Ein im Jahr 2022 in der Sahara gefundener Meteorit wurde von NASA-finanzierten Forschern als über 4,1 Milliarden Jahre altes Stück Mars identifiziert. Die im Fachjournal Science veröffentlichte Studie zeigt, dass der rosafarbene Gesteinsbrocken wertvolle Einblicke in die frühe Kruste des roten Planeten und dessen einstige Wasservorkommen liefert.
Forscher haben ein ungewöhnliches Raumfahrt-Fundstück aus der Sahara-Wüste analysiert und dabei einen der ältesten bekannten Mars-Meteoriten der Erde entdeckt. Das Gestein mit einem Gewicht von knapp 800 Gramm tauchte im Jahr 2022 auf und erhielt die Bezeichnung Teghaza 001, benannt nach einer historischen Salzbergbausiedlung im nahegelegenen Mali (so berichtete The New York Times). Eingehende Analysen der chemischen Zusammensetzung und der Isotope bestätigten, dass der Fund aus einer Zeit stammt, als das Sonnensystem noch jung war.
Während die meisten der bisher auf der Erde geborgenen Mars-Meteoriten weniger als zwei Milliarden Jahre alt sind, ergaben Messungen in einem Labor des California Institute of Technology ein Alter von mindestens 4,1 Milliarden Jahren. Damit gehört das Objekt zu einer extrem seltenen Gruppe (wie die University of Maine erläuterte), die neben Allan Hills 84001 und dem oft als Black Beauty bekannten NWA 7034 aus den ältesten Epochen des roten Planeten stammend eingeordnet wird.
Eine neue Datierungsmethode und der Einblick in die Geologie von Teghaza 001
Um das exakte Alter des Gesteins zu bestimmen, nutzten Wissenschaftler ein neu entwickeltes Verfahren. Dabei kommt ein präziser Laserstrahl zum Einsatz, der winzige Löcher in das Material bohrt. Heliumgas transportiert das abgetragene Material anschließend in ein Massenspektrometer, wo die Elemente nach ihrer Masse getrennt und analysiert werden (erklärte das zuständige Forschungsteam der University of Maine).

Die Untersuchung einzelner Mineralkörner erlaubte es den Geochemikern, den radioaktiven Zerfall von Rubidium in Strontium sowie von Uran in Blei zu verfolgen. Yang Liu, eine Planetenforscherin am Jet Propulsion Laboratory der NASA, leitete die Forschungsarbeiten und betonte die Einzigartigkeit des Funds. Einer der Gutachter der wissenschaftlichen Arbeit bezeichnete den Meteoriten demnach als echten Meilenstein für die Marsforschung.
This meteorite is really unique.
Yang Liu, lead author of the study and planetary scientist at NASA’s Jet Propulsion Laboratory, via Mashable
Wasserkreislauf und die Spuren einer erdähnlichen Vergangenheit
Die Untersuchung der in Teghaza 001 eingeschlossenen Minerale und Spurenelemente förderte deutliche Hinweise auf frühe Flüssigkeiten zutage. Die Forscher stellten fest, dass Wasser einst durch das Gestein floss und die Mineralstruktur veränderte. Messungen von Wasserstoffisotopen zeigten zudem, dass der Mars bereits vor mehr als 4,1 Milliarden Jahren damit begann, einen Großteil seiner leichten Gase ins All zu verlieren und sich allmählich in eine kalte, trockene Welt zu verwandeln (wie Scientific American berichtete).

Carl Agee, Direktor und Kurator des Institute of Meteoritics an der University of New Mexico, hob hervor, dass solche Proben den Blick in eine Epoche öffnen, in der der Planet möglicherweise deutlich wärmer und feuchter war. Diese geologische Phase fällt in die sogenannte Prä-Noachische Periode vor etwa 4,5 bis 4,1 Milliarden Jahren. Wenn der Mars in dieser Zeit eine dynamische, wasserreiche Umwelt besessen hätte, böte dies ein mögliches Zeitfenster für die Entstehung von primitivem Leben.
Herkunft im Sonnensystem und der Abgleich mit Mars-Missionen
Bislang bleibt der exakte Einschlagsort auf dem Mars unklar, von dem Teghaza 001 einst durch einen gewaltigen Meteoriteneinschlag fortgeschleudert wurde. Durch den Abgleich von Chemiedaten und Mineralstrukturen mit Beobachtungen von Raumsonden wie dem Mars Reconnaissance Orbiter konnten Wissenschaftler jedoch rund 13 Regionen eingrenzen, die als Ursprungsort infrage kommen. Viele dieser potenziellen Quellgebiete liegen in den alten südlichen Hochländern des roten Planeten, etwa in der Nähe des Hellas-Einschlagsbeckens.
Das 22 Gramm schwere Teilstück, das für detaillierte Analysen im Institut für Meteoritik in New Mexico aufbewahrt wird, ergänzt die Hauptmasse des Steins, die vom Maine Mineral & Gem Museum in Bethel betreut wird. Da die irdische Kruste durch ständige Plattentektonik immer wieder recycelt wird, bietet ein solcher Meteorit eine unersetzliche historische Aufzeichnung, die auf der Erde selbst in dieser Form nicht mehr auffindbar ist.
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