Russland und die Ukraine haben sich am 13. und 14. September 2026 gegenseitig mit hunderten Drohnen angegriffen. Dabei kam es zu Treffern nahe der polnischen Grenze sowie an Energie- und Verkehrsinfrastruktur. Während US-Präsident Donald Trump eine Einigung über einen Stopp von Angriffen auf Energieanlagen verkündete, bleiben beide Seiten skeptisch.
Die Angriffe der vergangenen Tage unterstreichen die unverminderte Härte des Konflikts, der im September 2026 bereits mehr als vier Jahre dauert. Wie ukrainische und polnische Stellen berichteten, weiteten sich die Kampfhandlungen zuletzt auch auf Grenzgebiete zur NATO aus. Allein innerhalb von 24 Stunden zählte der ukrainische Generalstab 863 von Russland abgeworfene Drohnen. Auf der Gegenseite meldete das russische Verteidigungsministerium den Abschuss von 389 ukrainischen Flugkörpern über verschiedenen Regionen, darunter Tatarstan und der besetzten Halbinsel Krim.
Drohneneinschläge nahe der polnischen Grenze und Gegenmaßnahmen der NATO
Im Grenzgebiet zu Polen kam es zu kritischen Zwischenfällen. Nach Angaben polnischer und ukrainischer Behörden zielten russische Angriffe auf die Region an der NATO-Ostflanke. Ein polnischer Grenzschutzsprecher erklärte, dass eine russische Drohne einen Lkw nahe dem Grenzübergang Dorohusk-Yahodyn traf und das Fahrzeug zerstörte. Der Grenzübergang selbst blieb unbeschädigt, und der Verkehr läuft nach Angaben der Grenzpatrouillen weitgehend normal weiter, während auf polnischer Seite keine Verletzten zu beklagen waren.
Zusätzlich wurde ein nach Warschau fahrender Personenzug in der Ukraine nahe der Grenze getroffen. Wie der staatliche Bahnbetreiber Ukrsalisnyzja mitteilte, schlug ein Flugkörper in der Lokomotive in der Region Wolyn ein, etwa zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Dank rechtzeitiger Warnungen eines Überwachungsteams kamen auch hier keine Menschen zu Schaden.
Die polnischen Streitkräfte reagierten umgehend auf die Bedrohung. Laut dem polnischen Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erfassten Radarsysteme etwa ein Dutzend strahlgetriebene Drohnen vom Typ Geran-5 im Westen der Ukraine. Polnische F-16-Kampfjets, Hubschrauber und ein Saab-Frühwarnflugzeug sicherten daraufhin den Luftraum, wie der Minister auf der Plattform X bestätigte. Eine Verletzung des polnischen Luftraums habe es nicht gegeben, obwohl die operierenden Drohnen zeitweise nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt operierten.
Trumps Ankündigung eines Energiedeals und die Reaktionen in Kiew
Mitten in diese Eskalation platzte die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, wonach sich die Ukraine und Russland auf einen Verzicht gegenseitiger Angriffe auf Energieanlagen verständigt hätten. Trump erklärte auf seinem Online-Dienst Truth Social, dass beide Konfliktparteien zugestimmt hätten, die jeweiligen Energiesektoren zu verschonen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete diesen Vorstoß in seiner abendlichen Videoansprache als nachdrücklichen Vorschlag
, signalisierte jedoch unter Bedingungen Gesprächsbereitschaft. Kiew fordert von den internationalen Partnern handfesten Garantien, dass Moskau sich an eine solche Vereinbarung hält. In einer späteren Stellungnahme auf Telegram zeigte sich Selenskyj jedoch skeptisch gegenüber der Vertragstreue der russischen Seite.

Wenn dies der erste deeskalierende Schritt sein kann, ein Schritt zur Beendigung der russischen Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur und unserer Angriffe als Reaktion, ist die Ukraine bereit, die Deeskalation zu unterstützen. Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Trotz der verkündeten Feuerpause meldeten lokale Behörden am Morgen des 15. September weitere Angriffe. So traf eine Drohne eine Tankstelle in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, während auch in anderen Bereichen Lagerhallen beschädigt wurden, wie der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte.
Verstärkter Druck auf die Bahninfrastruktur und zivile Opfer
Nicht nur Energieanlagen, auch die zivile Verkehrsinfrastruktur gerät immer stärker unter Beschuss. Der Chef der ukrainischen Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja, Oleksandr Perzowskyi, erklärte gegenüber Medien, dass die russischen Angriffe auf das Schienennetz praktisch ununterbrochen andauerten. Die Intensität nehme exponentiell zu, und jede Woche sei in der Regel schlimmer als die vorherige.
In den Regionen forderten die Angriffe zudem Menschenleben. Russische Drohnenschläge trafen unter anderem Treibstofflastwagen nahe dem AKW Saporischschja, wobei nach Angaben des Rosatom-Chefs Alexey Likhachev zwei Menschen getötet wurden. In der russischen Region Tatarstan meldeten die Behörden in der Stadt Nischnekamsk ebenfalls zwei Tote und zwölf Verletzte durch ukrainische Drohnenangriffe. In Odesa wurden bei nächtlichen Angriffen mindestens neun Personen verletzt.
Diplomatische Sondierungen und Nordkoreas Bündnissignal an Moskau
Auf diplomatischer Ebene laufen derweil Beratungen über mögliche Folgeschritte. Kremlsprecher Dmitri Peskov erklärte, dass dreiseitige Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten im Oktober stattfinden könnten. US-Unterhändler reisten zu Gesprächen nach Kiew und Moskau, während der Kreml und das Weiße Haus Kontakte auf höchster Ebene hielten. Auch ein mögliches Treffen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Miami im Dezember steht im Raum.
Ungeachtet dieser diplomatischen Kontakte festigt Moskau seine militärischen und politischen Allianzen im Hintergrund. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bekräftigte in einer Botschaft an Wladimir Putin zum Nationalfeiertag die Absicht, die Zusammenarbeit in umfassender Weise auszubauen. Kim erklärte zudem, dass es sich dabei um einen heiligen Krieg zur Verteidigung der Sicherheitsinteressen des Landes und der internationalen Gerechtigkeit handele, und sicherte dem russischen Präsidenten seine unverbrüchliche Unterstützung zu.
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