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Bitcoin schwankt nach Fed-Zinsangst zwischen 77.000 und 80.000 USD

The reversal followed Federal Reserve remarks that lifted September rate-hike expectations and triggered a massive options expiration on Deribit.

Die jüngste Kursentwicklung von Bitcoin zeigt einmal mehr, wie schnell makroökonomische Impulse und Derivate-Aktivitäten den Kryptomarkt bewegen können. Nach einem gescheiterten Ausbruchsversuch über die Marke von 81.000 USD am 28. August rutschte die Krypto-Leitwährung zurück und pendelt seitdem in einer engen Handelsspanne. Marktbeobachter richten ihren Blick nun auf die Frage, ob die Marke von 77,000 USD verteidigt werden kann oder ob ein Test tieferer Kursregionen bevorsteht.

Jackson-Hole-Rede und Zinsangst belasten den Kurs

Der abrupte Stopp der Aufwärtsbewegung ging unmittelbar mit Äußerungen von Kevin Warsh einher, dessen Bemerkungen beim Treffen in Jackson Hole die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von rund 40 Prozent auf etwa 55 Prozent ansteigen ließen. Warsh betonte, dass die Federal Reserve ihre Arbeit noch nicht getan habe, falls die Inflation nicht wie erhofft auf ihr Ziel zurückkehre.

Diese Neueinschätzung des Zinsumfelds drückte Bitcoin noch vor Handelsschluss unter die psychologisch wichtige Marke von 80,000 USD. Damit wurde ein Bereich, den Käufer zuvor kurzzeitig zurückerobert hatten, direkt wieder in einen Widerstand verwandelt. Unmittelbar notiert der Kurs nun in der Nähe von 78,000 USD, eingeklemmt zwischen der Unterstützung bei 77,000 USD und dem Widerstand bei 80,000 USD.

Optionen-Ablauf auf Deribit und das Ende der ETF-Zuflüsse

Zusätzliche Dynamik erhielt das Wochenendgeschehen durch ein gigantisches Verfallsdatum an den Terminbörsen. Rund 81,700 Bitcoin-Optionen im Gesamtwert von etwa 6,44 Milliarden USD liefen auf der Deribit-Plattform aus. Dieser massive Positionsblock hatte zuvor dazu beigetragen, den Kurs über die Woche hinweg nahe zentraler Marken zu stabilisieren.

Das Verhältnis von Kauf- zu Verkaufsoptionen lag bei 0,83, wobei das meiste Interesse bei den Calls konzentriert um 75,000 USD und 80,000 USD lag — genau jene zwei Marken, die nun den Unter- und Oberschatten des Wochenendhandels definieren. Erschwerend kommt hinzu, dass in den USA gehandelte Spot-Bitcoin-ETFs eine Serie von neun aufeinanderfolgenden Tagen mit Nettozuflüssen bis zum 27. August verzeichneten, die sich auf rund 3 Milliarden USD beliefen. Über das Wochenende pausiert diese Nachfrage allerdings, da die ETF-Emissions- und Rücknahmestelle dem regulären Wochentagskalender des US-Aktienhandels folgt.

Wochenendhandel über CME und die charttechnischen Marken

Eine entscheidende Neuerung verändert in dieser Phase das Wochenendgeschehen: Die Terminbörse CME wickelt den Handel weitgehend rund um die Uhr ab und wird lediglich von einem kurzen wöchentlichen Wartungsfenster unterbrochen. Regulierte institutionelle Derivate können dadurch direkt auf Samstags- oder Sonntagsbewegungen reagieren, noch bevor am Sonntagabend die traditionellen Globex-Märkte öffnen. Damit fällt zwar einer der stärksten Nachfragekanäle durch die geschlossenen Spot-ETFs weg, während gleichzeitig der Futures-Markt voll aktiv bleibt.

Auf der Oberseite fungiert die Marke von 80,000 USD als entscheidender Auslöser. Ein nachhaltiger Rückeroberungsschritt würde signalisieren, dass Käufer den hawkishen Schock verdaut haben.

  • Ein bestätigter Bruch der Unterstützung bei 77,000 USD eröffnet den Weg in den Bereich zwischen 75,000 USD und 75,500 USD.
  • Darüber hinaus liegt eine tiefere Auffangzone im Bereich von 72,000 USD bis 73,000 USD.
  • Auf der Oberseite öffnet ein Sprung über das Tageshoch vom 28. August bei rund 81,300 USD die Zone zwischen 82,000 USD und 83,000 USD.

Gegensätzliche Bankenprognosen und technischer Rahmen

Die kurzfristige Nervosität trifft auf unterschiedliche langfristige Einschätzungen großer Finanzinstitute. Die Citigroup hatte im Juli ihr Zwölfmonats-Kursziel von 112,000 USD auf 82,000 USD gesenkt, die ETF-Zuflussannahmen auf null reduziert und ein rezessionsgetriebenes Bärenmarktszenario bei rund 53,000 USD verortet. Damit deckt sich die genannte obere Zielzone der Bank direkt mit dem Preisbereich, den Bitcoin aktuell auf dem Weg nach oben erst wieder überwinden muss.

Bitcoin schwankt nach Fed-Zinsangst zwischen 77.000 und 80.000 USD
Photo: cryptonews.net

Deutlich optimistischer blickt hingegen Bernstein auf den Markt und prognostiziert für die kommenden Jahre deutlich höhere Notierungen, was den Rahmen für langfristige Entwicklungen absteckt. Ob sich kurzfristig die Bären mit einem Test der 75,000-USD-Marke durchsetzen oder die Bullen das Steuer im fortlaufenden Wochenendhandel herumreißen, entscheidet sich an den genannten charttechnischen Schlüsselmarken.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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