Der langjährige Detroit-Kapitän Dylan Larkin wurde zum Saisonstart am 2. Oktober 2026 in der Little Caesars Arena von eigenen Fans heftig ausgebuht. Grund dafür sind anhaltende Spannungen nach einer ungelösten Wechselforderung sowie eine Oberkörperverletzung, die ihn zum Zuschauen zwingt.
Die Detroit Red Wings starteten in die Eishockeysaison 2026–27 nicht nur sportlich holprig, sondern auch von massiven atmosphärischen Störungen begleitet. Bei der Saisoneröffnung am 2. Oktober gegen die New York Rangers blieb der Mannschaftsbus leer von jenem Spieler, der das Franchise jahrelang prägte. Dylan Larkin stand in Straßenkleidung an der Bandenbank, nachdem ihn das Team zuvor auf die Verletztenliste gesetzt hatte. Als Gründungsmitglied der Liga und stolzes Traditionsteam mit elf Stanley Cups in der Vereinshistorie blicken die Red Wings auf eine der stolzesten Vergangenheiten der NHL zurück. Zwischen 1991 und 2016 stand die Mannschaft 25 Jahre lang in Folge in den Playoffs, ehe eine Serie von zehn aufeinanderfolgenden Spielzeiten ohne Postseason-Teilnahme folgte.
Why is Dylan Larkin not playing tonight vs Rangers
Bereits im Vorfeld der Partie war bekannt geworden, dass der 30-jährige Center die ersten beiden Spiele des Spielplans verpassen wird. Eine im Sommertraining erlittene Oberkörperverletzung verhinderte jede Vorbereitung auf dem Eis. Der Angreifer unterschrieb am 2. März 2023 einen über acht Jahre laufenden Vertrag im Wert von 69,6 Millionen US-Dollar, was einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 8,7 Millionen US-Dollar entspricht. In seiner bisherigen NHL-Laufbahn bestritt der erfahrene Spieler 808 Partien für Detroit und sammelte dabei 643 Punkte, aufgeteilt auf 276 Tore und 367 Vorlagen. In der vergangenen Saison kam er auf 67 Punkte in 74 Spielen. Doch die körperlichen Beschwerden waren nur der äußere Anlass für die angespannte Stimmung in der Arena.

Als der Stadionsprecher Larkins Namen während der traditionellen Eröffnungszeremonie aufrief, entlud sich der Frust der Anhänger. Bereits nach weniger als sechs Minuten im ersten Drittel skandierten die Ränge lautstark „Sell the Team!“, während auch der ehemalige Kapitän beim Betreten des Eises mit einem lauten Pfeifkonzert empfangen wurde. Trainer Todd McLellan nahm den Profi jedoch in Schutz und erklärte, warum Larkin überhaupt an der Zeremonie teilgenommen hatte.”
„Dylan wollte heute als Teil des Teams bei der Zeremonie dabei sein… Dylans Erklärung war: ‚Ich möchte nicht, dass der Rest meiner Teamkollegen, die nicht im Dress sind, nicht dort draußen sind‘. Also sind wir als Team rausgegangen, sagte Todd McLellan.’
Paul Bissonnette calls Detroit Red Wings ‘bush league’ over
Die Inszenierung vor eigenem Publikum blieb nicht ohne Kritik aus dem nationalen Fernsehen. In der ersten Drittelpause nannte der Analyst Paul Bissonnette das Vorgehen der Organisation „bush league“. Er warf dem Klub vor, den verletzten Spieler bewusst dem Spott der Fans ausgesetzt zu haben, um ihn öffentlich bloßzustellen. Der Cheftrainer betonte derweil, dass der Akteur nun einmal mit den Konsequenzen seiner Wechselforderung leben müsse, auch wenn die Gesamtsituation für niemanden im Verein angenehm sei.”
Die Causa Larkin ist nur ein Puzzleteil in einer weitreichenden sportlichen Krise des Klubs. Nach dem Wechsel von Steve Yzerman in die Rolle des Senior Advisors für den Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer führt interimistisch Shawn Horcoff die Geschäfte als General Manager. Die sportliche Führung steht vor der schweren Aufgabe, das Team in unruhigen Zeiten zusammenzuhalten, während im Kader Akteure wie Torhüter John Gibson, Verteidiger Moritz Seider und Stürmer Lucas Raymond auf dem Eis stehen.

Zudem sorgt der vertragslose Status des schwedischen Verteidigers Simon Edvinsson für Unruhe. Interim-GM Horcoff gab zu Protokoll, dass er die Abreise des Spielers nach Schweden mitten in den Verhandlungen nicht erwartet hatte. Der Verein hat derweil seit dem Ende der Vorsaison mit internen Herausforderungen zu kämpfen, zu denen auch der Abgang von Routinier Patrick Kane gehört.
Detroit Red Wings center Dylan Larkin, second from left
Sportlich mussten die Red Wings zum Auftakt eine 2:0-Niederlage gegen die New York Rangers hinnehmen. Das Team bestreitet eine Heimserie am Saisonbeginn und empfängt am 4. Oktober die Winnipeg Jets in der Little Caesars Arena. Larkin wird auch bei dieser Partie wegen seiner Blessur zuschauen müssen.

Ob der gebürtige Michiganer nach seiner Genesung noch einmal im Trikot von Detroit auflaufen wird, bleibt ungewiss. Während der Spieler vertraglich bis zur Saison 2030–31 an das Franchise gebunden ist und bis zum Ablauf der Spielzeit 2031 über eine vollständige Klausel gegen Transfers verfügt, hat er der sportlichen Leitung laut Medienberichten eine Liste von Klubs übermittelt, zu denen er einen Wechsel akzeptieren würde. Dazu zählen neben den Minnesota Wild, Vegas Golden Knights und Florida Panthers inzwischen auch Mannschaften wie die Colorado Avalanche, Washington Capitals, Dallas Stars und Tampa Bay Lightning.
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