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Gesundheit

Achtjährige stirbt an hirnfressender Amöbe nach Bad im Lake Claiborne

Eine achtjährige aus Ruston im US-Bundesstaat Louisiana ist an einer seltenen Infektion mit einer hirnfressenden Amöbe gestorben. Gesundheitsbehörden hatten zuvor eine Ansteckung bestätigt, die nach einem Bad im Lake Claiborne aufgetreten war. Die Erkrankung verläuft trotz extrem niedriger Fallzahlen fast immer tödlich.

Lillian Smart verstarb am Samstag im Krankenhaus in Ruston, nur einen Tag nach ihrem achten Geburtstag. Die Familie gab den Verlust auf der öffentlichen Facebook-Seite Love for Lillian bekannt und drückte in einer emotionalen Erklärung ihre tiefe Trauer aus. Das berichteten unter anderem britische Medien unter Berufung auf die sozialen Medien der Angehörigen.

Letzte Nacht lief Lillian aus unseren Armen in die Arme von Jesus. Die Verletzungen an ihrem Gehirn waren zu schwer, als dass sich ihr kleiner Körper davon hätte erholen können. Familie Smart, über die Seite Love for Lillian

Die Louisiana Department of Health hatte bereits am 19. August offiziell bestätigt, dass sich ein Einwohner des Bundesstaates mit Naegleria fowleri infiziert hatte. Nach Angaben von Gesundheitsbeamten erfolgte die Exposition mit hoher Wahrscheinlichkeit während des Badens im Lake Claiborne im Claiborne Parish, kurz bevor die Patientin erkrankte.

Krankheitsverlauf und medizinischer Hintergrund von Naegleria fowleri

Der Erreger verursacht eine primäre amöbische Meningoenzephalitis (PAM). Dabei handelt es sich um eine extrem seltene Infektion des zentralen Nervensystems. Sie entsteht, wenn kontaminiertes Wasser in die Nase gelangt und die Amöbe von dort aus in das Gehirn wandert. Eine Ansteckung durch das reine Trinken von verunreinigtem Wasser ist laut den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ausgeschlossen.

  • Starke Kopfschmerzen und Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Später Nackensteifigkeit, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit

In der Regel setzen die Beschwerden rund fünf Tage nach dem Kontakt mit dem Erreger ein. Die Krankheit führt den vorliegenden Daten zufolge innerhalb von ein bis zwei Wochen zum Tod. Statistiken der CDC verdeutlichen die Dramatik: Rund 97 Prozent aller Patienten, die an PAM erkranken, überleben die Infektion nicht.

Statistiken, Verbreitung und lokale Reaktionen in Ruston

Infektionen mit Naegleria fowleri sind im gesamten Bundesgebiet der Vereinigten Staaten äußerst selten. Seit dem Jahr 1937 wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden erst rund 180 Fälle dokumentiert. Die Amöbe gedeiht vor allem in warmem Süßwasser wie Seen, Flüssen oder Teichen und tritt in den südlichen Bundesstaaten während der Sommermonate auf. In gut gewarteten, gechlorten Schwimmbädern oder in Salzwasser kommt der Organismus hingegen nicht vor.

Girl, 8, dies after suspected brain-eating amoeba infection from lake swim
Photo: Fox News

Experten weisen darauf hin, dass die Erwärmung der Gewässer im Zuge des Klimawandels dazu führt, dass der Parasit vermehrt auch in Regionen im Norden und Westen der USA auftaucht, in denen er früher unüblich war. Für Louisiana dokumentieren die Aufzeichnungen der Gesundheitsbehörde vor dem aktuellen Fall drei Todesfälle in Verbindung mit dem Erreger seit 2011. Damals starben zwei Menschen nach der Verwendung von ungekochtem Leitungswasser zum Ausspülen der Nasennebenhöhlen, während ein weiterer Fall im Jahr 2013 einen Jungen betraf, der auf einer Wasserrutsche gespielt hatte.

In der Heimatstadt der Verstorbenen, Ruston, löste das Schicksal des Mädchens eine große Welle der Anteilnahme aus. Mehr als zwei Dutzend lokale Unternehmen unterstützten die Familie, indem sie einen Teil ihrer Einnahmen spendeten, um den Angehörigen in der Krise beizustehen.

Reaktionen von Politik und offizielle Einordnung

Achtjährige stirbt an hirnfressender Amöbe nach Bad im Lake Claiborne
Photo: CIDRAP
8-jähriges Mädchen aus Nord-Louisiana stirbt nach Infektion mit seltener hirnfressender Amöbe
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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