Angriffe auf die Handelsschifffahrt im und um den Persischen Golf haben im Oktober 2026 ein Rekordniveau erreicht. Nach Angaben von Reedereien und Seeüberwachungsbehörden wurden allein in der vergangenen Woche zwölf Schiffe attackiert. Teheran verschärft seine Taktik, um den US-Wahlkampf und den Ölmarkt direkt zu beeinflussen.
Reedereien Melden Rekordzahl an Angriffen am Persischen Golf
Die britische Seeüberwachungsbehörde UKMTO registrierte zwischen dem 5. und 11. Oktober 2026 nach Angaben von FreightWaves zwölf Angriffe auf Handelsschiffe innerhalb einer Woche in der Straße von Hormus. Das ist die höchste wöchentliche Zahl seit Beginn des Konflikts im Februar desselben Jahres.
Am Dienstag, dem 14. Oktober 2026, sank die unter der Flagge Singapurs fahrende GFS Pride nach einem Treffer. Alle 21 Besatzungsmitglieder konnten laut der maritimen Behörde in Singapur unverletzt evakuiert werden. Kurz darauf ging auch der unter der Flagge von Antigua und Barbuda registrierte Frachter Cape Dao nach einem früheren Projektiltreffer vom 23. September unter. Besonders die Ausweitung der Angriffe auf Containerriesen überrascht die Märkte.
Iran Schreibt Minenfelder Teheran gegen Seeverkehr
Die Revolutionsgarden (IRGC) behaupteten laut Anadolu Ajansı, dass mehrere Supertanker und Frachter auf Seeminen liefen, weil sie heimlich und ohne aktivierte Radarsysteme eine unautorisierte Route nutzten. Teheran fordert seit Ausbruch des Krieges im Februar 2026, dass sämtliche Schiffe die von den iranischen Behörden überwachten Küstenkorridore passieren.
Die Hafenbehörde von Singapur und westliche Stellen verweisen dagegen darauf, dass die betroffenen Schiffe von unbekannten Projektilen getroffen wurden. Die US-Marine und alliierte Partner betonen, dass sie trotz der iranischen Blockadeversuche die Freiheit der Schifffahrt aufrechterhalten wollen. Admiral Brad Cooper erklärte in einem Update laut Euronews: „Um es ganz klar zu sagen: Die Straße von Hormus wird von den Vereinigten Staaten und unseren regionalen Partnern kontrolliert, nicht vom Iran.

Er fügte hinzu, dass die Straße von Hormus „für den Geschäftsbetrieb offenbleibe und in der vergangenen Woche rund 400 Schiffe das Gebiet passiert hätten.
Teheran Zielt auf US-Zwischenwahlen und Ölpreise Ab
Hinter der Zunahme der Attacken steht nach Angaben zweier iranischer Regierungsbeamter gegenüber Reuters eine bewusste Kursänderung auf höchster Ebene, die die Ölpreise künstlich hoch halten und gezielt Einfluss auf die anstehenden US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 nehmen soll. Die Kraftstoffpreise in den USA sind seit Beginn des Konflikts im Februar stark gestiegen.
Daten von Kpler zeigen, dass die Rohölmengen, die durch die Straße transportiert wurden, von fast 20,8 Millionen Barrel am 8. Oktober auf nur noch 2,9 Millionen Barrel am 11. Oktober einbrachen. Laut Martin Kelly, dem Geschäftsführer von Orbital Risk Intelligence, hat Iran seine Angriffe geografisch auf den Golf von Oman und Gewässer vor den arabischen Golfstaaten ausgedehnt, um Handelsschiffe systematisch abzuschrecken.
Versicherungen Schließen Seeweg nach Treffern Faktisch
Da die gesamte Region vom Joint War Committee als Hochrisikozone gelistet ist, müssen Reeder massive Zusatzprämien für die Kriegskorndversicherung zahlen. Die Kosten für die Kasko- und Ladungsabsicherung von Tankern haben sich vervielfacht, was nach Einschätzung von Analytikern wie Dr. John George Hatzadony letztlich dazu führt, dass die Versicherungswirtschaft den Seeweg faktisch schließt.
| Messgröße | Wert vor dem Anstieg | Aktueller Wert im Oktober 2026 |
|---|---|---|
| Tägliche Rohölmenge im Transit | ca. 17 Millionen Barrel | 12 Millionen Barrel (Wochendurchschnitt) |
| Wöchentliche Schiffsangriffe (UKMTO) | unter 10 Vorfälle | 12 Angriffe in einer Woche |
Maritime Analysten weisen darauf hin, dass einige Betreiber das finanzielle Risiko weiterhin eingehen, während US-Streitkräfte versuchen, durch begleitete Konvois und eine Blockade iranischer Exporte gegenzusteuern. Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November 2026 statt.

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