Astronomie-Enthusiasten im Vereinigten Königreich und in Irland können sich auf ein beeindruckendes Himmelschauspiel freuen: In den frühen Morgenstunden des Freitag, den 28. August 2026, wird eine tiefe partielle Mondfinsternis über der Region sichtbar sein. Obwohl es sich nicht um eine totale Mondfinsternis handelt, werden etwa 93 Prozent des Monddurchmessers durch den dunkelsten Teil des Erdschattens wandern.
Tiefe partielle Mondfinsternis über dem Vereinigten Königreich und Irland angekündigt
Dieses seltene Ereignis bietet den Beobachtern die Möglichkeit, ein markantes rötliches oder kupferartiges Leuchten zu sehen, das oft mit einem Blutmond assoziiert wird. Das Phänomen entsteht, wenn die Erde exakt zwischen der Sonne und dem Mond steht und Letzterer in den Schatten der Erde eintritt. Während bei einer totalen Finsternis der Mond vollständig verdeckt wird, dringt bei dieser Konstellation ein Großteil des Monddurchmessers in die Kernschattenzone ein.
Der genaue zeitliche Ablauf in der Nacht
Das himmlische Ereignis wird sich schrittweise über Nacht entfalten, während der Mond allmählich verdunkelt wird und sich dem Horizont nähert. Laut den Planungsdaten beginnt die Halbschattenphase (Penumbral eclipse) um 2:23 Uhr BST. Die eigentliche partielle Phase startet um 3:33 Uhr BST, wenn der Mond beginnt, in den Kernschatten (Umbra) einzutauchen.
Der dramatischste Moment des gesamten Ablaufs wird gegen 5:12 Uhr BST erwartet, wenn die maximale Verfinsterung erreicht ist und sich etwa 93 Prozent des sichtbaren Monddurchmessers im tiefsten Erdschatten befinden. Da der Mond jedoch im Laufe des Morgens untergeht, wird er bereits vor dem offiziellen Ende der Finsternis unter den Horizont sinken. In London wird der Monduntergang beispielsweise gegen 6:15 Uhr BST prognostiziert, während die partielle Finsternis erst um 6:51 Uhr BST endet.
Hintergrund des Phänomens und Sichtbarkeit
Die rot-kupferne Färbung, die bei solchen Ereignissen beobachtet werden kann, wird durch die Erdatmosphäre verursacht. Sonnenlicht, das durch die Atmosphäre der Erde wandert, wird gestreut und gebrochen. Kürzere blaue Wellenlängen streuen dabei stärker, während längere rote Wellenlängen den Mond erreichen und zurückgeworfen werden. Ein ähnlicher wissenschaftlicher Hintergrund gilt allgemein für Mondfinsternisse, bei denen die Erde das direkte Sonnenlicht abblockt.

Interessierte Beobachter benötigen im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis keine Schutzbrille, da Mondfinsternisse sicher mit dem bloßen Auge betrachtet werden können. Um das Maximum des Schauspiels zu erleben, empfiehlt es sich, einen erhöhten Aussichtspunkt mit freiem Blick auf den südwestlichen Horizont zu wählen und Hindernisse wie Gebäude, Bäume oder Hügel zu meiden. Die größte Herausforderung für Beobachter dürfte neben unbeständigem Sommerwetter vor allem das rechtzeitige Aufstehen in den frühen Morgenstunden sein.
Zusammenhang mit dem astronomischen Kalender
Die Finsternis am 28. August erfolgt nur knapp zwei Wochen nach einer partiellen Sonnenfinsternis, die am 12. August 2026 stattfindet. Diese zeitliche Nähe ist kein Zufall, sondern das Resultat der spezifischen Ausrichtung von Sonne, Erde und Mond während der sogenannten Finsternis-Saison. Während eine Sonnenfinsternis stattfindet, wenn der Mond zwischen Erde und Sonne wandert, tritt die Mondfinsternis ein, wenn die Erde die Position zwischen Sonne und Mond einnimmt. Das August-Ereignis bietet astronomisch interessierten Menschen somit eine zweite Gelegenheit innerhalb kurzer Zeit, den Blick in den Nachthimmel zu richten.

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