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Welt

USS Abraham Lincoln erreicht nach Rekordeinsatz Hafen von Laem Chabang

Nach einem rekordverdächtigen und von Strapazen geprägten Einsatz im Nahen Osten hat der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln am Mittwoch, dem 2. September 2026, den Hafen von Laem Chabang in Thailand angelaufen. Der Stopp markiert den ersten echten Landgang der Besatzung nach mehr als neun Monaten auf See.

Die Besatzung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln hat nach einem monatelangen, kräftezehrenden Einsatz im Nahen Osten thailändischen Boden betreten. Die Ankunft am Mittwoch im Hafen von Laem Chabang in der Provinz Chonburi bot tausenden Marinesoldaten eine dringend benötigte Erholung nach einer der längsten ununterbrochenen Einsatzzeiten in der Geschichte der US-Marine.

Ein historischer Einsatz und seine Spuren am Schiff

Der Flugzeugträger war im November des Vorjahres ursprünglich für eine sechs- bis siebenmonatige Mission aus San Diego ausgelaufen, wurde jedoch im Zuge des US-Krieges gegen den Iran zum zentralen Kampfschiff und musste seine Präsenz massiv verlängern. Insgesamt verbrachte das Schiff mehr als 250 beziehungsweise 286 Tage ununterbrochen auf See, wie aus Berichten der Nachrichtenagentur Associated Press hervorgeht.

Die lange Dienstzeit ging nicht spurlos an dem Kriegsschiff vorbei. Beobachtern zufolge zeigte sich der Rumpf stark rostet, besonders an der Wasserlinie und am Rand des Flugdecks, wo Kampfflugzeuge und Hubschrauber stationiert sind, was das Schiff dringend reif für einen neuen Anstrich erscheinen ließ.

Capt. Dan Keeler, Kommandant der USS Abraham Lincoln, erklärte dazu, dass dies bei einem langen Einsatz normal sei und sie keine weiteren Kommentare abgeben würden.

Auf die Frage nach den kritischen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der die Rekordverlängerung des Einsatzes als not nearly long enough bezeichnet hatte, reagierte der Kommandant nüchtern. Er erklärte dazu, der Präsident spreche für sich selbst und das sei seine Meinung dazu.

Belastung und Moral an Bord im Fokus

Der langwierige Einsatz im Nahen Osten war von Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln sowie wachsenden Sorgen um die psychische Verfassung der Besatzung überschattet worden. Viele Familien und Soldaten beklagten die enorme Isolation auf See, die bei einigen die Bereitschaft zur Verlängerung des Militärdienstes stark beeinträchtigt hat.

The USS Abraham Lincoln arrives at the port in Laem Chabang, Chonburi, Thailand
Photo: sandiegouniontribune.com

Petersen Jr.

Auch Angehörige übten Kritik an den anhaltenden Belastungen.

Erleichterung und emotionale Wiedersehen in Thailand

Trotz der Strapazen überwog beim Einlaufen in den thailändischen Hafen zunächst die Erleichterung. Zur Strike Group gehören neben dem Flugzeugträger auch der Zerstörer USS Frank E. Petersen Jr., der im nahegelegenen Hafen von Sriracha anlegte, sowie der Lenkwaffenkreuzer USS Robert Smalls, der in Map Ta Phut in der benachbarten Provinz Rayong stationiert wurde.

USS Abraham Lincoln erreicht nach Rekordeinsatz Hafen von Laem Chabang
Photo: cbsnews.com

Für die rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten bot sich in dem Badeort Pattaya die Gelegenheit für Erholung und den Kontakt zu nachgereisten Familienangehörigen. Unter ihnen war auch Shakeira Fairfax aus Paterson im US-Bundesstaat New Jersey, die nach monatelanger Ungewissheit ihre Tochter Jada wieder in die Arme schließen konnte.

USS Abraham Lincoln arrives in Thailand after roughly nine months at sea

Shakeira Fairfax, Angehörige eines Crewmitglieds, äußerte, dass es eine unsichere und angstmachende Zeit gewesen sei, die definitiv schwierig war. Sie betonte jedoch, dass ihre Tochter ein Unterstützungsnetzwerk habe, da ihre Freunde den Kontakt zu ihr gesucht hatten und sogar eine ihrer guten Kindheitsfreundinnen ebenfalls vor Ort sei, sodass es für sie eine Zeit gewesen sei, zusammenzuhalten und darauf zu vertrauen und zu glauben, dass es ihr gut gehen würde.

Die thailändischen Behörden verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen in der Region, während die lokalen Geschäfte und Hotels einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung durch den Landurlaub der Besatzung erwarten. Der Flugzeugträger selbst soll im Anschluss an den Aufenthalt den Rückweg nach San Diego antreten, wo die Rückkehr für den Spätseptember oder frühen Oktober 2026 erwartet wird. Die im Pazifik stationierte USS George Washington hatte den Verband im August im Nahen Osten abgelöst.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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