielt mit Feuerwerkskörpern und weiteren Wurfgeschossen. Die niederländische Polizei reagierte auf die Angriffe mit Hunden, Wasserwerfern und dem Einsatz von Schlagstöcken. Polizeiangaben zufolge wurden insgesamt 24 Personen festgenommen.

Nach Angaben von Regierungsvertretern gingen die Verfehlungen der Teilnehmer weit über friedlichen Protest hinaus. Justizminister David van Weel teilte im Onlinedienst X mit, dass Demonstrierende den Hitlergruß zeigten und antisemitische Parolen skandierten. Er lobte das entschlossene Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Gewalt und die Angriffe auf die Bereitschaftspolizei.

Es ist wichtig, entschlossen gegen die Szenen vorzugehen, von denen Hitlergrüße, antisemitische Parolen, Gewalt gegen die Polizei und das Bewerfen der Bereitschaftspolizei mit Feuerwerkskörpern ausgegangen sind.

David van Weel, Justizminister der Niederlande

Politische Reaktionen und scharfe Verurteilung durch Regierungschef Rob Jetten

Auch der niederländische Regierungschef Rob Jetten bezog auf der Plattform X Stellung zu den Ereignissen vom Samstag. Er warfte den Kundgebungsteilnehmern vor, gezielt die Konfrontation mit den Beamten gesucht zu haben. Dabei betonte er, dass die gezeigten rechtsextremen und antisemitischen Parolen abscheuliche Züge trugen.

Bei einer vorgezogenen Parlamentswahl im Oktober 2025 hatte die linksliberale D66 mit Spitzenkandidat Rob Jetten äußerst knapp vor den Nationalpopulisten der PVV von Geert Wilders gewonnen, nachdem dessen Koalition nach nur elf Monaten zerbrochen war. Bereits im September 2025, kurz vor der Wahl, war es in Den Haag bei Kundgebungen für eine härtere Asylpolitik zu ähnlichen Ausschreitungen gekommen.

Hintergrund der verschärften Asyl- und Migrationsdebatte in den Niederlanden

Die aktuelle Regierung hat Einschnitte im Sozial- und Gesundheitssystem, höhere Verteidigungsausgaben sowie Maßnahmen zur Linderung der Wohnungsnot angekündigt. Gleichzeitig steht die Bewältigung der Probleme im Asyl- und Migrationsbereich ganz oben auf der politischen Agenda.

Obwohl die Kundgebung unter dem Motto Wir sind das Volk offiziell als Protest gegen diese Regierungspolitik angemeldet worden war, führten die gewaltsamen Eskalationen und das offene Zeigen verbotener nationalsozialistischer Symbole zu einem sofortigen Durchgreifen der Justiz- und Polizeibehörden in Den Haag.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.