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McDonald’s in Zürich: Widerstand gegen geplante Filiale am Steinfels-Areal

Anwohner des Zürcher Steinfels-Areals wehren sich gegen die geplante Eröffnung einer McDonald’s-Filiale mit Öffnungszeiten teils bis 6 Uhr morgens. Kritiker befürchten massiven Nachtlärm, Müll und Verkehr. Das Projekt reiht sich in eine Serie heftiger Auseinandersetzungen um neue Fast-Food-Standorte in der Schweizer Limmatstadt ein.

Widerstand gegen neue Filiale im Steinfels-Areal

Vor 50 Jahren erhielt die Schweiz in Genf ihren ersten McDonald’s. Rund 190 weitere Filialen sind seither dazugekommen. Die Marke 200 soll – wenn es nach dem amerikanischen Konzern geht – bald erreicht werden. Doch die Expansion hat Sand im Getriebe. Vor allem Anwohner haben immer häufiger keine Lust auf einen McDonald’s als Nachbarn – und gehen deshalb juristisch gegen den Bau neuer Filialen vor. So auch jetzt wieder in der Stadt Zürich.

Die Expansion von McDonald’s gerät in Schweizer Städten zunehmend unter Druck. Nach Konflikten an anderen Standorten formiert sich nun im Zürcher Kreis 5 heftiger Widerstand gegen ein neues Restaurant auf dem Steinfels-Areal an der Heinrichstrasse 267l, direkt neben dem Kino Abaton. Betroffene Anwohner und Gewerbetreibende haben sich in einer Chatgruppe organisiert, um das Baugesuch juristisch zu prüfen und mögliche Einsprachen vorzubereiten. Wie das Portal Inside Paradeplatz berichtet, schreiben die Organisatoren in der Chatgruppe: «Möglichst viele betroffene Anwohnerinnen und Anwohner sollten während der Auflagefrist ein Zustellbegehren stellen. Damit erhält man Einsicht in alle Unterlagen des Baugesuchs. Das ist noch keine Einsprache und verpflichtet zu nichts.»

Das geplante eingeschossige Lokal auf dem Steinfels-Areal – wo früher die Brauerei Steinfels drin war – soll über 161 Innenplätze, ein McCafé, einen Take-away-Bereich sowie McDelivery und einen Drive-In verfügen. Kundenparkplätze sind laut den eingesehenen Unterlagen nicht vorgesehen, dafür aber zwölf Veloabstellplätze. McDonald’s rechnet mit 5000 bis 6000 Bestellungen pro Woche. Rund 65 Mitarbeitende, zwei Drittel davon in Teilzeit, sollen dort arbeiten.

Lange Öffnungszeiten und Sorgen vor nächtlichem Lärm

Besonders die ausgedehnten Öffnungszeiten sorgen in der Nachbarschaft für Unmut. Demnach soll das Restaurant von Sonntag bis Mittwoch bis 2 Uhr morgens geöffnet sein, donnerstags bis 4 Uhr sowie freitags und samstags gar bis 6 Uhr morgens. Laut Baugesuch wird eine Aussenbestuhlung vorerst nicht beantragt – sie müsste später in einem separaten Verfahren bewilligt werden.

McDonald's in Zürich: Widerstand gegen geplante Filiale am Steinfels-Areal
Photo: 20 Minuten

Viele Schlafzimmer der umliegenden Liegenschaften liegen direkt oberhalb des geplanten Standorts. Anwohnerinnen, Anwohner und Gewerbetreibende im Umfeld des Steinfels-Areals befürchten, dass die langen Öffnungszeiten, der Take-away-Betrieb und die Lieferdienste zu zusätzlichem Nachtlärm, mehr Verkehr, Geruch, Abfall und Verschmutzung führen könnten, schreibt Inside Paradeplatz. Vor Ort sagen Anwohnende zu 20 Minuten, dass viele Schlafzimmer direkt oberhalb der Filiale liegen und betonen: «Betrunkene werden ganze Nacht Burger holen».

Entsorgungskonzepte und Vorkehrungen der Betreiber

Um den Bedenken hinsichtlich Verschmutzung zu begegnen, plant der Konzern ein Entsorgungskonzept in Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Die Warenlieferungen sollen je nach Bedarf mehrmals pro Woche erfolgen – und das Logistikunternehmen soll bei der Rückfahrt Recyclingmaterial mitnehmen. McDonald’s will auch zusätzliche Abfalleimer aufstellen sowie mehrmals pro Tag Aufräumtouren im Umfeld des Restaurants machen.

Widerstand gegen McDonald
Photo: Blick

Das Vorgehen der Zürcher Anwohnerschaft folgt einem bekannten Muster in der Stadt. Auch bei der geplanten Filiale am Limmatquai laufen die Anwohner Sturm. Sie fürchten sich vor den langen Öffnungszeiten und dem Burger-Geruch aus der Küche. Deswegen gingen sie juristisch dagegen vor – in der Folge hob das Zürcher Baurekursgericht die Baubewilligung auf. Dagegen hat nun ebenfalls Widerstand beziehungsweise Unmut zugenommen, während sich die Anwohner im Kreis 5 überdies bereits mit den Altstadtbewohnern im Kreis 1 ausgetauscht haben.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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