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Technik und Wissenschaft

Partielle Mondfinsternis am Freitag in Deutschland zu sehen

Astronomiefans in Deutschland und Schleswig-Holstein blicken auf ein ereignisreiches Himmelsjahr 2026. Nach der partiellen Sonnenfinsternis vom 12. August wandert am frühen Freitagmorgen, den 28. August 2026, eine partielle Mondfinsternis durch den Erdschatten, während Sternwarten bereits auf weitere Höhepunkte wie den Venus-Durchgang im September vorbereiten.

Partielle Mondfinsternis am Freitagmorgen

Zwei Wochen nach dem himmlischen Schauspiel der Sonnenfinsternis folgt am Freitag, 28. August, eine partielle Mondfinsternis. Eine derartige Abfolge beider Ereignisse ist an sich keine Seltenheit und wird in der Astronomie als Finsternissaison bezeichnet. Weniger häufig kommt es hingegen vor, dass beide Himmelsereignisse von denselben Regionen aus beobachtet werden können.

Eine Mondfinsternis ereignet sich ausschließlich bei Vollmond, wenn Sonne, Erde und Mond annähernd auf einer Linie stehen. Dabei schiebt sich die Erde direkt zwischen Sonne und Mond, wodurch der Mond in seiner Umlaufbahn den Erdschatten kreuzt. Dass dies nicht jeden Monat geschieht, liegt an der Neigung der Mondbahn von rund fünf Grad gegen die Ekliptikebene, auf der sich die Erde um die Sonne bewegt.

Astronomen unterteilen den Erdschatten in die äußere Penumbra als Halbschatten und die innere Umbra als Kernschatten. Bei dem Himmelsschauspiel am Freitagmorgen tauchen nach Angaben der dpa rund 93 Prozent der sichtbaren Mondoberfläche in den Schatten ein. Das bekannte Blutmond-Phänomen, bei dem sich der Himmelskörper tiefrot färbt, bleibt diesmal jedoch weitgehend aus.

Sichtbarkeit im Westen und Wetterprognosen

Wer das Himmelsphänomen verfolgen wollte, musste am Freitagmorgen früh aufstehen. Der sichtbare Schatten trat um 4.33 Uhr in den Mond ein, und die maximale Verfinsterung wurde um 6.13 Uhr erreicht. Da zu diesem Zeitpunkt mancherorts bereits die Dämmerung eingesetzt hatte und der Mond tief über dem Horizont stand, gestaltete sich die Beobachtung anspruchsvoll.

Partielle Mondfinsternis am Freitag in Deutschland zu sehen
Photo: zeit.de

Aus Deutschland heraus war die Finsternis vor allem im Westen gut zu erkennen. In Bayern und anderen Regionen hingen die Aussichten stark vom Wetter ab; meteorologische Vorhersagen warnten vor teils bewölktem Himmel. In München ging der Mond bereits um 6.32 Uhr unter. Carolin Liefke, Astrophysikerin und stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie auf dem Campus des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg, wies im Vorfeld darauf hin, dass der Mond tief am Himmel stehen werde und es durch die einsetzende Dämmerung bereits hell werde, weshalb eine rötliche Färbung schwer auszumachen sein könnte.

Beobachtungspunkte und dunkle Orte in Bayern

Für ambitionierte Beobachter empfahlen sich dunkle Plätze mit freiem Blick nach Westen ohne störende Gebäude oder Bäume am Horizont. In Bayern boten sich hierfür spezielle Dark-Sky-Standorte an. Die Winklmoos-Alm in den Chiemgauer Alpen stellt auf rund 1.200 Metern Höhe einen ungestörten 360-Grad-Blick zur Verfügung. Ebenfalls optimale Bedingungen bei klarem Himmel liefert die Rhön, ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat zwischen Bayern, Hessen und Thüringen, das seit 2014 als International Dark Sky Reserve gilt.

Partielle Mondfinsternis am Freitag in Deutschland zu sehen
Photo: sueddeutsche.de

Gute Sichtverhältnisse versprachen zudem der Dillberg in der Oberpfalz sowie der Rothsee in Mittelfranken. Die Volkssternwarte in München öffnete für das Ereignis am Freitagmorgen ihre Pforten für eine Sonderveranstaltung, allerdings waren die entsprechenden Tickets im Vorfeld bereits vergriffen.

Weitere astronomische Höhepunkte des Jahres 2026

Das astronomische Jahr hält laut Angaben der Sternwarte Neumünster auch nach dem August zahlreiche weitere Höhepunkte bereit. Kurz nach der partiellen Sonnenfinsternis vom 12. August 2026, bei der in Schleswig-Holstein rund 85 Prozent der Sonne verdeckt wurden, stehen im September weitere Phänomene an. Am 14. September schiebt sich der Mond vor die Venus, sodass der Planet in der Mittagszeit für gut eine Stunde hinter der Mondsichel verschwindet.

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Zudem zieht sich das Jahr durch intensive Sternschnuppenströme aus. Nach den Perseiden im August mit ihrem Maximum am 13. August folgen zum Jahresende die Geminiden mit einem Maximum am 14. Dezember. Wer Polarlichter fotografieren möchte, hat auch 2026 im Norden und über der Ostsee immer wieder Gelegenheiten dazu, auch wenn die Sternwarte Neumünster die Erwartungen dämpft und auf eine von der Sonnenaktivität abhängige, möglicherweise geringere Häufigkeit hinweist. Eine vollständige Mondfinsternis lässt sich in Deutschland erst wieder am 31. Dezember 2028 beobachten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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