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Gesundheit

TOFA-Wirkstoff fördert Fettabbau und Muskelerhalt im Tierversuch

Wissenschaftler der UC Berkeley haben die chemische Verbindung TOFA untersucht, die im Tierversuch den Fettabbau steigert und den Muskelerhalt bei der Gewichtsabnahme unterstützt. Die am 21. August in Science Advances veröffentlichte Studie zeigt, dass der Wirkstoff den Energieverbrauch erhöht und in Kombination mit GLP-1-Präparaten die Stoffwechselwerte verbessert.

Medikamente zur Gewichtsreduktion und zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen haben in den vergangenen Jahren breite Aufmerksamkeit erhalten. Präparate wie Ozempic, Wegovy, Mounjaro und Zepbound basieren auf Wirkstoffen, die das Sättigungsgefühl regulieren und die Nahrungsaufnahme senken gegen Fettleibigkeit, Diabetes und Fettlebererkrankungen. Dennoch bringt diese Strategie Herausforderungen mit sich. Neben gastrointestinalen Begleiterscheinungen klagen Patienten häufig über den Verlust von Muskelmasse sowie über Nährstoffdefizite, da die stark verminderte Kalorienzufuhr den Körper dazu zwingt, auf körpereigene Reserven zurückzugreifen.

Stoffwechselsteigerung statt Nahrungsrestriktion im Tierversuch

Forscher an der University of California, Berkeley verfolgen einen anderen Ansatz, um die Therapie von Übergewicht und Diabetes weiterzuentwickeln. Anstatt die Energieaufnahme zu begrenzen, zielt das Konzept darauf ab, den Energieverbrauch des Körpers durch erhöhte metabolische Aktivität anzukurbeln durch gesteigerte Stoffwechselraten. Im Zentrum dieser Untersuchungen steht die molekulare Verbindung 5-Tetradecyloxy-2-furoinsäure, kurz TOFA.

What happens to your muscle on Ozempic and Wegovy? Doctors explain how to protect it
Photo: star-telegram.com

In einer im August veröffentlichten Studie in der Fachzeitschrift Science Advances beschreibt das Forschungsteam den doppelten Wirkmechanismus der Substanz. Einerseits blockiert TOFA die Bildung von Lipiden wie Cholesterin und Triglyceriden als sogenannter ACC-Inhibitor.

Body weight responds to two levers: taking in fewer calories, or spending more energy, GLP-1s work almost entirely on the first, so we went after the second. Anders Näär, Professor für Stoffwechselbiologie und Ernährung an der UC Berkeley

Bei fettleibigen Mäusen zeigte der Einsatz von TOFA messbare physiologische Effekte. Die Tiere verloren Gewicht, das aus Fettgewebe stammte, während die magere Muskelmasse keine signifikante Reduktion aufwies während magere Muskelmasse erhalten blieb. Gleichzeitig verbesserten sich die Insulinsensitivität, die Glukosekontrolle sowie Marker einer Fettlebererkrankung.

Kombination mit GLP-1-Medikamenten zeigt synergistische Effekte

Anders Näär, Professor für Stoffwechselbiologie und Ernährung an der UC Berkeley, erklärte, dass TOFA bei ihren Kombinationsexperimenten additiv oder synergistisch mit den GLP-1-Appetitzüglern gewirkt habe, weshalb sie es eher als Ergänzung denn als Ersatz betrachten.

TOFA-Wirkstoff fördert Fettabbau und Muskelerhalt im Tierversuch
Photo: Science Daily

Nächste Schritte und Einordnung der Daten

Trotz der Ergebnisse betonen die Forscher, dass TOFA bislang ausschließlich im Tierversuch untersucht wurde. Seine Sicherheit und klinische Wirksamkeit beim Menschen sind noch nicht nachgewiesen und müssen in zukünftigen Studien geprüft werden bevor eine klinische Anwendung in Betracht gezogen werden kann.

Parallel dazu läuft die Diskussion über den Muskelerhalt bei Therapien mit GLP-1-Präparaten weiter. Experten weisen darauf hin, dass jede Gewichtsabnahme zwangsläufig mit einem gewissen Verlust an Muskelgewebe einhergeht, wenn die Kalorienzufuhr sinkt da der Körper zur Glukoseversorgung des Gehirns auf Aminosäuren aus der Muskulatur zurückgreifen muss. Klinische Arbeitsgruppen untersuchen daher begleitend Maßnahmen wie gezieltes Krafttraining, proteinreiche Ernährung oder ergänzende pharmakologische Ansätze, um den Muskelerhalt bei Patienten abzusichern.

What to know about GLP-1 drugs and muscle loss
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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