Am 4. Oktober 2026 zeigt Das Erste den neuen Ludwigshafener Tatort: Explosive Mischung
mit Ulrike Folkerts und Lisa Bitter in Echtzeit. Der 90-minütige Krimi über eine fehlgeschlagene Geldautomatensprengung und ein rebellisches Problemviertel läuft ab 20.15 Uhr linear im Fernsehen und ist bereits vorab in der ARD-Mediathek verfügbar.
Sonntagabend, Punkt 20.15 Uhr: Seit Jahrzehnten steht dieser Sendezeitpunkt im Ersten für die Königsklasse der deutschen Fernsehunterhaltung. Millionen Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz schalten traditionell ein, wenn in 90 Minuten ein neuer Kriminalfall gelöst wird. Seit 1970 verfolgen Millionen Menschen regelmäßig neue Kriminalfälle aus deutschen, österreichischen und Schweizer Städten. Verschiedene Ermittlerteams klären in 90 Minuten Mordfälle auf, was sich als deutsches Erfolgsrezept erwiesen hat. Während der „Tatort“ einst 1970 in der Bundesrepublik als Antwort der ARD auf die erfolgreiche ZDF-Serie „Der Kommissar“ ins Leben gerufen wurde, ist der „Polizeiruf 110“ ein Konzept aus der ehemaligen DDR, das nach der Wiedervereinigung von den ARD-Anstalten weitergeführt wurde. Von rund 40 Erstausstrahlungen bei den Sonntagskrimis, die Das Erste pro Jahr zeigt, stammen in der Regel sieben bis zehn Folgen aus dem „Polizeiruf 110“-Kosmos, während in der Sommerpause meist zwischen Ende Juni und Ende August stattdessen Wiederholungen gezeigt werden. Reichweiten unter sechs Millionen Zuschauern stellen dabei die Ausnahme dar, und beliebte Teams wie das Münster-Duo brechen nahezu alljährlich Quotenrekorde.””””
Am 4. Das Ermittlerduo Lena Odenthal und Johanna Stern steht vor einer Aufgabe, die nicht nur atmosphärisch im dunkelsten Halbdunkel verharrt, sondern auch zeitlich an eine harte Kette gelegt ist. Mit dem Ende der „Tatort“-Sommerpause endete zugleich eine 56 Jahre alte Tradition des Sonntagskrimis der ARD: Zwar bleibt der klassische TV-Ausstrahlungstermin am Sonntag bestehen, doch können Zuschauer den neuen „Tatort“ dank der neuen Regelung bereits seit dem 2. Oktober 2026 in der Mediathek streamen. Neben den beiden Kommissarinnen ermitteln im Fall auch die beiden Hilfskräfte Mara Herrmann und Nico Langenkamp, wobei letzterer sogar undercover agiert, ohne die Kommissarinnen darüber zu informieren.””
Echtzeit-Dramaturgie und der explosive Start in Ludwigshafen
Regisseur und Drehbuchautor Martin Eigler, der sein eigenes Skript verfilmte, wählt für den Fall eine besondere erzählerische Haltung. Der Film beginnt mit einem spektakulären Einstieg: Es ist der 4. Oktober 2026 um 21.41 Uhr, als der korrupte Polizeidirektor Breising in einen Krankenwagen geschoben wird. Er hat überlebt und gibt Kommissarin Odenthal eine kalte, distanzierte Absage mit auf den Weg. Direkt danach springt der Routinier Martin Eigler auf der Zeitleiste zurück zur besten Sendezeit um 20.16 Uhr. Von diesem Moment an läuft das Geschehen in den kommenden 85 Minuten absolut synchron zur Sendezeit im Wohnzimmer ab, sodass die Ermittlungen quasi live verfolgt werden können.
