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Welt

USA prüfen Reaktionen nach Raketenangriff in Riad

Nach einem schweren Raketenangriff auf den Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad mit zwölf Toten und Hunderten Verletzten prüfen die USA unter Präsident Donald Trump mögliche Reaktionen. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz bekannte sich zu der Attacke, während Saudi-Arabien angesichts unzureichender eigener Luftverteidigung nach neuen Allianzen sucht.

Der Raketenangriff auf den Flughafen von Riad und seine Folgen

Der internationale Flughafen von Riad geriet ins Visier eines schweren Angriffs, der in Saudi-Arabien tiefe Spuren hinterlassen hat. Nach Angaben von Nachrichtensendern und Medienberichten kamen bei dem Angriff insgesamt zwölf Menschen ums Leben, während Hunderte weitere Personen teils schwer verletzt wurden. Unter den Todesopfern befindet sich laut Angaben von US-Außenminister Marco Rubio auch ein amerikanischer Staatsbürger. Die proiranischen Huthi-Milizen im Jemen bekannten sich zu der Attacke auf den King-Khalid-Flughafen, der zuletzt mehrfach Ziel von Angriffen geworden war. Es handelt sich um den tödlichsten Zwischenfall in Saudi-Arabien seit einem Anschlag des Islamischen Staates auf eine Moschee im Jahr 2015, bei dem 21 Menschen starben. Saudische Behörden registrierten zudem in derselben Woche insgesamt fünf Angriffe auf verschiedene Flughäfen mit insgesamt 20 Toten.

Trump could strike Houthis after attacks against Saudi Arabia

Betroffen war demnach die zentrale Station Sabah der Yemen Petroleum Company (YPC) am Stadtrand von Sanaa. Das Bündnis bestätigte, dass dort ein Öldepot getroffen worden sei, um die Fähigkeit der Huthi, Saudi-Arabien, den Jemen und internationale Wasserstraßen zu bedrohen, zu neutralisieren.

Washingtons Reaktion und Trumps Verweise auf die US-Zwischenwahlen

US-Präsident Donald Trump reagierte auf seiner Plattform Truth Social auf die Huthis und beklagte, diese benähmen sich „äußerst schlecht“. Das Wiederaufflammen des Jemen-Konflikts steht dabei in einer direkten Verbindung zu dem umfassenderen Krieg zwischen den USA und dem Iran, der mit dem amerikanisch-israelischen Angriff auf die Islamische Republik am 28. Februar begann. Die USA traten in der Vergangenheit als langjähriger Sicherheitsgarant Saudi-Arabiens auf, wiesen jedoch die Bemühungen Riads bislang zurück, die Vereinigten Staaten direkt in den Krieg gegen die Huthis hineinzuziehen.”

Trump weighing joining Saudis in fight against Houthis

„Ich dachte, sie hätten vor einem Jahr ihre Lektion gelernt, als wir sie in Grund und Boden bombardiert und auf ihre Bitte hin damit aufgehört haben.“

Donald Trump, US-Präsident, via Truth Social

Auf die Frage eines Journalisten, ob sich die Vereinigten Staaten den saudischen Luftangriffen anschließen und sich der Militärkoalition gegen die Huthi-Milizen anschließen werden, antwortete US-Präsident Donald Trump: „Vielleicht. Wir werden uns das anschauen.“ Auf die Nachfrage, wie schnell eine Entscheidung falle, erklärte er: „Wir haben gerade von dem jüngsten Angriff erfahren. Wir werden also eine Entscheidung treffen. Wir handeln sehr schnell.“ Zudem bezeichnete er den Vorfall als „nicht hinnehmbar“. Nach einem Telefonat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erklärte Trump vor Reportern, er werde den türkischen Präsidenten Erdoğan möglicherweise bitten, zugunsten Saudi-Arabiens einzugreifen. Mit Blick auf die in drei Wochen stattfindenden wichtigen Zwischenwahlen in den USA erklärte der Präsident, jemand sollte der Huthi-Miliz erklären, dass er selbst nicht bei den Wahlen antrete, und fügte eine Warnung hinzu: „Aber ich werde nach den Wahlen da sein und ich werde es nie vergessen!”””

Die sicherheitspolitische Lage und die Suche nach neuen Verbündeten

Saudi-Arabien kämpft bereits seit 2015 gegen die Huthi-Miliz im südlichen Nachbarland Jemen, nachdem die Rebellen im Jahr 2014 die rechtmäßige Regierung aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben hatten. So schwach wie derzeit stand die saudische Seite in dem Konflikt nach Einschätzung von Beobachtern jedoch noch nie da, da die Miliz nun gezielt die Bürger des Landes ins Visier nimmt. Sicherheitsexperten wie der jordanische Experte Omar Al Raddad erklärten bei France24, dass Saudi-Arabien über eine reguläre staatliche Armee verfügt, die einen Krieg gegen Milizen führt. Daher sei es normal, dass es einigen Raketen und Drohnen gelinge, die Verteidigungssysteme zu durchbrechen. Es sei für die Luftverteidigung unmöglich, jedes einzelne anfliegende Geschoss vollständig abzufangen, zumal diese auf zivile Ziele gerichtet sind und das Königreich eine Fläche von mehr als zwei Millionen Quadratkilometern aufweist.

USA prüfen Reaktionen nach Raketenangriff in Riad
Foto: N TV

Weil das Land es allein nicht schafft, seine Grenzen und Infrastruktur vor den Angriffen zu schützen, sucht das Königreich nach neuen Verbündten. Im Sommer hatten die Türkei und Pakistan einen gegenseitigen Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien unterzeichnet. Dennoch wirken diese neuen Partner bislang eher zurückhaltend; aus Islamabad hieß es beschwichtigend, man hoffe, dass die Angelegenheit friedlich beigelegt werden könne. Unterdessen warnt Ahmed Sayyed Ahmed vom Al-Ahram Forschungsinstitut in Kairo vor einer massiven Reaktion Saudi-Arabiens gemeinsam mit anderen Staaten, was zu einer weiteren Eskalation des Konflikts in der kommenden Zeit führen werde. Sollten sich die USA durch Luftangriffe direkt einschalten, so warnt der Wissenschaftler, könnten die Huthi amerikanische Handelsschiffe direkt ins Visier nehmen.

Die Offensive der Huthis gilt als der schwerwiegendste anhaltende Angriff auf zivile Ziele des Königreichs seit Jahrzehnten. Historisch blickt der Konflikt auf Parallelen zum Nordjemen-Bürgerkrieg zwischen 1962 und 1967 zurück. Eine frühere Serie ähnlicher Angriffe endete im April 2022 mit einem Waffenstillstand, der im vergangenen Juli von den Huthis für beendet erklärt wurde, nachdem Saudi-Arabien eine Start- und Landebahn am Flughafen von Sanaa angegriffen hatte.

‘TOUGH CALL’: Trump hints US could join Saudi fight against Houthis

Die wirtschaftlichen Folgen der Angriffe treffen das Land empfindlich und erinnern an Ereignisse aus dem Jahr 2019. Am 11. September legten die Huthis mit einem Drohnenangriff auf eine Pumpstation tagelang die wichtige Ost-West-Pipeline lahm, mit der Saudi-Arabien sein Öl über das Rote Meer anstatt über den Persischen Golf exportieren kann. Zugleich leidet das Regime in Teheran wegen einer Seeblockade der US-Marine gegen iranische Häfen wirtschaftlich stark unter Druck.

Trump weighs action against Houthis after Riyadh airport attack
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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