Angesichts schwerer Dürren und drohender Überschwemmungen durch das Wetterphänomen El Niño hat die bolivianische Regierung am Samstag, den 31. Oktober 2026, einen landesweiten Notstand ausgerufen, um finanzielle Mittel und Rettungskräfte schneller bereitzustellen.
Bolivianischer Präsident Rodrigo Paz hat das Dekret unterzeichnet, das den Koordinierungsaufwand zwischen staatlichen Behörden, dem Militär und der Polizei drastisch verkürzen soll. Die Maßnahme zielt darauf ab, den akuten Wassermangel in mehreren Regionen des Landes einzudämmen und Hilfsprogramme für die betroffene Bevölkerung anzulaufen. Die Regierung reagiert damit auf Berichte, die das Ausmaß der Wetterkrise im Land dokumentieren.
78.000 betroffene Familien und Tausende Rinder in Not
Ein aktueller Regierungsbericht zeigt die dramatischen Folgen der Trockenheit. Demnach sind in sechs der insgesamt neun Departements des südamerikanischen Landes rund 78.000 Familien von den Folgen des Wassermangels betroffen. Gleichzeitig hat die Dürre nach Angaben der Regierung zum Verlust von mehr als 75.000 Rindern geführt, da es an Viehfutter mangelt.
Präsident Paz betonte bei seiner Ansprache an die Nation, dass die Gefahrenlage im Land unmittelbares Handeln erfordere.

Präsident Rodrigo Paz sagte: „Dies wird ein Phänomen sein, das sehr schwerwiegende Auswirkungen in Form von Dürren und Überschwemmungen haben wird, und wir brauchen die Zusammenarbeit aller Institutionen.
Einem Bericht der bolivianischen Regierung zufolge hat die Dürre in sechs der neun Departements des Landes mindestens 78.000 Familien getroffen und den Verlust von mehr als 75.000 Rindern verursacht, während Behörden zudem vor möglichen Überschwemmungen und Erdrutschen beim Beginn der Regenzeit gewarnt haben.
Globale Prognosen zum El-Niño-Zyklus
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) meldete eine nahezu 100-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Bedingungen bis Februar 2027 anhalten. Die Wetterlage in Bolivien steht im Kontext eines weltweiten Klimaphänomens, das sich im Pazifischen Ozean entwickelt hat.
Die Erwärmung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik stört die globalen Wind- und Niederschlagssysmeme. Wissenschaftliche Prognosen gehen davon aus, dass der aktuelle Zyklus zu den extremsten in der aufgezeichneten Geschichte gehören könnte.
Wissenschaftler prognostizieren, dass das Phänomen weltweit mehr als 450.000 Todesfälle verursachen könnte, wobei ärmste Länder am schwersten getroffen werden, und verweisen darauf, dass sich die Auswirkungen bis weit in das Jahr 2027 hineinziehen können, während die atlantische Hurrikantätigkeit tendenziell unterdrückt und die Aktivität im Pazifischen Ozean verstärkt wird.

Die Vereinten Nationen warnten vor weitreichenden Schäden in Lateinamerika, Afrika, Asien und im Pazifikraum. Neben der Dürre in Bolivien verzeichnen Nachbarländer ebenfalls extreme Wetterbedingungen. In Peru forderten Waldbrände infolge hoher Temperaturen mindestens 12 Menschenleben, während Chiles Hauptstadt Santiago den regenreichsten Oktober ihrer Geschichte erlebte, und in der Region Santa Cruz im Dezember 2025 Dutzende Menschen durch Überschwemmungen getötet wurden.
Einsatz von Rettungskräften vor der Regenzeit
Neben den anhaltenden Dürreperioden wächst die Sorge vor plötzlichen Starkregenfällen, Sturzfluten und Erdrutschen, da die reguläre Regenzeit beginnt. Die unterzeichnete Notstandsverordnung ermächtigt die Behörden, zusätzliche Rettungsteams in die am stärksten gefährdeten Regionen zu entsenden und finanzielle Ressourcen unkompliziert freizugeben. Der Klimaforscher und UN-Berichte weisen darauf hin, dass die Auswirkungen des Phänomens ihren klimatischen Höhepunkt gegen Ende 2026 erreichen werden.
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