September 2026, eine von der Regierung unter Donald Trump angestrebte, weitreichende Einschränkung der Briefwahl für die bevorstehenden Wahlen zum Kongress vorerst blockiert. Die Entscheidung ermöglicht es den US-Bundesstaaten, Briefwahlunterlagen nach den bisherigen Verfahren zu versenden.
Rund ein Drittel der gesamten Wählerschaft in den Vereinigten Staaten nutzt diesen Weg zur Stimmabgabe.
<Gerichtliche Entscheidung und juristische Begründung
>>Gerichtliche Entscheidung und juristische Begründung
In seiner knappen Anordnung hielt das Gericht fest, dass die Regierung keine hinreichenden Aussichten auf Erfolg in der Hauptsache gegen die vorherige einstweilige Verfügung eines bundesstaatlichen Bezirksgerichts habe.
Richter Brett Kavanaugh unterstützte in einer abweichenden Begründung zwar die Einschätzung, dass die Regierung inhaltlich durchaus Aussichten auf Erfolg haben könnte, bewertete jedoch die Umsetzung kurz vor dem Wahltag als unzulässig. Seiner Ansicht nach wäre eine Anwendung so kurz vor dem Urnengang arbitrary and capricious in violation of the Administrative Procedure Act because state and local election officials do not have sufficient time to reasonably implement the rule before the elections, wie Berichte darlegen.
applying the rule in the 2026 elections would be arbitrary and capricious in violation of the Administrative Procedure Act because state and local election officials do not have sufficient time to reasonably implement the rule before the elections. Justice Brett Kavanaugh, Supreme Court via The Guardian
Demgegenüber vertraten Richter Samuel Alito und Richter Clarence Thomas eine abweichende Haltung. Alito machte in seinem Sondervotum die klagenden Bundesstaaten dafür verantwortlich, durch langwierige juristische Prozesse selbst die zeitliche Enge erzeugt zu haben.
<Hintergrund der geplanten Post-Einschränkungen
>>Hintergrund der geplanten Post-Einschränkungen
Der Streit geht auf eine exekutive Anordnung zurück, die am 31. März von Donald Trump erlassen worden war. Sie sah vor, dass die Postverwaltung den Versand von Briefwahlunterlagen an registrierte Wähler stoppen sollte, sofern diese nach Abgleich mit den Datenbanken des Ministeriums für Innere Sicherheit als nicht berechtigt eingestuft wurden. Zudem sollten Bundesstaaten ein einheitliches Umschlagformat einführen und Wählerlisten über ein Online-Portal einreichen.
Kritiker warnten vor drastischen Konsequenzen. Ein interner Whistleblower-Bericht hatte offengelegt, dass das von den Behörden entworfene Online-Portal unzureichend funktionierte und ein einzelner Fehler beim Barcode dazu führen konnte, dass ganze Briefwahl-Chargen vernichtet würden. Bürgerrechtsgruppen, 23 demokratisch geführte Bundesstaaten sowie der District of Columbia hatten daraufhin Klage eingereicht. Sie argumentierten, der Präsident besitze verfassungsrechtlich keine Befugnis, derartige Vorgaben für die Durchführung von Wahlen zu erlassen.
<Reaktionen von Amtsträgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen
>>Reaktionen von Amtsträgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen
Wahlverantwortliche in betroffenen Bundesstaaten warnten vor unüberwindbaren organisatorischen Hürden. In Bundesstaaten wie Alabama, North Carolina und Wisconsin hatte der Versand von Briefwahlunterlagen bereits begonnen, während das neue System noch gar nicht einsatzbereit war.

Der demokratische Staatssekretär Steve Hobbs aus Washington begrüßte die Entscheidung und erklärte, dass die Arbeiten für eine sichere und genaue Durchführung des Wahlprozesses ohne chaotische Umstellungen fortgesetzt werden könnten. In Arizona betonte der demokratische Staatssekretär Adrian Fontes, wie wichtig es sei, den gegensätzlichen Ansatz von Zugänglichkeit und Sicherheit bei Wahlen zurückzuweisen. Die stellvertretende Gouverneurin von Utah, Deidre Henderson, eine Republikanerin, erklärte auf Social Media, dass die Wähler nun darauf vertrauen könnten, dass die Abstimmung normal ablaufe.
Today, the Supreme Court refused to allow the federal government to throw our elections into chaos just weeks before Election Day. General Letitia James via The Guardian
Kritiker wie die NAACP-Generalberaterin Kristen Clarke bezeichneten den Vorstoß der Regierung als versuchten Eingriff in die Briefwahl kurz vor den Wahlen. Das Urteil lässt die bestehenden Regelungen für die anstehenden Kongresswahlen vorerst unverändert in Kraft.
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