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Wien-Leopoldstadt: Türsteher setzt vor Klub Pfefferspray ein

Ein Sicherheitsmitarbeiter hat in der Nacht auf Sonntag vor einer restlos ausverkauften Halloween-Disko in der Wiener Leopoldstadt Pfefferspray gegen eine Menschenmenge eingesetzt. Die Berufsrettung Wien versorgte rund 40 verletzte Personen, drei Jugendliche wurden ins Krankenhaus gebracht. Gegen den 23-jährigen Türsteher läuft eine Anzeige wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung.

Die Halloween-Feier unter dem Motto Trapped in Hell in der Waldsteingartenstraße zog trotz ausverkauftem Haus zahlreiche Besucher an, wie „Heute“ berichtete. Dutzende Gäste drängten vor dem Eingang des Nachtklubs im Wiener Prater, wodurch sich ein massiver Andrang bildete. Wegen des großen Gedränges alarmierten Beobachter die Polizei, die kurz darauf mit Einsatzkräften vor Ort eintraf.

Bereits um 1.15 Uhr herrschte in der Nacht auf Sonntag vor dem Lokal ein enormer Gästeandrang, als die alarmierten Polizisten eintrafen und einer großen Menschenmenge im Eingangsbereich gegenüberstanden. Unter dem Namen Trapped in Hell hatte der Wiener Klub zu einer Halloween-Veranstaltung mit Hip-Hop, R&B, Rap und Latin geladen, die im Vorfeld restlos ausverkauft war. Trotzdem wollten noch Dutzende in den Club, der sich an der Adresse bei der ehemaligen Pratersauna befindet, und drängten mit einiger Vehemenz in Richtung Einlass. Das Lokal versuchte im Rahmen des Events mit durchwegs kostümierter Menge zu arbeiten, während die Lage zunehmend unübersichtlich wurde.

Wien-Leopoldstadt: Türsteher setzt vor Klub Pfefferspray ein
Foto: Heute

Polizeieinsatz und Eskalation vor dem Eingang in der Leopoldstadt

Als die alarmierten Beamten an dem Lokal ankamen, standen sie einer großen Menschenmenge im Eingangsbereich gegenüber. Wegen des dichten Gedränges gestaltete sich bereits die Kontaktaufnahme der Polizisten mit dem dort befindlichen Sicherheitspersonal schwierig, meldete der ORF.

Einer der Türsteher griff unvermittelt zu einem Pfefferspray und sprühte den Reizstoff direkt in Richtung der wartenden Menschenmenge. Mehrere anwesende Personen erlitten sofortige Kontaminationen.

Da es vor dem Lokal zu chaotischen Zuständen und einem gewaltigen Menschenandrang gekommen war, hatten Zeugen die Gesetzeshüter verständigt, welche daraufhin versuchten, vor dem Eingang das Gespräch mit dem Security-Team des Clubs zu suchen. Dennoch sprühte ein Sicherheitsmitarbeiter des Lokals Pfefferspray in Richtung der Menschenmenge, während sich die Polizisten einen Überblick über die Situation verschafften.

Rettungskräfte versorgen 40 Verletzte und ermitteln gegen den 23-jährigen Security

Die Berufsrettung Wien rückte mit einem Großaufgebot an, um die rund 40 betroffenen Personen vor Ort medizinisch zu versorgen. Für drei junge Gäste reichte die Erstversorgung nicht aus: Zwei 18-Jährige und eine 19-Jährige mussten mit Rettungsfahrzeugen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Reizgas-Attacke löste dabei ein medizinisches Großaufgebot aus.

Wien-Leopoldstadt: Türsteher setzt vor Klub Pfefferspray ein
Foto: KOSMO

Von dem Reizgas blieb auch die Exekutive nicht verschont. Ein Polizeibeamter erlitt ebenfalls Verletzungen durch den Pfefferspray, musste an Ort und Stelle versorgt werden und konnte seinen Dienst danach fortsetzen. Gegen den 23-jährigen Sicherheitsmitarbeiter, der die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, leitete die Wiener Polizei am Sonntagnachmittag offizielle Schritte ein. Die Wiener Polizei gab am Sonntagnachmittag bekannt, dass ein von dem Reizgas ebenfalls in Mitleidenschaft gezogener Polizist nach einer medizinischen Erstversorgung im Anschluss seinen Dienst weiterverrichtete.

Der 23 Jahre alte Sicherheitsmitarbeiter wurde wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung angezeigt.

Wiener Polizei, Aussendung vom Sonntag

Neben dem Vorwurf der schweren Körperverletzung führt die Polizei in dem Verfahren laut Berichten auch den Verdacht der Gemeingefährdung an, während die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Andrangs andauern.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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