Peter Rosengard, Gründer und Vorsitzender von Since 9/11, erklärte über die Daily Mail, der Stahl neben ihnen werde hundert Jahre überdauern, und er hoffe, dass auch die Lehre daraus ebenso lange Bestand habe, nämlich dass man selbst aus dem schlimmsten Tag heraus der nächsten Generation noch beibringen könne, eine bessere Welt aufzubauen.
Insgesamt forderten die Anschläge des Jahres 2001 weltweit 2.977 Menschenleben, darunter nach offiziellen Angaben auch 67 britische Staatsbürger. Die Gedenkveranstaltungen erstreckten sich über den gesamten Atlantik. Während in den Vereinigten Staaten die Namen aller Getöteten in stundenlangen Lesungen vorgetragen wurden und in Shanksville, Pennsylvania, der Absturz des Fluges United 93 gewürdigt wurde, standen in der britischen Hauptstadt sowohl das persönliche Gedenken als auch die politische Solidarität im Vordergrund.
Diplomatische Ehrerbietung und transatlantische Solidarität in London
Der US-Botschafter im Vereinigten Königreich, Warren Stephens, legte gemeinsam mit seiner Frau Harriet einen Kranz im September 11th Memorial Garden am Grosvenor Square nieder. Bei der Zeremonie erinnerte der Botschafter an die betroffenen Familien und hob die historische Verbundenheit zwischen den beiden Ländern hervor. Er erklärte, es sei kaum zu glauben, dass bereits 25 Jahre vergangen sind, und betonte, dass die USA die britische Unterstützung in den Wochen nach den Anschlägen niemals vergessen werden.
Der britische Premierminister Andy Burnham wandte sich per Videobotschaft an die Versammelten im Olympic Park. In seiner Ansprache warnte er davor, dass der Terrorismus weiterhin an die Tür der Demokratie klopfe. Gleichzeitig unterstrich er die unerschütterliche Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten im Kampf gegen extremistische Bedrohungen und zur Verteidigung gemeinsamer Werte. Der ehemalige Premierminister Sir Tony Blair, der das Amt zum Zeitpunkt der Anschläge im Jahr 2001 innehatte, bezeichnete das Vierteljubiläum als einen Moment, um die unverzichtbare und unerschütterliche Bindung beider Nationen zu bekräftigen.
Warnungen vor gegenwärtigen Extremismusgefahren durch Chief Rabbi Ephraim Mirvis
Neben politischen Vertretern ergriff auch der oberste Rabbiner Großbritanniens, Ephraim Mirvis, das Wort. Vor den anwesenden Rettungskräften und Familienmitgliedern zog er eine Parallele zwischen den Ereignissen von vor 25 Jahren und jüngeren Gewalttaten. September verübten, keineswegs verschwunden seien, sondern weiterhin als stain auf der Welt lasteten.

In seiner Rede nannte Mirvis konkrete historische und aktuelle Zäsuren, um die anhaltende Bedrohung zu verdeutlichen. Die Gefahr richte sich direkt gegen die westlichen Werte und die Zivilisation. Als Reaktion darauf forderte er eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und den Mut zu schwierigen Dialogen, auch mit Menschen konträrer Meinung.
Der oberste Rabbiner Ephraim Mirvis erklärte über die Daily Mail, man müsse traurigerweise und auf tragische Weise erkennen, dass die bösen Mächte, die die Gräueltaten des 11. September verübt hätten, sich noch immer in ihrer Mitte befänden. Der Extremismus des radikalen Islams beschmute weiterhin ihre Welt – in London im Jahr 2005, in Paris 2015, in Manchester 2017 sowie in Israel am 7. Oktober 2023. Die Bedrohung für ihre Werte und ihre Zivilisation sei nicht verschwunden.
Persönliche Schicksale und das weltweite Gedenken an die Opfer
Hinter den geopolitischen Einordnungen standen bei den Zeremonien vor allem die individuellen Verluste im Vordergrund. Liam McKenna, der zum Zeitpunkt des Verlusts seines Onkels und seiner Tante erst 15 Jahre alt war, erinnerte an die Geschwister Michael und Christine Egan. Michael Egan arbeitete für Aon im 103. Stock des Südturms des World Trade Centers, während seine Schwester Christine, eine Krankenschwester, ihren Bruder an jenem Tag in New York besucht hatte. Ihre Geschichten stehen stellvertretend für die Tausenden individuellen Tragödien, die das weltweite Bild dieses Tages prägen.

Während in London Kränze niedergelegt und Denkmäler gewürdigt wurden, liefen die offiziellen Zeremonien in den Vereinigten Staaten parallel an. Nach Angaben von Berichten aus Texas bieten Behörden und Institutionen im ganzen Land Livestreams der zentralen Observanzen in New York, Washington, D.C., und Pennsylvania an, bei denen traditionell alle Namen der Getöteten verlesen werden, um das Gedenken auch ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.