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Gesundheit

Achtjähriges Mädchen aus Louisiana stirbt an seltener Gehirnamöbe

Ein achtjähriges Mädchen aus Louisiana ist am Wochenende nach einer Infektion mit der seltenen, meist tödlichen Amöbe Naegleria fowleri gestorben. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass sich das Kind beim Schwimmen im Lake Claiborne im Norden des Bundesstaates infizierte.

Lillian Smart aus Ruston verstarb am Samstag im Krankenhaus – nur einen Tag nach ihrem achten Geburtstag. Die Familie gab den Verlust am Sonntag in einem öffentlichen Beitrag auf Facebook bekannt und bestätigte damit die tragische Entwicklung, die den US-Bundesstaat in den vergangenen Tagen erschütterte.

Letzten Abend lief Lillian aus unseren Armen in die Arme Jesu. Die Verletzungen ihres Gehirns waren zu schwer für ihren kleinen Körper, um sich davon zu erholen. Jeder hat alles getan, was er konnte, um sie hier zu behalten. Daniel und Rebecca Smart, Eltern von Lillian Smart

Der Infektionsherd am Lake Claiborne und die erste bestätigte Infektion seit 2013

Die Louisiana Department of Health gab bereits in der Vorwoche bekannt, dass im Bundesstaat erstmals seit 2013 wieder eine bestätigte Infektion mit dem Einzeller registriert worden war. Die Behörden identifizierten den Lake Claiborne im Norden Louisianas als den wahrscheinlichsten Ort der Ansteckung, wie unter anderem lokale Medien berichteten. Das Gesundheitsministerium nannte aus Datenschutzgründen zunächst keine Patientennamen; Verwandte und Freunde bestätigten die Identität des Kindes jedoch im Nachgang.

Laut Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gelangt der Mikroorganismus über die Nasenschleimhaut in den Körper, wenn kontaminiertes Wasser beim Schwimmen oder Tappen hochgedrückt wird. Von dort aus wandert die Amöbe in das Gehirn und ruft die sogenannte primäre amäbische Meningoenzephalitis (PAM) hervor. Die Betroffenen leiden anfangs unter Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit, bevor schwerwiegendere neurologische Symptome wie Halluzinationen und Gleichgewichtsstörungen einsetzen.

Äußerst seltene Fälle und fast durchgehend tödlicher Verlauf

Infektionen mit Naegleria fowleri sind statistisch gesehen extrem selten, jedoch von verheerender Schwere. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden gab es in den Vereinigten Staaten zwischen 1937 und 2025 lediglich rund 180 bestätigte Fälle. Bundesweit werden im Jahresdurchschnitt weniger als zehn Diagnosen gezählt, wobei die Infektion nach Behördenangaben nahezu immer tödlich verläuft.

Achtjähriges Mädchen aus Louisiana stirbt an seltener Gehirnamöbe
Photo: Kfvs12

Der Erreger gedeiht vor allem in warmem Süßwasser wie Seen, Flüssen und Teichen. Aktiv wird er vor allem bei Wassertemperaturen, die dauerhaft über 25 Grad Celsius (77 Grad Fahrenheit) liegen. Zwar traten historische Häufungen vor allem in den Sommermonaten der südlichen US-Staaten auf, doch verzeichneten Wissenschaftler in den letzten Jahren vereinzelt auch Fälle in nördlicheren Regionen wie Maryland, Indiana und Minnesota.

Das Louisiana Department of Health betonte, dass der Organismus in der Natur frei vorkommt und es keine routinemäßigen Umwelttests für Gewässer gibt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt, und das Verschlucken von Wasser führt nach Angaben von Experten ebenfalls nicht zu einer Infektion.

Anteilnahme in Ruston und Solidarität der lokalen Gemeinschaft

Lillian Smart war seit dem 15. August im Krankenhaus in Behandlung. Noch während sie im Krankenhaus lag, setzte in ihrer Heimatstadt Ruston eine Welle der Unterstützung ein. Nur sechs Tage nach ihrer Krankenhauseinweisung veranstaltete die Gemeinde eine Spendenaktion unter dem Titel Love for Lillian, an der sich zahlreiche lokale Geschäfte und Gastronomiebetriebe beteiligten, um die Familie finanziell zu unterstützen.

Achtjähriges Mädchen aus Louisiana stirbt an seltener Gehirnamöbe
Photo: NBC News

Sie ist einfach immer ein fröhliches Kind. Sie ist überall glücklich, wo sie hingeht. Jedes Mal, wenn man sie sieht, hat sie ein Lächeln im Gesicht. Patricia Willis, Inhaberin von The Children’s Shoppe & Peach Lemonade

Auch auf politischer Ebene drückten Amtsträger ihr Mitgefühl aus. Gouverneur Jeff Landry schrieb auf der Plattform X, er sei tief betroffen über die Nachricht von Lillians Tod. Die Familie bat in ihrer Erklärung die Öffentlichkeit darum, besonders für die Brüder sowie für die Angehörigen zu beten, die trotz ihrer Trauer eine bemerkenswerte Stärke zeigten.

8-jähriges Mädchen aus Ruston stirbt nach Kampf gegen seltene Gehirnamöben-Infektion
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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