Dow-Jones-Futures fielen nach einem verlängerten Feiertagswochenende am Dienstag um mehr als 300 Punkte. Grund dafür sind steigende Ölpreise nach neuen Angriffen in Westasien sowie anhaltende Sorgen über die US-Geldpolitik und steigende Anleiherenditen. Die Märkte verdauen wichtige Konjunkturdaten vor der Zinsentscheidung der Notenbank in der kommenden Woche.
Nach dem arbeitsfreien Tag zum Labor Day nahm der Handel an der Wall Street am Dienstag mit deutlichen Abschlägen Fahrt auf. Während die Futures des Dow Jones Industrial Average zeitweise um über 300 Punkte nachgaben, verzeichneten die Kontrakte für den S&P 500 und den technologielastigen Nasdaq ebenfalls spürbare Verluste, während die S&P 500 und der Nasdaq auch mit Angaben wie 20 Punkten Rückgang beschrieben wurden. Der Auslöser für den schwunglosen Handelsstart liegt in einer Gemengelage aus geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und wachsender Nervosität an den Rentenmärkten, nachdem US-Märkte am Freitag nach einem besser als erwarteten Arbeitsmarktbericht für August mit einem Minus von 270 Punkten beim Dow Jones endeten, während S&P 500 und Nasdaq nahe der flachen Linie schlossen.
Ölpreise klettern nach neuen Angriffen im Nahen Osten
Die Rohölpreise gerieten erneut stark unter Aufwärtsdruck, nachdem die USA und Iran Angriffe ausgetauscht hatten – zum ersten Mal seit Wochen. Die Notierungen für Brent-Rohöl näherten sich dadurch zum dritten Mal in diesem Jahr der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, während Multiple Medienberichte von der Financial Times und Bloomberg darauf hinwiesen, dass Saudi Aramcos Anlagen in Jazan erneut unter Beschuss geraten seien, auch wenn es dafür keine unabhängige Bestätigung und keine Schätzungen zum Schaden oder den Verantwortlichen gab.

Analysten warnen vor weiteren Preissteigerungen bei einer Eskalation der Lage. Goldman Sachs erklärte am Montag, dass Rohölpreise bei einer Ausweitung und Intensivierung der Schifffahrtsangriffe in der Straße von Hormus wieder in Richtung 120 US-Dollar je Barrel steigen könnten. Hedgefonds zeigten sich zuletzt so bullish gegenüber Brent wie seit Mai nicht mehr, während ihre Netto-Long-Positionen beim US-Ölvarianten WTI den höchsten Stand seit Juni erreichten. Gleichzeitig blieben Berichte bestehen, dass der Iran signalisierte, ein Abkommen mit Oman zur Regelung der Straße von Hormus stehe in der Endphase.

Die anhaltende Lage und Berichte über anhaltende Spannungen prägen das Marktumfeld, wobei US-Futures in frühen europäischen Börsenzeiten schwächer tendierten, nachdem sie in der vorherigen Sitzung dank weicher Inflationsdaten zugelegt hatten, welche neue Hoffnungen weckten, dass die Federal Reserve die Zinsen auf ihrer Sitzung im nächsten Monat unverändert lässt. Öl stieg in diesem Kontext durch anhaltende Spannungen im Nahen Osten an, während die USA drohten, eine Seeblockade des Iran unbegrenzt aufrechtzuerhalten, und US-Schatzsekretär Scott Bessent Erwartungen für Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolierung
des Iran anheizte.
Steigende Anleiherenditen setzen Aktienmärkte unter Druck
Neben den Energiekosten treiben vor allem die Renditen von Staatsanleihen die Investoren um. Am Rentenmarkt wachsen die Sorgen wegen der Fiskalpolitik und der Inflation, die über dem Ziel der Notenbank verharrt. Wie Analysten der Danske Bank in einer Notiz anmerkten, erhöhen die höheren Kreditkosten den Druck auf die öffentlichen Finanzen, da der Schuldendienst bereits die Verteidigungsausgaben übersteige.

Finanzinstitute haben bereits deutliche Warnungen ausgesprochen. So wies die Société Générale darauf hin, dass das Erreichen von 5,5 Prozent bei der 10-jährigen Anleihe Aktieninvestoren brechen und eine negative Reaktion in den Märkten auslösen würde, während JPMorgan und Barclays ähnliche Warnungen früher bereits beim Erreichen der 5-Prozent-Marke ausgesprochen hatten.
Goldpreise, Zentralbankkäufe und der Blick auf die Inflation
Trotz leichter Korrekturen halten sich die Goldpreise in der Nähe der Marke von 4.400 US-Dollar je Feinunze, wie aus Marktdaten hervorgeht, obwohl Gold laut Berichten auf dem Weg zu einem wöchentlichen Verlust war. Bemerkenswert bleibt das Verhalten der chinesischen Zentralbank, die laut offiziellen Daten ihre Goldreserven im August den 22. Monat in Folge aufstockte und weitere 650.000 Unzen erwarb.
Anleger blicken nun gespannt auf die anstehenden makroökonomischen Berichte in den USA für den Rest der Woche. Am Donnerstag wird der Erzeugerpreisindex (Producer Price Inflation) veröffentlicht, gefolgt vom Verbraucherpreisindex-Druck (Consumer Price Inflation) am Freitag, der den letzten Bericht vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve in der kommenden Woche darstellt.