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Welt

Flughafen Riad: Mindestens zwölf Tote bei Raketenangriff

Ein schwerer Raketenangriff auf den internationalen Flughafen Riad hat am Samstag mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet und mehr als 300 weitere verletzt. Die saudische Luftfahrtbehörde bestätigte die Opferzahlen und ordnete die vorübergehende Einstellung des Flugbetriebs an, während westliche Regierungen dringende Sicherheitswarnungen aussprechen.

Die Attacke traf am Samstag das Inlandsflugterminal des King Khalid International Airports in der saudischen Hauptstadt und riss nach Angaben der Behörden Reisende sowie Flughafenmitarbeiter in den Tod. Die zivile Luftfahrtbehörde erklärte in einer Mitteilung, dass zu den Getöteten vier saudische Staatsbürger sowie zwei Bürger aus Bangladesch zählten. Die General Authority of Civil Aviation (GACA) bezifferte die Zahl der Verletzten auf 309, wobei sich einige Opfer in einem kritischen Zustand befinden.

Die Anlage, die jährlich von etwa 40 Millionen Passagieren genutzt wird, musste ihren Betrieb infolge des Angriffs vorübergehend einstellen. Augenzeugen schilderten dramatische Szenen im Terminalbereich. Ein Mann, der sich zum Zeitpunkt des Schlags am Inlandsflugterminal aufhielt, berichtete der Nachrichtenagentur AFP von den Sekunden des Angriffs: Ich war am Gate 403, sagte er, und fügte hinzu: Ich sah, wie 401 getroffen wurde, ich sah Verletzte direkt vor meinen Augen. Alle rannten. Internationale Medien berichteten über den Großeinsatz von Rettungskräften. Ärzte in den umliegenden Krankenhäusern wurden alarmiert, um eine extrem ernsthafte Notfallsituation zu bewältigen.

Flughafen Riad: Mindestens zwölf Tote bei Raketenangriff
Foto: bbc.co.uk

Reaktionen der Militärkoalition und Vermutungen über die Huthi-Miliz

Zwar lag zunächst kein offizielles Bekennerschreiben vor, doch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition machte umgehend die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen für den Angriff verantwortlich. Die Allianz verurteilte die Tat als Kriegsverbrechen und kündigte an, mit Entschlossenheit auf diesen terroristischen Angriff zu reagieren. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Attacken ein, bei denen die Miliz in dieser Woche gezielt die zivile Luftfahrtinfrastruktur des Landes ins Visier genommen hat. Bereits am Vortag hatten Behörden mitgeteilt, dass drei Saudis, darunter ein Pilot, bei zwei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthis auf den Flughafen getötet worden waren. Die Angriffe trafen zudem den Abha-Flughafen, wo zuvor zwei Frauen getötet wurden.

Die Eskalation steht im direkten Zusammenhang mit dem im Juli zerbrochenen, vier Jahre währenden Waffenstillstand im Jemen. Die Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa, und hatte kürzlich nach einer Blitzoffensive große Teile der Küste an der Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht. Die Aufständischen riefen ein Seeembargo gegen Saudi-Arabien aus und verstärkten ihre Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen auf saudische Flughäfen, Ölanlagen und Tanker im Roten Meer als Vergeltung für eine saudische Blockade und einen Luftangriff auf den Flughafen von Sanaa.

12 Tote, über 300 Verletzte bei Huthi-Angriff auf saudischen Flughafen

Flugbetriebsausfälle und internationale Sicherheitswarnungen

Als Reaktion auf den Beschluss der saudischen Behörden zur Schließung des Flughafens kam der internationale Luftverkehr rund um Riad zum Erliegen. Flugverfolgungssdienste wie Flightradar registrierten zahlreiche Umleitungen und Streichungen. Laut Angaben von FlightAware waren allein in den vorangegangenen 24 Stunden mindestens 291 Flüge am Flughafen von Riad annulliert worden. Fluggesellschaften wie Air India, FlyDubai, die Lufthansa Group und Pakistan International Airlines hatten bereits zuvor Verbindungen vorübergehend ausgesetzt. Kuwait Airways strich weitere Flüge unter Verweis auf die prekäre Sicherheitslage vor Ort.

Zahlreiche westliche Staaten reagierten mit dringenden Reise- und Sicherheitswarnungen. Die deutsche Botschaft riet deutschen Staatsangehörigen, den Flughafen zu meiden. Die US-Botschaft erklärte, sie sei sich der Angriffe bewusst und fordere amerikanische Staatsbürger auf, das Gebiet zu meiden. Das britische Außenministerium wies britische Staatsbürger an, sich fernzuhalten, until the airport is secure and to monitor the advice of the Saudi authorities. Ein hochrangiger westlicher Diplomat teilte zudem mit, dass mehrere Botschaften ihren Mitarbeitern untersagt hätten, den Flughafen in der kommenden Woche zu nutzen.

Flughafen Riad: Mindestens zwölf Tote bei Raketenangriff
Foto: channelnewsasia.com

Washington prüft mögliche Militärunterstützung nach dem Flughafenangriff

Die Anschlagserie und ihre regionalen Folgen bringen auch die Vereinigten Staaten in Zugzwang. Offizielle Stellen erklärten, dass die US-Unterstützung für Saudi-Arabien bislang Geheimdienstaustausch, Zielidentifikation und die Planung der jüngsten Offensive gegen die Huthis umfasst habe. Auf die Frage von Journalisten vor dem Weißen Haus, ob er seine Haltung zu gemeinsamen Militäraktionen mit Saudi-Arabien gegen die Huthi geändert habe, erklärte US-Präsident Donald Trump: We may. We’re going to look at it. We just found out about the recent attack, so we’ll make a decision. US-Medien hatten zuvor berichtet, dass Washington frühere Bitten Riad um direkte militärische Hilfe gegen die Rebellen abgelehnt hatte.

Unterdessen meldete die von Saudi-Arabien angeführte Koalition, dass Stunden nach dem Anschlag in Riad auch der King Fahd International Airport in Dammam Ziel eines Angriffs wurde, bei dem ein Projektil in der Nähe einschlug. Die Krise im Königreich fällt zudem mit dem Beginn der diesjährigen Convention- und Unterhaltungssaison zusammen, in deren Rahmen Riad üblicherweise einen vollgepackten Veranstaltungskalender und hochkarätige Investorenkonferenzen ausrichtet. Während der saudische Außenminister und sein omanischer Amtskollege in einem Telefongespräch die Bedeutung diplomatischer Lösungen zur Deeskalation der Spannungen in der Region betonten, bleibt offen, wie Riad und seine Verbündeten auf die anhaltende Bedrohung der zivilen Infrastruktur reagieren werden.

Flughafen Riad: Mindestens zwölf Tote bei Raketenangriff
Foto: arabnews.com

Saudi-Arabiens ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen, Abdulaziz Alwasil, erklärte vor dem Sicherheitsrat, dass das Königreich nicht zulassen werde, dass der Jemen zu einer Startbasis für Angriffe oder Bedrohungen der Schifffahrt im Roten Meer wird.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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