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Welt

Ukraine: Großbritannien und Frankreich versprechen mehr Militärhilfe

Am 24. August 2026 beging die Ukraine ihren 35. Unabhängigkeitstag. Angesichts anhaltender russischer Angriffe versprachen britische und französische Spitzenpolitiker bei einem Treffen in Kiew verstärkte militärische Unterstützung, während Präsident Wolodymyr Selenskyj drängende Lücken bei der Luftverteidigung und der Rüstungsfinanzierung anmahnte.

Anlässlich des 35. Jahrestags der Unabhängigkeit von der Sowjetunion versammelten sich am Montag hochrangige europäische Politiker in der ukrainischen Hauptstadt. Während im ganzen Land der gefallenen Soldaten gedacht wurde, stand auf politischer Ebene die militärische und finanzielle Absicherung des Landes im Mittelpunkt. Der britische Premierminister Andy Burnham, der Kiew auf seiner ersten Auslandsreise seit Amtsantritt im Monat zuvor besuchte, betonte die Entschlossenheit der Verbündeten trotz russischer Drohungen.

Militärische Hilfe und Zugang zu klassifizierter Technologie für Storm Shadow

Die britische Regierung kündigte an, der Ukraine Zugang zu klassifizierter Technologie zu gewähren, um die nationale Produktion von Storm Shadow-Marschflugkörpern zu starten. Frankreich hatte zuvor bereits seine Zustimmung gegeben, die Technologie für diesen europäischen Lenkflugkörper zu lizenzieren. Die Maßnahme soll es Kiew ermöglichen, präzise Angriffe auf Ziele weit hinter der Frontlinie durchzuführen.

Ukrainian and foreign officials attend a ceremony marking Ukraine's Independence Day in Kyiv, Ukraine, Monday, Aug. 24
Photo: apnews.com

Der Kreml reagierte umgehend auf diese Vereinbarung und warf London vor, durch die Weitergabe solcher Informationen den Frieden in der Ukraine zu behindern. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, dieser Schritt werde Öl ins Feuer gießen. Zuvor hatte Moskau bereits mit Konsequenzen für die Lieferung von Drohnen gedroht.

Ukraine: Großbritannien und Frankreich versprechen mehr Militärhilfe
Photo: theglobeandmail.com

Wir stehen in diesem Kampf ganz und gar hinter euch, mit Herz und Seele, trotz Russlands empörender Drohungen gegen mein Land. Andy Burnham, Premierminister des Vereinigten Königreichs

Der britische Premierminister bekräftigte vor der Koalition der Willigen, dass die Verbündeten alles tun müssten, um Kiews Luftverteidigung zu stärken. Die Initiative bündelt die Unterstützung von rund drei Dutzend Staaten für die ukrainische Verteidigung.

Dringender Bedarf an Patriot-Abfangraketen und Finanzierungslücken

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies bei dem Treffen darauf hin, dass die Kriegsanstrengungen durch eine Verteidigungsfinanzierungslücke in Höhe von 27 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr erschwert werden. Gleichzeitig warnte er vor einem akuten Mangel an US-amerikanischen Patriot-Abfangraketen, den einzigen Systemen im ukrainischen Arsenal, die ballistische Raketen abfangen können.

Die Ukraine benötigt nach eigenen Angaben mindestens 300 Abfangraketen, um unbeschadet durch den bevorstehenden Winter zu kommen, in dem Russland traditionell die Energieinfrastruktur angreift.

Internationale Solidarität und Reaktionen der Partner

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, der per Videoschalte an dem Treffen der Koalition der Willigen teilnahm, forderte eine deutliche Beschleunigung der Lieferungen.

Ukraine
Photo: Reuters

Ich halte es für sehr wichtig, dass wir alle die Lieferungen beschleunigen. Die Quintessenz ist für mich ganz klar: Ruhe bewahren und weitermachen. Emmanuel Macron, Präsident der Französischen Republik

Parallel dazu gab die Europäische Union am Montag die Auszahlung weiterer 6,1 Milliarden Euro (7,1 Milliarden US-Dollar) an Militärhilfe bekannt. Die Summe ist Teil eines umfassenden Kredits in Höhe von 90 Milliarden Euro, der insgesamt 60 Milliarden Euro für militärische Zwecke vorsieht. Zusätzlich forderten Dutzende Staaten bei den Vereinten Nationen in New York in einer gemeinsamen Erklärung ein sofortiges, vollständiges und bedingungsloses Ende der Kampfhandlungen.

Frontverlauf und Asymmetrische Angriffe

Trotz heftiger russischer Luftangriffe mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, die nach Angaben aus Kiew die zivilen Opferzahlen auf Höchststände seit den ersten Monaten des Jahres 2022 getrieben haben, bleibt die Frontlinie über eine Länge von rund 1.200 Kilometern weitgehend stabil. Die ukrainische Seite hat ihrerseits ihre Kampagne gegen russische Logistikzentren und Industrieanlagen intensiviert. So berichtete der E-Inlandsriese Ozon von Bränden an zwei Lagern im Süden Russlands infolge von Drohnenangriffen.

Nach Friedensabkommen: Frankreich und Großbritannien wollen Truppen in die Ukraine senden

Präsident Selenskyj betonte unterdessen zum Nationalfeiertag, dass die Ukraine zwar nach Frieden strebe, aber zu keiner einfachen Kapitulation bereit sei.

Die Ukraine will unbedingt Frieden, aber sie ist nicht bereit, einfach zu kapitulieren. Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Er unterstrich damit die Entschlossenheit seines Landes, die eigene Souveränität auch angesichts der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen mit Russland konsequent zu verteidigen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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