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Florida richtet James Robertson durch dreiteilige Giftspritze hin

Am Dienstag ist James Robertson im Florida State Prison durch eine dreiteilige Giftspritze hingerichtet worden. Der 63-Jährige hatte seinen Mitinsassen im Jahr 2008 getötet, um selbst zum Todesschleier verurteilt zu werden. Die Vollstreckung fand zwei Wochen nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch in Tennessee statt.

Die Hinrichtung von James Robertson im Florida State Prison

James Robertson wurde am Dienstag im Florida State Prison nahe Starke durch eine dreiteilige Giftspritze hingerichtet, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Der 63-Jährige war im Jahr 2008 wegen des Mordes an seinem Mitinsassen Frank Hart verurteilt worden. Er hatte sich des Mordes ersten Grades schuldig bekannt und alle Rechtsmittel und Berufungsverfahren ausdrücklich verzichtet.

Nach Angaben von Zeugen lehnte Robertson letzte Worte vor der Verabreichung der Substanzen ab. Die Vollstreckung dauerte etwa zehn Minuten, ehe er um 12:32 Uhr für tot erklärt wurde. Es handelte sich um die 17.

Die Tat im Jahr 2008 und das Motiv des Verurteilten

'Nah, I'm straight': James Robertson's last words before execution for killing Florida cellmate

Robertson saß zu diesem Zeitpunkt in der Charlotte Correctional Institution nördlich von Fort Myers ein. Er gab gegenüber Ermittlern an, dass der Angriff völlig unprovoziert erfolgt sei.

Sein erklärtes Ziel war es nach Angaben von Gerichtsakten, zum Tode verurteilt zu werden, anstatt den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen zu müssen. Robertson befand sich seit seinem 17. Lebensjahr im Justizvollzug, nachdem er 1980 wegen Einbruchs und Körperverletzung verurteilt worden war. Weitere Verurteilungen wegen Ausbruchsversuchen und Waffenbesitzes hatten seine Haftzeit über Jahrzehnte verlängert.

Die Debatte um die Giftspritze nach den Vorkommnissen in Tennessee

Florida richtet James Robertson durch dreiteilige Giftspritze hin
Foto: The Independent Florida Alligator

Die Hinrichtung in Florida stand unter strenger Beobachtung, da sie die erste ihrer Art im Bundesstaat darstellte, seit es Ende September in Tennessee zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen war. Dort hatten Behörden einen Hinrichtungsversuch an Christa Pike nach zwei Dosen Pentobarbital abbrechen müssen, woraufhin die Inhaftierte ins Krankenhaus gebracht wurde. Pike wurde am Samstag nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus entlassen und in die Haftanstalt zurückgebracht. Die US-Bundesstaaten hielten während der COVID-19-Pandemie sämtliche Hinrichtungen an und nahmen diese erst 2023 wieder auf.

Jordan Kirkland, ein Sprecher des zuständigen Justizministeriums in Florida, erklärte vor Journalisten, dass das Verfahren im eigenen Bundesstaat davon unberührt bleibe. Florida verfügt über ein solides Verfahren und Protokoll für die letale Injektion, sagte Kirkland mit Blick auf die Sicherheitsstandards. Alle Vollstreckungen im Bundesstaat erfolgen über eine Kombination aus einem Beruhigungsmittel, einem Lähmungsmittel und einer Substanz, die das Herz stoppt.

Jordan Kirkland sagte: „Florida verfügt über ein solides Verfahren und Protokoll für die letale Injektion und wir sind sehr darauf bedacht, dies auf eine humane und menschenwürdige Weise durchzuführen.

Florida executes James Robertson, renewing lethal injection debate

Reaktionen der Hinterbliebenen und Einordnung durch Aktivisten

Für die Angehörigen des Opfers markierte the Tag den Abschluss einer jahrelangen Belastung. Rebecca Hart, die Tochter des getöteten Mitinsassen, erinnerte vor Journalisten daran, dass ihr Vater nur acht Tage vor seiner regulären Entlassung gestanden hatte, als Robertson ihn angriff.

Rebecca Hart sagte: „Wenn dir ein Mensch, den du liebst, auf eine so gewaltsame Weise genommen wird, läuft das Leben einfach weiter, selbst wenn sich ein Teil von dir anfühlt, als wäre er stehengeblieben. Andere Menschen gehen ihrem Alltag nach, aber du trägst deinen Verlust in jeden neuen Tag.

Florida richtet James Robertson durch dreiteilige Giftspritze hin
Foto: Anchorage Daily News

Kritiker der Todesstrafe verwiesen derweil auf systemische Probleme im Vollzug. Maria DeLiberato, die rechtliche und politische Direktorin von Floridians for Alternatives to the Death Penalty, betonte, dass Frank Hart Anspruch auf Schutz im Gewahrsam des Staates gehabt hätte und dass die Existenz der Höchststrafe möglicherweise die Gewalt begünstigt habe, die sie zu verhindern vorgibt. Sie verwies zudem auf den gescheiterten Hinrichtungsversuch an Christa Pike in Tennessee sowie auf die im Dezember anstehende, per Livestream übertragene Hinrichtung des Todesschützen von Fort Hood, Nidal Malik Hasan, durch ein Erschießungskommando.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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