Im Zentrum der nächtlichen Unruhe steht ein missglückter Banküberfall. Dennis Lohberg, ein stadtteilbekannter Rowdy, der mit seiner Bande seit Jahren die Gegend terrorisiert und als Kopf der Jugendgang gilt, ist beim Versuch, einen Bankautomaten zu sprengen, in der Ludwigshafener Innenstadt selbst in die Luft geflogen. Die Explosion war jedoch kein simpler Unfall. Da eine Geldkassette mit 37.000 Euro verschwunden ist, suchen Lena Odenthal und Johanna Stern nach dem Komplizen, der möglicherweise mit der Beute geflüchtet ist.
Zwischen Jugendkriminalität und selbsternannten Sheriffs im Viertel
Meisner inszeniert sich als selbsternannter Aufpasser und Sheriff, der davon überzeugt ist, dort für Ordnung sorgen zu müssen, wo der Staat versagt und die Polizei längst kapituliert hat. Er bietet Jugendlichen Antiaggressionstrainings an, hat sich zu Hause aber selbst nicht im Griff.

Hinter dieser Fassade verbergen sich häusliche Konflikte und schwere Gewalt. Während Meisner im Viertel stramme Ansagen macht, sitzt seine zerschlagen aussehende Frau mit einem Baby daheim. Als Lena Odenthal und Johanna Stern im Laufe eines einzigen Abends ermitteln, eskaliert die Situation immer weiter. Die Ermittlungen führen die Kommissarinnen nicht nur zu Dennis’ Bruder Chris und dessen Ex-Freundin Fiona, sondern auch zu der verschwundenen Geldkassette. Während Polizeikollege Nico Langenkamp eigenmächtig Kontakt zu Chris aufnimmt, der sich heimlich eine Pistole seines Bruders besorgt, steuert die Geschichte auf einen Höhepunkt zu, der schließlich sogar das Polizeipräsidium erreicht und Odenthal und Stern in Lebensgefahr bringt.
Der hängt mir sowas von am Hacken.
Johanna Stern, in: Tatort: Explosive Mischung
Die interne Reibung im Kommissariat verschärft sich parallel. Johanna Stern legt sich im Innendienst mit dem leitenden Polizeidirektor Breising an, den Lena Odenthal aus einer gefährlichen Situation befreien muss, nachdem der korrupte Chef in den Fokus geraten ist.

Dann soll er sich ne Katze kaufen. Oder nen Hund.
Johanna Stern, in: Tatort: Explosive Mischung
Untermauert wird das Achtziger-Ambiente der nächtlichen Kulisse durch den düsteren, formschönen Postpunksong „Naysayervon Anika, der im Hintergrund läuft, während eine junge Polizistin undercover in einer Spielhalle sitzt.
Mediathek-Verfügbarkeit und der Quotenkampf am Sonntagabend
Mit der Ausstrahlung von „Explosive Mischung“ nutzt die ARD das neue Ausspielmodell der aktuellen Saison. Bereits seit dem 2. Oktober 2026 ist die Episode in der ARD-Mediathek abrufbar. Damit können Zuschauer den neuen Fall bereits vor der linearen Ausstrahlung am Sonntagabend streamen, während der traditionelle Sendeplatz am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten unverändert bestehen bleibt.”
Quotentechnisch tritt die beliebteste Krimi-Serie an diesem Sonntag gegen starke Konkurrenz an, nachdem die ARD in der Vorwoche noch das Fußball-Länderspiel gegen Griechenland übertragen hatte. Der Ludwigshafen-Krimi trifft im TV auf reichweitenstarke Gegenprogramme wie Jürgen Klopp bei RTL. Kritiker bewerten den Film inhaltlich differenziert: Einerseits wird gelobt, dass der Krimi den Fall in Echtzeit erzählt und verschiedene gesellschaftliche Themen wie Selbstjustiz, häusliche Gewalt und toxische Männlichkeitsbilder anreißt; andererseits wird kritisiert, dass der Film trotz des brisanten Stoffs durch steife Dialoge und eine etwas distanzierte Inszenierung hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und bei drei von zehn oder drei von fünf Punkten landet.
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