Die Aussetzung einiger Bestimmungen des Graham-Gesetzes markiert einen wichtigen und wahrhaft historischen Moment.
US-Präsident Donald Trump hat kurz vor dem Inkrafttreten weitreichende Sanktionen und Zölle gegen Russland per Dekret ausgesetzt, was in Moskau gefeiert und in Kiew scharf verurteilt wird.
Die Entscheidung traf Washington am späten Freitagabend, nur Tage bevor das im Vormonat verabschiedete Sanktionspaket greifen sollte. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Ausführungsverordnung, mit der zahlreiche Bestimmungen des im September in Kraft getretenen Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026 vorerst auf Eis gelegt werden. Das Gesetz war nach dem Tod des US-Senators Lindsey Graham im Juli benannt und im September offiziell unterzeichnet worden, um den Druck auf Moskau wegen des im Jahr 2022 begonnenen Krieges zu erhöhen.
Selenskyj kritisiert Aussetzung scharf
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte verärgert auf den Präsidialerlass. Die Aussetzung der Strafmaßnahmen spiele einzig und allein Russland in die Hände.
Selenskyj betonte, dass die Blockade der Strafmaßnahmen direkt mit verstärkten russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur zusammenfalle. Allein am Freitag habe Russland mehr als 15 Kraftwerke und Übertragungsanlagen attackiert. Kiew befürchtet nun, dass Moskau die Atempause nutzt, um die Angriffe in Richtung Westukraine weiter auszuweiten.
Washington verteidigt Kurs
Die US-Regierung verteidigte das Dekret mit dem Hinweis auf das nationale Interesse der Vereinigten Staaten. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die 60-tägige Pause diene dazu, die genauen Auswirkungen der Maßnahmen auf die US-Wirtschaft und die globalen Energiemärkte zu bewerten. Kurz vor den anstehenden Zwischenwahlen am 3. November in den USA, bei denen Trumps Republikanische Partei ihre knappe Mehrheit im Kongress verteidigen muss, gelten steigende Treibstoffkosten als politisch brisant. Die ursprünglich vorgesehenen Regelungen hätten Zölle von bis zu 100 Prozent auf Importe aus den fünf größten Abnehmerländern von russischem Öl und Gas – insbesondere China und Indien – sowie drastische Zölle auf russische Güter nach sich gezogen.

Moskau feiert Dekret
Ganz anders fällt die Bewertung in Moskau aus. Kirill Dmitriev, der Investitionsbeauftragte des russischen Präsidenten Wladimir Putin, bewertete das Vorgehen der US-Regierung als Wendepunkt in den bilateralen Beziehungen.
Die Aussetzung einiger Bestimmungen des Graham-Gesetzes markiert einen wichtigen und wahrhaft historischen Moment.
Widerstand im Kongress
In den USA stieß der Schritt der Regierung auf heftige Gegenwehr von Seiten der Demokraten. Der US-Richard Blumenthal, der als Demokrat aus Connecticut zu den Mitverfassern des ursprünglichen Gesetzes gehört, warf dem Weißen Haus vor, sich auf die Seite des Kremls zu stellen.
Donald Trump bestätigt erneut, dass er auf der Seite eines blutrünstigen Schlägers & der Helfershelfer von Russlands Kriegsmachinerie steht und gegen die Mehrheit der Amerikaner, ihrer Vertreter in beiden Häusern des Kongresses & unserer europäischen Verbündeten.
Ähnlich äußerte sich der demokratische Abgeordnete Don Beyer aus Virginia. Er bewertete den Erlass als einen erneuten Kniefall vor Putin, der den klaren Willen des US-Kongresses missachte. Darline Graham, die Schwester des verstorbenen Senators Lindsey Graham, die für dessen Mandat nominiert wurde, erklärte bei einem Wahlkampfauftritt, sie persönlich hätte den Druck auf Russland aufrechterhalten.

Das Dekret lässt bestehende Sanktionen aus früheren Regierungsverordnungen unberührt und beauftragt den US-Handelsbeauftragten, die weltweiten Energieimporte und etwaige Umgehungsversuche weiter zu überwachen, während die Ausnahmeregelung bis auf Weiteres in Kraft bleibt.
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