Bei einem schweren Raketenangriff auf den internationalen Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden, wie die Zivilluftfahrtbehörde des Landes mitteilte. Nach Angaben von Augenzeugen und Behörden schlug der Flugkörper am Samstag am Inlandsflugterminal ein und traf einen Komplex für die Terminals 3 und 4. Unter den Todesopfern befinden sich nach Angaben der saudi-arabischen Zivilluftfahrtbehörde vier saudische Staatsangehörige, zwei Personen aus Bangladesch sowie jeweils eine Person aus den Vereinigten Staaten, Jordanien, Palästina, Syrien, Sudan und Ägypten. Die 309 Verletzten wurden in mehreren Krankenhäusern behandelt, wobei sich einige in kritischem beziehungsweise lebensgefährlichem Zustand befinden.
Raketenangriff auf den Flughafen von Riad fordert zwölf Tote und über 300 Verletzte
Der Angriff stellt den vorläufigen Höhepunkt einer Serie von Attacken dar, die im Zusammenhang mit der Eskalation des Konflikts im Jemen stehen. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoaltschaft machte die vom Iran unterstützten Huthi-Reben aus dem jemenitischen Nachbarland für die Tat verantwortlich und kündigte an, entschlossen darauf zu reagieren. Ein Sprecher der Koalition bezeichnete den Angriff laut Berichten als Kriegsverbrechen. Die Huthi-Miliz selbst hatte sich zunächst nicht direkt zu dem Angriff vom Samstag bekannt, der Medienabteilungsleiter der Gruppe erklärte jedoch im Onlinedienst X, man habe den Flughafen von Riad lahmgelegt, und warnte Fluggesellschaften vor dem Einflug in den saudischen Luftraum.
Internationale Reaktionen und Auswirkungen auf den Flugverkehr
Der US-amerikanische Präsident Donald Trump verurteilte den Angriff als inakzeptabel und erklärte vor Journalisten, er werde mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman sprechen. Auf die Frage, ob sich die Vereinigten Staaten an militärischen Schlägen gegen die Huthi-Rebellen beteiligen könnten, schloss Trump dies nicht aus und erklärte, man werde dies prüfen. US-Außenminister Marco Rubio kritisierte die Angriffe ebenfalls scharf und betonte, sie zeigten eine offenkundige Missachtung unschuldigen Zivilebens. Auch der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, verurteilte die Angriffe als schwerwiegende Eskalation und warnte im Sicherheitsrat vor den Gefahren für die regionale Sicherheit.
https://x.com/ksagaca/status/2109039231968383000
Infolge des Angriffs wurde der Flugbetrieb am King Khalid International Airport vorübergehend vollständig eingestellt. Zahlreiche Flüge wurden annulliert oder umgeleitet. Bereits in den Tagen zuvor hatten mehrere internationale Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa und Air India, ihre Verbindungen nach Riad vorübergehend ausgesetzt. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hatte zuvor vor der zunehmenden Fähigkeit der Huthis gewarnt, Ziele tief im Landesinneren zu treffen, und auf gestiegene Risiken für die Zivilluftfahrt hingewiesen.
Westliche Botschaften riefen ihre Bürger dazu auf, sich dem Flughafenbereich nicht zu nähern. Der Vorfall ereignet sich in einer Phase rasant steigender Spannungen, die durch eine Offensive der saudisch unterstützten jemenitischen Regierungstruppen gegen die Huthi-Rebellen entlang des Roten Meeres ausgelöst worden war. Die saudi-arabische Luftverteidigung meldete zudem die Abfangung einer weiteren ballistischen Rakete im Gebiet von Al-Kharj südöstlich von Riad.
