Amazon-Tochter Zoox und Alphabet-Tochter Waymo haben am Dienstag ihre autonomen Fahrdienste in den USA stark ausgeweitet. Zoox plant Testfahrten in San Diego und Houston, während Waymo seinen fahrerlosen Dienst auf Städte wie Denver, San Diego und Tampa ausweitet. Der Wettbewerb auf dem Robotaxi-Markt nimmt damit spürbar zu.
Der Wettlauf um die Vorherrschaft auf dem US-Robotaxi-Markt hat am Dienstag eine neue Dimension erreicht. Amazon-Tochter Zoox und Alphabet-Tochter Waymo gaben unabhängig voneinander bekannt, dass sie ihre fahrerlosen und autonomen Fahrdienste in weiteren Städten etablieren werden, wie die Berichterstattung des Portals zeigt.
Zoox expandiert mit Testflotten nach San Diego und Houston
Für Zoox markiert die Ankündigung einen bedeutenden Schritt in der kommerziellen Entwicklung. Das Unternehmen wird in San Diego und Houston Testfahrten starten und damit seine Präsenz auf insgesamt zwölf Standorte in den Vereinigten Staaten ausdehnen. In den neuen Städten setzt Zoox zunächst auf retrostituierte Testfahrzeuge, um manuelle Kartierungen und Tests durchzuführen, ehe die eigens für den fahrerlosen Betrieb konstruierten Robotaxis auf die Straßen rollen.

Bislang hat Zoox in Las Vegas, San Francisco, Austin und Miami Passagiere unentgeltlich im Rahmen eines Testprogramms befördert, bevor im August in Las Vegas der reguläre, kostenpflichtige Betrieb anlief. Die Fahrzeuge der Marke unterscheiden sich grundlegend von den umgebauten SUVs der Testphase: Die späteren, toasterförmigen Robotaxis verzichten vollständig auf klassische Bedienelemente für menschliche Fahrer und bieten im Innenraum eine vis-a-vis angeordnete Sitzordnung sowie Schiebetüren.
San Diego ist ein langfristiger Schwerpunkt für uns. Wir unterhalten bereits ein lokales Büro hier und planen den Bau eines lokalen Depots für Fahrzeugladung und Wartung, wodurch neue Arbeitsplätze in der Region entstehen. Marisa Wiggam, Zoox-Sprecherin
Waymo bringt fahrerlosen Dienst in drei neue Städte
Zeitgleich treibt Waymo seine Marktdurchdringung voran. Der Alphabet-Konzern kündigte an, dass in Denver, San Diego und Tampa die ersten öffentlichen Fahrgäste begrüßt werden. Damit wächst das Netzwerk des Unternehmens auf 14 Städte an. Der Zugang für Nutzer in den drei neuen Regionen soll schrittweise freigeschaltet werden.

Im Gegensatz zu Zoox blickt Waymo bereits auf einen längeren kommerziellen Betrieb zurück. Waymo betreibt in mehreren US-Städten bezahlte, fahrerlose Dienste und expandiert gleichzeitig ins Ausland. Erst im Vormonat kündigte das Unternehmen an, Testfahrten in München aufzunehmen, um Ende 2027 einen kommerziellen Start in Deutschland zu vollziehen.
Konkurrenz und lokale Reaktionen in San Diego
Die gleichzeitige Expansion nach San Diego verdeutlicht die Dynamik zwischen den großen Technologiekonzernen. Während Waymo-Fahrzeuge dort unmittelbar für die Öffentlichkeit freigegeben wurden, bereitet Zoox seine Flotte für den Einsatz vor, wie lokale Berichte hervorheben. Genau wie Waymo in der Anfangszeit wird auch die Zoox-Testflotte in den ersten Monaten mit menschlichen Sicherheitsfahrern unterwegs sein, um das Stadtgebiet präzise zu kartieren.
Die wirtschaftlichen und arbeitsmarktbezogenen Folgen der Technologie stoßen vor Ort jedoch auf Widerstand. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten in San Diego sorgen sich klassische Taxi- und Rideshare-Fahrer um ihre Arbeitsplätze. Councilmember Sean Elo-Rivera stemmte sich gegen die Einführung der autonomen Fahrzeuge und bewegte das Metropolitan Transit System (MTS) zu einer offiziellen Gegenposition, auch wenn die California Public Utilities Commission die Genehmigung für Waymo erteilt hatte.
Auch in Sicherheitsfragen gehen die Einschätzungen auseinander. Während kleinere Studien und Ärztegruppen darauf verweisen, dass fahrerlose Autos im Vergleich zu menschlichen Fahrern sicherer seien, äußern sich Experten zurückhaltend. Vertreter des Insurance Institute for Highway Safety gaben zu bedenken, dass das derzeitige Datenerfassungssystem nicht ausreicht, um eine großflächige Expansion kontinuierlich und lückenlos zu überwachen.
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