Ein historisch starkes El-Niño-Ereignis treibt die globalen Temperaturen nach oben und sorgt für weltweit extreme Wetterbedingungen. Während Forscher vor Zehntausenden Hitzetoten bis Februar 2027 warnen, verzeichnet der Meteorologische Dienst in Großbritannien zwar deutlich nassere und stürmischere Bedingungen, weist jedoch weitreichende Spekulationen über flächendeckenden Schnee und einen extremen Wintereinbruch zurück.
Rekordstarkes El-Niño-Ereignis treibt globale Temperaturen und extreme Wetterphänomene
Das natürliche Klimaphänomen im Pazifischen Ozean setzt derzeit enorme Mengen an Wärme in die Atmosphäre frei und beeinflusst damit die Wettermuster rund um den Globus. Nach Angaben von der BBC entwickelt sich El Niño kontinuierlich weiter und gilt nach einigen Messungen bereits als das stärkste Phänomen dieser Art seit Beginn der Aufzeichnungen. Die gewaltigen Wassermassen im tropischen Pazifik haben sich über dem Durchschnitt erwärmt und verändern die großräumigen Wind- und Druckverhältnisse nachhaltig.
Das britische Met Office betont, dass das aktive Wetterphänomen sämtliche bisherigen Benchmarks übertroffen hat, noch bevor es seinen eigentlichen Höhepunkt erreicht. Professor Adam Scaife, Leiter der Langfristvorhersage beim Met Office, erklärte dazu in einer Mitteilung, dass die Entwicklung schon seit Monaten als beispiellos eingestuft worden sei. Die Wissenschaftler prüfen nun, ob die tatsächlichen Wetterfolgen proportional zur enormen Stärke des Ereignisses ausfallen werden.

Professor Adam Scaife erklärte: „Wir weisen seit Monaten darauf hin, dass der sich entwickelnde El Niño ein beispielloses Ereignis sein wird.
Wissenschaftler warnen vor extremen Temperaturen und prognostizieren hohe Opferzahlen
Die weltweiten Folgen dieses Super-El-Niño könnten gravierend sein. Ein neuer Bericht des Climate Impact Lab prognostiziert, dass infolge extremer Hitze und unvorhersehbaren Wetters mehr als 450,000 Menschen sterben könnten. Die Forscher beschreiben die Situation so, dass das Klimaphänomen die Menschheit in die Zukunft drückt und Temperaturen aussetzt, die im normalen Verlauf erst in zwei Jahrzehnten Standard wären.
Allein in den kommenden sechs Monaten bis Februar 2027 rechnen die Wissenschaftler weltweit mit 239,000 hitzebedingten Todesfällen.
- Die Philippinen, Vietnam, Thailand und Kambodscha stehen vor schätzungsweise 19,400 Todesfällen durch extreme Hitze.
- Die globalen Ländertemperaturen werden nach Berechnungen in den kommenden Monaten um 1,2 Grad Celsius über dem normalen Durchschnitt liegen.
Das Met Office bewertet die Risiken für stürmisches Herbstwetter im Vereinigten Königreich
Im Vereinigten Königreich sorgt die Grosswetterlage vor allem für eine stark erhöhte Wahrscheinlichkeit von nassem und windigem Herbstwetter. Der Drei-Monats-Ausblick des Met Office beziffert die Wahrscheinlichkeit für eine warme und nasse Periode auf das anderthalb- bis zweifache des üblichen Niveaus. Gleichzeitig korrigiert die Behörde drastische Medienberichte, die einen landesweiten Frost, extreme Kälteeinbrüche oder eine 551 Meilen lange Wand aus Regen und Schnee angekündigt hatten.

Klimaforscher untersuchen zudem, ob die in den späten Wintermonaten freigesetzten Energiewellen zu einer Störung des stratosphärischen Polarwirbels führen könnten. Ein solcher Effekt erhöht zwar statistisch das Risiko für kältere Arktisluft, doch betont das Met Office, dass dies keineswegs einen verlässlichen Indikator für flächendeckenden Schnee in den kommenden Wochen darstellt.
Ein Blick auf die historische Einordnung zeigt die Komplexität dieser Prognosen. Der als Big Freeze bekannte extreme Winter 2009/2010 fiel zwar ebenfalls mit einem El Niño zusammen, doch der Winter 2006/2007 erlebte bei gleicher Ausgangslage ungewöhnlich milde Temperaturen. Das bekannte Sturmereignis Beast from the East ereignete sich im Jahr 2018 sogar während einer La-Niña-Phase, also unter völlig entgegengesetzten klimatischen Bedingungen. Aus diesem Grund bleibt eine konkrete Prognose für winterlichen Tiefschnee im Vereinigten Königreich trotz der globalen Rekordwerte unsicher.
Auch interessant